Brennan vermisst konkrete Veränderungen
Matthew Brennan vom Team Visma–Lease a Bike hat den Umgang des Radsports mit dem Tod seines Freundes Finlay Tarling scharf kritisiert. Nach Ansicht des Briten sind seit dem tödlichen Unfall des 19-Jährigen keine ausreichenden Veränderungen umgesetzt worden.
Tarling kam am 14. August bei einer Kollision während der achten Etappe der Portugal-Rundfahrt ums Leben. Brennan verfolgte die Beerdigung seines Freundes am 17. September in Aberystwyth und fragte sich anschließend, warum die Tragödie keine deutlichere Reaktion der Verantwortlichen ausgelöst hatte.
„Es ist so traurig, dass wir einen so besonderen Menschen verloren haben und sich trotzdem nichts geändert hat“, sagte Brennan in Äußerungen, die von Domestique wiedergegeben wurden. „Ich finde das wirklich beschämend.“
TV 2 Sport berichtete über die Kritik des 21-Jährigen und seine Frustration darüber, dass Rennen ohne die grundlegenden Änderungen fortgesetzt werden, die er für notwendig hält.
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Der Unfall zeigte eine Lücke in der Streckensicherung
Tarling, der für das NSN Development Team fuhr, versuchte auf einer Abfahrt zum Hauptfeld zurückzukehren, als er mit einem entgegenkommenden Kleintransporter kollidierte, der nicht zum Rennen gehörte. Berichten zufolge hatte dessen Fahrer das Peloton vorbeigelassen und anschließend angenommen, die Straße sei wieder frei.
Die Strecke war nicht vollständig gesperrt. Stattdessen galt eine wandernde Straßensperrung, die sich mit dem Rennen bewegte. An der betreffenden Einmündung stand kein Polizeibeamter, wodurch insbesondere zurückliegende Fahrer einem erheblichen Risiko ausgesetzt waren.
Das Team bestätigte Tarlings Tod in einer offiziellen Mitteilung und zog sich anschließend von den verbleibenden Etappen der Portugal-Rundfahrt zurück.
Brennans Sorgen erhielten durch weitere Vorfälle zusätzliches Gewicht. Maeve Plouffe traf bei der Tour of Britain Women nach einem Defekt auf öffentlichen Verkehr. Louis Leidert begegnete beim Zeitfahren der Sauerlandrundfahrt sogar zweimal Autos auf der Strecke.
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Eine unabhängige Stelle soll Verantwortung schaffen
Brennan fordert eine unabhängige Organisation, die Veranstalter, Teams und den Radsport-Weltverband UCI an klare und durchsetzbare Sicherheitsregeln bindet.
Eine solche Instanz würde über allgemeine Empfehlungen hinausgehen. Sie könnte eingreifen, wenn ein Veranstalter nicht das gesamte Fahrerfeld schützt, einschließlich der Athleten, die hinter das Peloton oder die Rennkolonne zurückgefallen sind.
Völlig untätig ist die UCI allerdings nicht geblieben. In einer offiziellen Sicherheitsmitteilung kündigte sie Pläne für eine Echtzeit-GPS-Ortung von Fahrern und Rennfahrzeugen bei professionellen Straßenrennen an. Außerdem sollen ab 2027 schrittweise neue, regelkonforme Zielabsperrungen eingeführt werden.
Bislang handelt es sich jedoch nicht um ein flächendeckend umgesetztes System. Brennans Kritik richtet sich deshalb vor allem gegen die Lücke zwischen Sicherheitsdebatten und verbindlichen Maßnahmen, die eine weitere Begegnung zwischen einem Rennfahrer und einem ungesicherten Fahrzeug verhindern könnten.
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