Carragher erklärt seine jahrelangen Zweifel
Manchester City wurde von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. Auch drei der vier Vorwürfe bezüglich der Zusammenarbeit mit der Untersuchung wurden bestätigt, während City weiterhin jedes Fehlverhalten bestreitet und Einspruch einlegen will.
Für Jamie Carragher war das grundlegende Ergebnis dennoch keine große Überraschung. Laut dem Bericht von Sky Sports über Carraghers Reaktion erklärte er: „Ich habe immer geglaubt, dass sie aus zwei einfachen Gründen schuldig sind.“
Sein erster Zweifel betraf die kommerziellen Einnahmen von Manchester City. Carragher hielt es nach eigener Aussage nie für glaubwürdig, dass City in diesem Zeitraum kommerzielle Einnahmen auf einem ähnlichen Niveau wie global etablierte Klubs wie Manchester United, Liverpool oder Real Madrid erzielen konnte.
Sein zweites Argument betrifft die Dauer des Verfahrens. City hat wiederholt erklärt, über überwältigende Beweise für die eigene Unschuld zu verfügen, doch Carragher fragt sich, weshalb der Streit über viele Jahre fortgeführt wurde, wenn diese Beweise tatsächlich so eindeutig seien.
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Er will City die Titel aberkennen
Carraghers Forderungen gehen deutlich über Zustimmung zum Urteil hinaus. Er ist der Ansicht, dass die Trophäen, die Manchester City während des von den schwerwiegenden Verstößen betroffenen Zeitraums gewann, aus der offiziellen Erfolgsbilanz des Klubs gestrichen werden sollten.
Zwischen 2009/10 und 2017/18 gewann City drei Meisterschaften, einen FA Cup, drei League Cups und einen Community Shield. Carragher fordert jedoch nicht automatisch, diese Titel nachträglich an die jeweils Zweitplatzierten zu vergeben, da eine Jahre später überreichte Medaille nach seiner Ansicht das ursprüngliche Gefühl eines Titelgewinns nicht ersetzen könnte.
Seine Kritik richtet sich deshalb auch darauf, was gegnerischen Spielern und Fans möglicherweise genommen wurde. Die entscheidenden Momente eines Titelgewinns lassen sich Jahre später nicht rekonstruieren, unabhängig davon, wie die Behörden letztlich mit den historischen Trophäen umgehen.
Carragher stellt die Eigentümer infrage
Carragher glaubt außerdem, dass eine mögliche Strafe nicht ausschließlich Manchester City als Fußballklub treffen sollte. Für ihn liegt die Verantwortung bei den Personen an der Spitze der Organisation, weshalb er offen infrage stellt, ob die aktuelle Eigentümerstruktur nach den Feststellungen der Kommission im englischen Fußball bleiben kann.
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„Ich weiß nicht, wie die Eigentümer im englischen Fußball weitermachen können“, erklärte Carragher. Manchester City selbst werde mit seinen Fans, Spielern und zukünftigen Mannschaften weiterbestehen, doch der Imageschaden lasse sich seiner Ansicht nach kaum von den damaligen Verantwortlichen trennen.
Die Kommission stellte fest, dass City kommerzielle Vereinbarungen nutzte, die als „Scheinverträge“ bezeichnet wurden, um Einnahmen künstlich zu erhöhen und Kosten zu reduzieren. Laut der offiziellen Erklärung der Premier League verbesserten diese Konstruktionen die ausgewiesene Finanzlage des Klubs im betroffenen Zeitraum um mehr als 900 Millionen Pfund.
City kämpft weiter gegen das Urteil
Manchester City weist die Schlussfolgerungen entschieden zurück. In seiner offiziellen Reaktion auf das Urteil erklärte der Klub, umfangreiche und unwiderlegbare Beweise würden die eigene Position stützen, und kündigte an, sämtliche verfügbaren Einspruchsmöglichkeiten zu nutzen.
Eine Strafe wurde bislang nicht festgelegt. Damit gibt es aktuell weder eine offizielle Entscheidung über die Aberkennung von Titeln noch über Konsequenzen für die Eigentümer, während auch das eigentliche Urteil noch Gegenstand des Einspruchsverfahrens sein wird.
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Für Carragher bestätigen die veröffentlichten Feststellungen dennoch Zweifel, die er nach eigener Aussage schon lange hatte. Seine Forderungen würden weit über eine Geldstrafe oder einen Punktabzug hinausgehen und sowohl Citys sportliches Vermächtnis als auch die damalige Führung treffen.
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