Carlo Ancelotti

Ancelottis Ruhe bewahrt Brasilien vor WM-Demütigung

Ancelottis Ruhe bewahrte Brasilien vor einer historischen WM-Blamage, als sie nach Rückstand Japan besiegten und ins Achtelfinale einzogen.

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Brasilien stand nur 45 Minuten vor dem frühesten Ausscheiden bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft seit 1966, als es zur Halbzeit im Sechzehntelfinale in Houston gegen Japan zurücklag. Was drohte, war nicht nur eine Niederlage, sondern eine „historische Demütigung“, wie der südamerikanische Fußballexperte Tim Vickery es beschrieb, besonders für eine Nation mit Brasiliens fußballerischem Stammbaum und traditionalistischen Erwartungen.

Die Last der Erwartungen ruhte schwer auf Carlo Ancelotti, Brasiliens Trainer und dem ersten ausländischen Coach, der die Seleção bei einer Weltmeisterschaft anführte. Trotz seines beispiellosen Vereinserfolgs – rekordverdächtige fünf Champions-League-Titel und Trophäen in allen fünf großen europäischen Ligen – stand Ancelotti vor seiner größten internationalen Prüfung. In der Pause, als Japan führte, war die Aussicht auf ein Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen ein asiatisches Team für viele, so Vickery, „undenkbar“.

Doch Ancelotti blieb unbeeindruckt. Auf die Frage nach etwaigen Bedenken zur Halbzeit sagte der italienische Maestro dem BBC Sport-Journalisten Sam Drury: „Nein. Nicht wirklich. Ich hatte Vertrauen in unser Team.“ Diese Selbstsicherheit, die er sich in einer Karriere voller hochkarätiger Begegnungen angeeignet hatte, erwies sich als entscheidend. Ancelotti, der neun seiner ersten 15 Spiele als Trainer gewonnen hat, nahm in der Pause nur eine Änderung vor, eine erzwungene Auswechslung, da Endrick den verletzten Lucas Paqueta ersetzte.

Eine dramatische Wende in der zweiten Halbzeit

Was auch immer Ancelotti seiner Mannschaft mitteilte, es fand Anklang. Brasilien kam mit neuem Elan aus der Kabine und änderte seine offensive Herangehensweise dramatisch. Die Statistiken erzählen eine klare Geschichte dieser taktischen Umstellung:

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  • Erste Halbzeit: 12 Flanken
  • Zweite Halbzeit: 28 Flanken

Der erhöhte Druck zahlte sich schließlich aus. Casemiro erzielte den entscheidenden Ausgleich und bereitete die Bühne für ein dramatisches Finale. Tief in der Nachspielzeit erzielte Gabriel Martinelli nach einer Vorlage von Bruno Guimaraes in der 95. Minute den Siegtreffer und vollendete damit eine bemerkenswerte Aufholjagd.

Dieser Sieg war das erste Mal seit 2002, dass Brasilien ein K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft nach Rückstand gewann, was die Bedeutung der Leistung und Ancelottis Einfluss unterstreicht. Der Trainer reflektierte über die Leistung und erklärte: „Das einzig akzeptable Ergebnis ist der Sieg. War es ein Schritt nach vorne? Das war das kompletteste Spiel, das wir gespielt haben… Ich glaube, das ist definitiv eine Entwicklung. Wir hatten anfangs Schwierigkeiten, Räume zu finden, aber wir konnten dieses Problem sehr gut lösen.“

Nachdem Brasilien diese gefährliche Sechzehntelfinal-Begegnung gemeistert hat, wird Brasilien, das immer noch seinen sechsten WM-Triumph anstrebt, nun im Achtelfinale entweder auf die Elfenbeinküste oder Norwegen treffen, wobei der Druck etwas nachgelassen hat, das ultimative Ziel aber fest im Blick bleibt.

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