Nach der Landung wurde es plötzlich still
Für einige Minuten mussten die Las Vegas Raiders mit dem Schlimmsten rechnen.
Jeanty verletzte sich am Ende des Sonntagstrainings während einer Elf-gegen-elf-Phase. Der Running Back versuchte, einen Pass von Quarterback Kirk Cousins im Sprung zu fangen, landete unglücklich und blieb anschließend liegen. Laut CBS Sports‘ Bericht direkt vom Raiders-Training stoppten seine Teamkollegen praktisch sofort ihre Bewegungen und beobachteten, wie die medizinische Abteilung Jeanty behandelte.
Anschließend musste der 22-Jährige vom Feld begleitet werden und konnte sein rechtes Bein nicht belasten. Die komplette Mannschaft ging schließlich auf ein Knie, während Jeanty aus der Trainingshalle gebracht wurde.
Die Bilder ließen zunächst eine schwere Knie- oder Unterschenkelverletzung befürchten. Las Vegas veröffentlichte unmittelbar nach dem Training keine Diagnose. Head Coach Klint Kubiak soll erst am Dienstag wieder mit den Medien sprechen.
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Einige Stunden später folgten deutlich bessere Nachrichten.
Erste Diagnose deutlich weniger dramatisch
Quellen von ESPN-Reporter Adam Schefter und NFL-Network-Insider Ian Rapoport zufolge soll Jeanty eine Knöchelverstauchung erlitten haben. Wie lange er ausfällt, ist weiterhin unklar, die Verletzung gilt nach aktuellem Stand jedoch nicht als langfristiges Problem.
Im Vergleich zu den ersten Befürchtungen ist das eine erhebliche Erleichterung.
Entscheidend bleibt allerdings, um welche Art von Verstauchung es sich handelt. Bislang wurde nicht bestätigt, ob Jeanty eine sogenannte High Ankle Sprain erlitten hat oder eine weniger schwere Verletzung. Der Unterschied kann für die Länge einer Pause erheblich sein.
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Die Raiders selbst hatten am Montagmorgen noch keine detaillierte medizinische Mitteilung veröffentlicht. Eine konkrete Rückkehrprognose wäre deshalb derzeit nicht belastbar.
Fest steht nur: Eine langfristige schwere Verletzung scheint Jeanty nach den ersten Informationen vermieden zu haben. Ob er zum Saisonstart einsatzbereit ist, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Jeanty ist längst das Zentrum des Laufspiels
Genau deshalb beschäftigt die Verletzung die Raiders besonders.
Las Vegas wählte Jeanty 2025 an sechster Stelle des NFL Drafts. Nach seiner außergewöhnlichen College-Karriere bei Boise State sollte er praktisch sofort zum Mittelpunkt des neuen Laufspiels werden.
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Seine Rookie-Saison bestätigte das Potenzial. Laut NFL.com’s Bericht zu Jeantys Verletzung kam er auf 1.321 Yards from Scrimmage. Davon waren 975 Rushing Yards. Zusätzlich erzielte Jeanty zehn Touchdowns, fünf als Läufer und weitere fünf als Passempfänger.
Gerade seine Rolle im Passing Game sollte in seiner zweiten Saison weiter wachsen. In der Vorbereitung arbeitete er intensiv daran, komplexere Routes zu laufen und nicht nur über Screens und kurze Swing-Pässe eingebunden zu werden. Bereits als Rookie fing er 55 Pässe für 346 Yards.
Die Verletzung entstand damit ausgerechnet bei einer Aktion, die einen wichtigen Teil seiner Weiterentwicklung zeigen sollte.
Raiders hatten Jeanty bereits geschont
Eigentlich hatte Las Vegas im August bewusst versucht, das Verletzungsrisiko für seine wichtigsten Spieler zu minimieren.
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Im ersten Preseason-Spiel gegen Arizona kam Jeanty nur kurz zum Einsatz und lief bei drei Versuchen für 16 Yards. Gegen Houston wurde er anschließend gemeinsam mit den meisten etablierten Startern vollständig geschont. Laut Associated Press gehörte dies zur Strategie der Raiders, Leistungsträger möglichst gesund in die Regular Season zu bringen.
Nun passierte die Verletzung stattdessen in einer normalen Trainingseinheit.
Selbst bei einer günstigen weiteren Diagnose gibt es praktisch keinen sportlichen Grund, Jeanty noch einmal in der Preseason einzusetzen. Las Vegas bestreitet am Donnerstag sein letztes Vorbereitungsspiel gegen die San Francisco 49ers. Für die Running Backs hinter Jeanty erhält diese Partie nun deutlich größere Bedeutung.
Mike Washington Jr. rückt sofort in den Fokus
Vor allem Rookie Mike Washington Jr. könnte dadurch wesentlich mehr Verantwortung bekommen.
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Die Raiders wählten Washington in der vierten Draft-Runde aus Arkansas. In seinen ersten beiden Preseason-Spielen überzeugte er mit 119 Rushing Yards bei nur 15 Läufen. Zudem durfte er im Training bereits einzelne Wiederholungen mit der First-Team-Offense absolvieren.
NFL.com sieht Washington ebenfalls als wahrscheinlichsten Kandidaten für die Rolle als erster Running Back, falls Jeanty tatsächlich Spiele verpasst. Im Kader stehen außerdem Dylan Laube, Roman Hemby und der erfahrene Dare Ogunbowale. Washington hat sich mit seinen bisherigen Leistungen jedoch an die Spitze dieser Gruppe gespielt.
Für Las Vegas sind die nächsten Schritte deshalb konkret.
Die Untersuchungen müssen zunächst zeigen, wie schwer Jeantys Knöchel tatsächlich verletzt ist. Gleichzeitig dürfte Washington ab sofort deutlich mehr Snaps mit Cousins und der ersten Offensive erhalten.
Bis zum ersten regulären NFL-Sonntag bleiben den Raiders noch ungefähr drei Wochen. Entscheidend ist deshalb nicht, dass die erste Diagnose erleichternd klingt, sondern ob Jeanty rechtzeitig wieder laufen, schneiden und Kontakt absorbieren kann.
Solange diese Fragen offen sind, muss Las Vegas Washington auf einen möglichen Start in Week 1 vorbereiten.



