UEFA nimmt die Reserven ins Visier
Die UEFA will, dass die FIFA nach dem Scheitern des umstrittenen Projekts FIFA Forward Enterprise einen Teil ihrer milliardenschweren Reserven an die nationalen Fußballverbände ausschüttet.
Der zurückgezogene Vorschlag hätte privaten Investoren für 4,2 Milliarden Dollar einen Anteil von 20 Prozent an einer neuen kommerziellen Tochtergesellschaft verschafft. Diese sollte Rechte rund um die Weltmeisterschaft und weitere große FIFA-Wettbewerbe verwalten.
Gianni Infantino hatte argumentiert, externe Investitionen könnten die Entwicklungsgelder erhöhen. Die UEFA fragt nun, weshalb privates Kapital überhaupt notwendig gewesen sein soll, obwohl die FIFA bereits über Milliarden verfügt.
Laut der offiziellen Erklärung der UEFA gehören diese Reserven den FIFA-Mitgliedsverbänden. Gemeinsam mit anderen Konföderationen will die UEFA deshalb prüfen, wie ein Teil des Geldes verantwortungsvoll freigegeben werden kann, ohne die finanzielle Stabilität der FIFA zu gefährden.
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Der Vorschlag wurde von der FIFA bislang nicht beschlossen. Auch ein konkretes Verteilungsmodell liegt noch nicht vor.
Rekordeinnahmen verändern die Debatte
Die finanzielle Größe der FIFA verleiht dem Vorstoß erhebliche politische Bedeutung.
Wie Associated Press berichtet, könnte die FIFA nach der Weltmeisterschaft 2026 über Barreserven von rund fünf Milliarden Dollar verfügen. Die Einnahmen des gesamten Geschäftszyklus 2023 bis 2026 sollen einen Rekordwert von 15 Milliarden Dollar erreichen.
Dabei handelt es sich um eine Erwartung für das Ende des Zyklus, nicht um den bereits bestätigten aktuellen Kontostand.
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Für kleinere Verbände haben Entwicklungsgelder enorme Bedeutung. Viele finanzieren damit Infrastruktur, Nachwuchsprogramme, Frauenfußball und Verwaltung.
Eine transparente und regelgebundene Ausschüttung könnte verhindern, dass ein FIFA-Präsident Entwicklungsgelder wie eine persönliche Gefälligkeit präsentiert.
Neues Finanzmodell erhält Unterstützung
Der niederländische Verband KNVB schlägt vor, dass die FIFA künftig bis zu 90 Prozent ihrer verfügbaren Einnahmen wieder in den Fußball investiert.
Das Geld soll nach klaren Regeln in Jugend- und Frauenfußball, Trainer, Schiedsrichter, Anlagen und nationale Verbände fließen.
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Der Machtkampf um die FIFA wird damit auch zu einem Kampf um ihre Milliarden. Vor der Präsidentschaftswahl im März 2027 könnte die Verteilung des Geldes zu einem zentralen Wahlkampfthema werden.
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