Das berüchtigtste Objekt des Fußballs sollte die Rekordbücher neu schreiben. Es kam anders. Der Ball, den Maradona im WM-Viertelfinale 1986 an Peter Shilton vorbeifaustete, wurde am Samstag bei Heritage Auctions für 3,35 Millionen Dollar (2,5 Millionen Pfund) versteigert, weit unter dem eigenen Schätzwert des Auktionshauses von mindestens 10 Millionen Dollar.
Das ist rund ein Drittel dessen, was Maradonas Spieltrikot von demselben Nachmittag in Mexiko-Stadt 2022 bei Sotheby’s einbrachte. Das Trikot ging dort für knapp 9,3 Millionen Dollar weg.
Heritage hatte den Ball auf einem ganz anderen Niveau angesetzt. Der Spezialist Mike Provenzale hatte den Adidas Azteca als „wohl bedeutendstes Fußballstück, das existiert“ bezeichnet, und der Schätzwert war entsprechend hoch. Am Ende fiel der Hammer nur 850.000 Dollar über dem Eröffnungsgebot von 2,5 Millionen Dollar.
36 Jahre in Tunesien
Der Ball verbrachte den größten Teil seines Lebens in Nordafrika. Ali Bin Nasser, der tunesische Schiedsrichter, der das Hand-Gottes-Tor gelten ließ und anschließend miterlebte, wie Maradona jenes Tor erzielte, das die FIFA später zum Tor des Jahrhunderts wählte, nahm den Ball nach dem Schlusspfiff mit nach Hause und behielt ihn 36 Jahre lang, bevor er ihn zum ersten Mal verkaufte.
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Dieser erste Verkauf bei Graham Budd Auctions in London 2022 brachte 1,74 Millionen Pfund (2,37 Millionen Dollar) ein. Ein zweiter Verkaufsversuch scheiterte 2023, als die Gebote bei 2,04 Millionen Dollar stehen blieben, unter dem Mindestpreis.
Unter dem Rekord für einen Sportball
Der Samstagspreis übertrifft immerhin den ersten Londoner Verkauf. Vom Auktionsrekord für einen Sportball bleibt er dennoch deutlich entfernt. Diesen hält Shohei Ohtanis 50. Home-Run-Ball aus dem Jahr 2024, der 4,392 Millionen Dollar erzielte.
Argentiniens 2:1-Viertelfinalsieg gegen England am 22. Juni 1986 zählt weiterhin zu den am häufigsten wiederholten 90 Minuten der Sportgeschichte, vor allem wegen der beiden Tore, die derselbe Spieler innerhalb von vier Minuten mit demselben Ball erzielte. Das erste faustete er an Shilton vorbei ins Netz, und Bin Nasser ließ es gelten. Das zweite war ein Lauf an fünf englischen Verteidigern vorbei, über den seitdem gestritten wird.
Maradona beschrieb das Handspiel-Tor als „ein bisschen mit dem Kopf Maradonas und ein bisschen mit der Hand Gottes“ erzielt. Der Satz hat ihn überlebt. Das Trikot, das er an jenem Nachmittag trug, ist noch immer fast dreimal so viel wert wie das, was der Ball, den er ins Netz faustete, am Samstag bei der Auktion einbrachte.
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