Mauricio Pochettino hat einen neuen Vierjahresvertrag unterschrieben und bleibt bis zum WM-Zyklus 2030 Trainer der US-Nationalmannschaft. Die Verlängerung wurde am 3. August offiziell bekannt gegeben und beruht damit nicht mehr nur auf der ursprünglichen Meldung von Fabrizio Romano. Laut der offiziellen Mitteilung des US-Verbands werden Pochettino und sein Stab weiterhin die A-Nationalmannschaft führen und zugleich zusätzliche Aufgaben innerhalb des gesamten Verbandssystems übernehmen.
Der Zeitpunkt korrigiert zugleich einen wesentlichen Fehler der ursprünglichen Geschichte. Die Weltmeisterschaft 2026 steht nicht mehr bevor, sondern ist bereits beendet. Die USA schieden nach einer 1:4-Niederlage gegen Belgien im Achtelfinale aus, sodass die Vertragsverlängerung auf einer Bewertung des Turniers und nicht auf einer Prognose vor der WM basiert.
Der Verband setzt nach einer wechselhaften WM auf Kontinuität
Die Vereinigten Staaten zeigten bei der Heim-WM mehrere überzeugende Leistungen. Pochettinos Mannschaft gewann ihre Gruppe, besiegte Bosnien und Herzegowina in der Runde der letzten 32 mit 2:0 und stellte einen US-Rekord für Siege bei einer einzelnen Weltmeisterschaft auf. Der Erfolg gegen Bosnien war außerdem der erste K.-o.-Sieg des Landes bei einer WM seit 2002.
Das Turnier endete dennoch deutlich mit einer 1:4-Niederlage gegen Belgien in Seattle. Damit gelang es den USA erneut nicht, über das Achtelfinale hinauszukommen. Die Verlängerung zeigt, dass der Verband die Entwicklung der Mannschaft höher bewertete als die Enttäuschung über das frühe Ende.
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Die Gespräche über Pochettinos Zukunft hatten offenbar bereits Monate vor dem Turnier begonnen. Laut dem Bericht des Guardian über die Einigung wurden die Verhandlungen nach der WM intensiviert, doch der Verband hatte schon vorher deutlich gemacht, dass er mit dem Argentinier weitermachen wollte. Die Entscheidung war damit keine kurzfristige Reaktion auf die Begeisterung während des Turniers.
Seine neue Aufgabe reicht über die A-Nationalmannschaft hinaus
Pochettinos erweiterter Zuständigkeitsbereich gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des Vertrags. Er und sein Trainerteam sollen den Verband künftig bei Nachwuchswegen, Trainerausbildung, der Zusammenarbeit mit Profiligen und weiteren technischen Fragen beraten. Der Schwerpunkt bleibt die Nationalmannschaft, doch ihre Erfahrung soll nun in deutlich mehr Bereiche des amerikanischen Fußballs einfließen.
Pochettino erklärte, es gebe „enormes Potenzial, das Programm der Männer-Nationalmannschaft noch stärker zu machen“. Die Verbindung zu den Fans während der Weltmeisterschaft habe den Glauben seines Teams an die Möglichkeiten des Projekts zusätzlich verstärkt. Sein Ziel sei ein Einfluss, der über die Ergebnisse der A-Nationalmannschaft hinausreiche.
Die neue Rolle verbindet die mögliche WM-Mannschaft von 2030 enger mit den heutigen Nachwuchsspielern. Während der Vertragslaufzeit stehen mehrere U-17- und U-20-Weltmeisterschaften sowie die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles an. Pochettinos Stab wird diese Mannschaften nicht zwingend selbst trainieren, soll aber die Entwicklung der Spieler und Trainer im gesamten System mitgestalten.
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Ein vollständiger Zyklus verändert die Ausgangslage
Pochettino übernahm die USA im September 2024 und hatte weniger als zwei Jahre Zeit zur Vorbereitung auf die Heim-WM. In dieser Phase musste er einen großen Spielerkreis bewerten, neue Anforderungen etablieren und gleichzeitig sofort Ergebnisse liefern. Der neue Vertrag verschafft ihm erstmals einen vollständigen Vierjahreszyklus.
Die USA bestreiten 2027 die Concacaf Nations League und den Gold Cup, bevor beide Wettbewerbe 2029 erneut stattfinden. Diese Turniere sollen als sportliche Prüfungen dienen, bevor die entscheidende Phase der WM-Qualifikation beginnt. Pochettino hat vor allem auf der Torwartposition und in der Innenverteidigung weiteren Entwicklungsbedarf erkannt.
Von der Associated Press im Bericht über die Verlängerung wurde Pochettino mit der Einschätzung zitiert, die USA hätten gelernt, dass sie mit den besten Mannschaften konkurrieren könnten. Der Abstand zur absoluten Weltspitze sei aus seiner Sicht nicht unüberwindbar. Nun müsse der Verband gezielt junge Spieler vorbereiten, die 2030 eine wichtige Rolle übernehmen können.
Die Kontinuität besitzt einen hohen Preis
Der Verband veröffentlichte keine finanziellen Einzelheiten des neuen Vertrags. Der Guardian berichtete, Pochettino werde voraussichtlich eine Gehaltserhöhung gegenüber den ungefähr sechs Millionen Dollar pro Jahr aus seiner ersten Vereinbarung erhalten. Schon diese Summe stellte den größten Traineraufwand in der Geschichte des US-Verbands dar.
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Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, der bereits den ersten Vertrag mitfinanzierte, stellt erneut den größten Teil der privaten Unterstützung bereit. Auch Scott Goodwin, Adam Freede und kommerzielle Partner beteiligen sich. Die Konstruktion ermöglicht es dem Verband, einen international bekannten Trainer zu halten, ohne die gesamten Kosten aus dem regulären Haushalt zu tragen.
Mit der Investition steigen die Erwartungen. Pochettino wird nicht nur dafür bezahlt, regionale Titel zu gewinnen oder das aktuelle Niveau zu sichern. Der Verband hat ausdrücklich erklärt, künftig um Weltmeisterschaften konkurrieren und Fußball zu einer der meistgespielten Sportarten des Landes machen zu wollen.
Das Risiko eines zweiten Zyklus bleibt
Die Geschichte der US-Nationalmannschaft enthält mehrere Warnungen vor langen Amtszeiten. Bruce Arena erreichte 2002 das Viertelfinale, scheiterte vier Jahre später jedoch in der Gruppenphase. Jürgen Klinsmann und Gregg Berhalter erhielten ebenfalls neue Verträge, wurden aber jeweils vor dem Ende ihres nächsten vollständigen Zyklus entlassen.
Auch Pochettino räumte ein, dass vier Jahre im Fußball eine sehr lange Zeit seien und sich die Stimmung schnell verändern könne. Der Vertrag bietet Planungssicherheit, ist aber keine bedingungslose Garantie auf eine Amtszeit bis zum Turnier. Ergebnisse in der Qualifikation und bei den Concacaf-Wettbewerben werden weiterhin entscheidend sein.
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Pochettino muss zudem verhindern, dass seine Ideen an Wirkung verlieren. Etablierte Spieler dürfen nicht allein wegen ihrer Rolle bei der WM 2026 dauerhaft geschützt werden. Seine Bereitschaft, vertraute Namen durch jüngere Alternativen zu ersetzen, könnte für den Erfolg des zweiten Zyklus entscheidend werden.
Die WM 2030 wird eine völlig andere Aufgabe
Die Vereinigten Staaten besitzen beim nächsten Turnier keinen Heimvorteil. Wie die FIFA in ihrem offiziellen Überblick zur WM 2030 beschreibt, findet der Hauptteil des Turniers in Marokko, Portugal und Spanien statt. Argentinien, Paraguay und Uruguay richten zusätzlich jeweils ein Jubiläumsspiel aus.
Die USA müssen sich daher zunächst qualifizieren und anschließend in einer fremden Umgebung bestehen. Für Pochettino besitzt der Austragungsort dennoch eine persönliche Verbindung, da er viele Jahre als Spieler und Trainer in Spanien verbrachte. Der Argentinier sprach über seine Verlängerung zudem aus seinem Zuhause in Barcelona.
Persönliche Verbindungen werden den Erfolg jedoch nicht bestimmen. Die Mannschaft muss gegen Spitzenteams stabiler werden, ihre defensive Tiefe verbessern und mehrere neue Leistungsträger entwickeln. Ein erneutes Achtelfinal-Aus wäre nach vier weiteren Jahren nur schwer als ausreichender Fortschritt zu verkaufen.
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Die eigentliche Prüfung beginnt jetzt
Der neue Vertrag verschafft dem Verband frühzeitig Klarheit. Pochettino kennt den Spielerkreis, die internen Strukturen und die besonderen Anforderungen des amerikanischen Sportsystems. Ein kompletter Neuanfang hätte einen erheblichen Teil der seit 2024 geleisteten Arbeit gefährdet.
Die Verlängerung bleibt dennoch eine Wette auf zukünftige Entwicklung. Pochettino erhält nun den vollständigen Zyklus, der ihm vor 2026 fehlte, sowie mehr Einfluss und erhebliche finanzielle Unterstützung. Im Gegenzug erwartet der Verband eine Mannschaft, die 2030 mehr erreicht als nur die Runde der letzten 16.



