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Neue Hiobsbotschaft für Infantino

Die FIFA nutzte ein internes Steuerausgleichssystem, das für versetzte Mitarbeiter gedacht war, um rund 4 Millionen Dollar der US-Steuerschuld von Präsident Gianni Infantino zu decken. Die Entscheidung fiel bei einer…

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Vier Monate vor einer Präsidentschaftswahl, bei der er voraussichtlich ohne Gegenkandidaten antreten wird, hat Gianni Infantino in weniger als einem Monat bereits die zweite Enthüllung über seine Bezahlung zu verkraften.

Neue Recherchen der New York Times und von Le Monde, die diese Woche aufgegriffen wurden, berichten, dass die FIFA bis Ende 2026 rund 4 Millionen Dollar von Infantinos US-Steuerschuld übernommen haben wird. Die Regelung erstreckt sich auf die drei Steuerjahre, die er im Vorfeld der diesjährigen Weltmeisterschaft von Miami aus gearbeitet hat.

Das Steuerausgleichssystem der FIFA sollte in die USA versetzte Mitarbeiter davor schützen, mehr Einkommensteuer zu zahlen als in ihrem Heimatland. Laut der Berichterstattung war es ausschließlich für Angestellte des Verbands gedacht, nicht für gewählte Funktionäre.

Ein kleines Vergütungskomitee der FIFA winkte die Steuerübernahme für Infantino bei einer Sitzung in Bangkok im Mai 2024 durch. Die Entscheidung wurde nie in den offiziellen Unterlagen der Organisation festgehalten, und mindestens ein hochrangiger Funktionär soll sowohl die Berechnung, nach der Infantino nichts zu seiner US-Steuerschuld beisteuern müsse, als auch die damit verbundene Außenwirkung in Frage gestellt haben.

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Bruno Chiomento, Vorsitzender des FIFA-Komitees für Governance, Audit und Compliance und seit rund 20 Jahren mit Infantino bekannt, argumentierte, die FIFA habe sich bereits verpflichtet, für etwa ein Dutzend für das Turnier in die USA entsandte Mitarbeiter die Steuern auszugleichen, und der Präsident sei genauso zu behandeln. Die übrigen Komiteemitglieder stimmten rasch zu.

Chiomento selbst geriet in denselben Berichten ins Blickfeld: VIP-Zugang zu WM-Spielen und ein Gehalt, das in Schweizer Franken statt in Dollar ausgezahlt wird und ihm einen Wechselkursvorteil verschafft.

Infantino wohnt seit rund drei Jahren in einer 27 Millionen Dollar teuren Villa am Wasser in Miami, die dem ehemaligen Google-Chef Eric Schmidt gehört. 2023 war er aus der Schweiz übergesiedelt.

Die FIFA erklärte in einer Stellungnahme, es seien „sämtliche internen Vorschriften und Prozesse der FIFA sowie alle geltenden Gesetze eingehalten worden“.

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Die zweite Enthüllung über seine Bezahlung

Die Berichte zur Steuerübernahme erscheinen drei Wochen nach einer separaten Enthüllung über Infantinos Vergütung, die am 12. Oktober erstmals von The Times in London veröffentlicht wurde.

Jene Recherche zeigte, dass Infantino 2024 1,72 Millionen Dollar von FWC2026 US Inc. erhielt, der gemeinnützigen Gesellschaft zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft. Der Betrag wurde im IRS-Formular 990 der Organisation als Vergütung an den FIFA-Präsidenten ausgewiesen, tauchte aber nie im eigenen Geschäftsbericht der FIFA auf. In der Summe enthalten waren 626.229 Dollar an „sonstiger meldepflichtiger Vergütung“, die Berichten zufolge die Miete für seine Residenz in Miami abgedeckt haben soll.

Sein reguläres FIFA-Gehalt samt Zusatzleistungen belief sich 2024 auf rund 4,86 Millionen Dollar.

Artikel 43, Absatz 13 der FIFA-Statuten schreibt vor, dass die individuelle Vergütung des Präsidenten öffentlich zu machen ist. Miguel Maduro, ehemaliger Vorsitzender des Governance-Komitees der FIFA, sagte, die Konstruktion wirke wie „ein klarer Verstoß gegen die Regeln, wenn er von FIFA-nahen Gesellschaften weitere Beträge erhält und dies nicht offengelegt wird“.

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Die FIFA wies auch bei dieser Enthüllung jedes Fehlverhalten zurück und erklärte, sie „zahlt dem FIFA-Präsidenten kein zweites Gehalt und erfüllt sämtliche Berichtspflichten in Bezug auf Vergütungen“.

Abstimmung in Vancouver im März

Infantino kandidiert beim FIFA-Kongress am 18. März 2027 in Vancouver für eine vierte Amtszeit. Bislang hat sich kein Gegenkandidat erklärt.

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