Gary Wilson spricht offen über Yips nach Crucible,Aus gegen Judd Trump
Laut dem Bericht von Anthony Evans, Craig Swan und Kieran Horn im Express reagierte Wilson verärgert auf die Einschätzung, er habe stark begonnen und dann nachgelassen. Nachdem er 4-1 geführt hatte, verlor der 40,Jährige die Kontrolle über das Match und unterlag Trump in der ersten Runde im Crucible mit 10-5.
Wilson sagte, es gehe nicht um fehlende Ruhe oder schlechte Entscheidungen, sondern um einen langjährigen Kampf mit den Yips, der sowohl sein Timing als auch seine Stoßbewegung beeinträchtige. In einem bemerkenswert offenen Interview nach dem Match erklärte er, er versuche seit Jahren, das Ausmaß des Problems zu verbergen, und habe das Gefühl, dass viele im Snooker die Situation noch immer missverstehen.
Wilson wirft Experten fehlendes Verständnis vor
Wilson richtete seine Frustration nicht nur gegen die Niederlage, sondern auch gegen die Art, wie über seine Form gesprochen wird. Er sagte, Spieler, Kommentatoren und andere Stimmen im Snooker müssten eigentlich den Unterschied kennen zwischen einem Spieler, der die Konzentration verliert, und einem, der mit einem technischen Problem kämpft, das sich tief festgesetzt hat.
Er beschrieb, dass er während der Matches ständig versuche, die Probleme zu kaschieren. Die Bälle könnten zwar noch fallen, doch sein Stellungsspiel leide, weil viele Stöße nicht sauber kämen. Sein Punkt war klar, von außen könne ein Frame normal wirken, während sich für den Spieler intern alles falsch anfühle.
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Deshalb wehrte er sich gegen Begriffe wie Ruhe und Shot Selection. Aus Wilsons Sicht greifen solche Erklärungen zu kurz bei einem Problem, das längst nicht mehr nur nervlich ist, sondern auch körperlich geworden ist.
Ein Problem, das laut Wilson immer schlimmer wird
Wilson stellte einen Bezug zu früheren Phasen seiner Karriere her, darunter auch zu seinem Lauf bis ins Halbfinale der Weltmeisterschaft 2019. Schon damals habe er mit bestimmten Stößen gehadert, sagte er, aber inzwischen sei das Problem deutlich gravierender.
Er erklärte, dass eine Form der Yips dazu führen könne, dass ein Spieler den Queue gar nicht mehr sauber durch den Ball führe. Bei ihm sei es anders, er gehe zu schnell durch den Stoß, fast so, als wolle er die Aktion nur hinter sich bringen, und genau dadurch werde die Bewegung unkontrollierbar. Wenn sich dieses Muster einmal festsetze, werde es eher zur Gewohnheit als zu einem vorübergehenden Formtief.
Laut dem Match Centre der World Snooker Tour begann Wilson gegen Trump tatsächlich stark, ehe das Match dann klar kippte. Seine Aussagen nach der Niederlage machten jedoch deutlich, dass er diese Anfangsphase keineswegs als Beleg dafür sah, dass sein Spiel in guter Verfassung gewesen sei.
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Für Trump geht es weiter, für Wilson bleibt die Grundsatzfrage
Laut der Turnierberichterstattung von TNT Sports zog Trump nach neun der letzten zehn Frames ins Achtelfinale ein. Auf dem Papier war es eine starke Reaktion des Weltranglistenersten nach einem wackligen Beginn.
Für Wilson lag die größere Geschichte jedoch nicht im Ergebnis selbst. Sein Interview lenkte den Blick auf ein Problem, das sich nicht zwischen zwei Sessions beheben lässt und auch nicht einfach als schlechter Tag abgetan werden kann. Er sprach wie ein Spieler, der genau weiß, was nicht stimmt, dessen Arm aber dennoch nicht das tut, was der Kopf vorgibt.
Dadurch wirkte sein Aus schwerer als eine gewöhnliche Niederlage in Runde eins. Trump ist im Turnier weiter. Wilson verließ die Bühne weiter auf der Suche nach einem Weg, seinem eigenen Spiel wieder zu vertrauen.
Quellen: Express, World Snooker Tour, TNT Sports
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