Dayana Yastremska

Russische Rakete zerstört das Haus eines Tennisstars und lässt die „Neutralität“ der WTA in Trümmern liegen

Eine „Kalibr“-Rakete zerstörte die Familienwohnung von Dayana Yastremska in Odessa und hinterließ kaum mehr als ein Roland-Garros-Handtuch. Die Ukrainerin hat die Trümmer nun in eine direkte Herausforderung an die Institutionen…

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Ein Haus, das in Schutt und Asche liegt

Die ukrainische Tennisstarin Dayana Yastremska hat bekannt gegeben, dass die Wohnung ihrer Familie bei einem russischen Angriff auf Odessa zerstört wurde. Bilder, die die 26-Jährige veröffentlichte, zeigten, wie Flammen die oberen Stockwerke des Wohnhauses erfassten und wie durch die Wucht des Einschlags Zimmer und persönliche Gegenstände freigelegt wurden.

Laut „The Independent“ wurde die Wohnung direkt von einer russischen „Kalibr“-Marschflugrakete getroffen. Yastremska, eine ehemalige Nummer 21 der Welt, die 2024 das Halbfinale der Australian Open erreichte, sagte, unter den Trümmern sei nur ein einziger wiedererkennbarer Gegenstand übrig geblieben: ein Handtuch von Roland Garros.

„Ein Stück des Welttennis hat eine russische Rakete überlebt. Unser Zuhause hingegen nicht“, schrieb sie.

Bei dem groß angelegten nächtlichen Angriff wurden laut Berichten der Associated Press in Odessa und Umgebung mindestens 35 Menschen verletzt. Die oberen Stockwerke eines Wohnhochhauses wurden zerstört, als Raketen und Drohnen mehrere ukrainische Städte trafen.

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Yastremska geht auf die Tennisverbände los

Yastremska beschränkte sich in ihrer Stellungnahme nicht auf die Zerstörung der Wohnung. Sie markierte direkt die WTA und den Internationalen Tennisverband und kritisierte die Regelung, die es russischen und belarussischen Spielern weiterhin erlaubt, unter neutralem Status an internationalen Turnieren teilzunehmen.

Die Ukrainerin erklärte den beiden Organisationen, die Bilder zeigten „die wahre Bedeutung eurer ‚Neutralität‘“. Durch ihre Botschaft wurde das erhaltene Roland-Garros-Handtuch von einem gewöhnlichen Tennis-Souvenir zu einem brutalen Symbol für die Spaltung hinsichtlich der Reaktion des Sports auf den Krieg.

Die Nationalmannschaften Russlands und Weißrusslands sind weiterhin von internationalen Mannschaftswettbewerben ausgeschlossen. Die ITF bestätigte im Mai 2026, dass die gegen die beiden nationalen Verbände verhängten Sperren nach wie vor in Kraft sind. Einzelne Spielerinnen und Spieler nehmen jedoch weiterhin ohne ihre Nationalflaggen an Wettkämpfen teil.

Die WTA und die ATP haben die russische Invasion bereits zuvor verurteilt, gleichzeitig aber das Recht einzelner Athleten auf Teilnahme bekräftigt. In einer gemeinsamen Erklärung zu Wimbledon begrüßten die beiden Touren die Rückkehr russischer und belarussischer Spieler und argumentierten, dass diese Regelung die Fairness im Sport wahre.

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Yastremskas Fotografien konfrontieren diese Haltung nun mit einer Realität, die sich mit keiner noch so sorgfältig formulierten Erklärung leicht erfassen lässt. Auf der einen Seite des Spielfelds bedeutet Neutralität, dass Einzelpersonen antreten dürfen, ohne ihr Land offiziell zu vertreten. Auf der anderen Seite bedeutet es, dass eine ukrainische Spielerin auf die Überreste des Hauses ihrer Familie blickt, während sie gemeinsam mit Sportlern aus den Ländern auf Tour ist, die sie für dessen Zerstörung verantwortlich macht.

Der Krieg hat ihre Familie bereits erreicht

Es war nicht das erste Mal, dass ein russischer Angriff Yastremskas Angehörige traf. Auch das Wohnhaus ihrer Großmutter in Odessa wurde bei einem Angriff um Silvester 2024 beschädigt.

Seit Beginn der groß angelegten Invasion hat sich Yastremska konsequent geweigert, ihren russischen und belarussischen Gegnerinnen die Hand zu geben. Diese Geste hat bei Turnieren gelegentlich zu unangenehmen Szenen geführt, doch die Ukrainerin vertritt weiterhin die Ansicht, dass normale sportliche Traditionen nicht einfach fortgeführt werden können, solange Angriffe auf ihr Land Teil des Alltags sind.

Andere ukrainische Spielerinnen haben dieselbe psychische Belastung beschrieben. Anfang 2026 schlug Berichten zufolge eine Rakete etwa 100 Meter vom Haus der Eltern von Marta Kostyuk in Kiew entfernt ein, kurz bevor sie bei den French Open antrat. Elina Svitolina beschrieb anschließend die Angst, im Ausland an Turnieren teilzunehmen, während sie wusste, dass Verwandte zu Hause von einem Angriff getroffen werden könnten, wie die WTA ausführlich berichtete.

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Das Foto aus Yastremskas Wohnung hat diesem Konflikt nun ein einziges, eindringliches Bild verliehen. Ein Roland-Garros-Handtuch lag noch in den Trümmern, doch die Wohnung drumherum war verschwunden. Für Yastremska sieht so die Neutralität des Tennissports von der ukrainischen Seite des Platzes aus.

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