Sydney Sweeneys jüngste Werbekampagne hat Sportler, Fans und Kommentatoren gespalten, doch Sophie Cunningham hat die Debatte nun mit einer Stellungnahme weiter verkompliziert, in der sie die Werbung kritisiert, gleichzeitig aber die Frau verteidigt, die im Mittelpunkt steht.
Die WNBA-Spielerin gab zu, dass ihr Sweeneys Werbekampagne für die Sportwettenplattform Novig nicht besonders gefiel. Sie stellte deren Authentizität in Frage und konnte nachvollziehen, warum Sportlerinnen dies als frustrierend empfinden könnten, lehnte jedoch die gegen die Schauspielerin gerichtete persönliche Empörung ab.
Ihre Antwort ließ sich auf eine einzige, unverblümte Frage reduzieren: „Warum sind Mädchen wütend?“
Cunningham bezeichnet die Kampagne als unecht
Die Kampagne zeigt Sweeney in einer bewusst provokativen Bilderserie, wie sie mit Ausrüstung aus verschiedenen Sportarten posiert. Sie erregte schnell Aufmerksamkeit, stieß aber auch auf Kritik von Sportlerinnen, die der Meinung waren, dass Frauen im Sport dadurch auf ihr Aussehen reduziert würden.
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Cunningham konzentrierte sich zunächst darauf, ob die Partnerschaft sinnvoll war.
„Wettet sie überhaupt auf Sport? Das wirkt einfach so unecht“, sagte sie in einer Folge des Podcasts „No Hesitation“.
Die Spielerin der Indiana Fever machte deutlich, dass die Kampagne nicht ihrem persönlichen Geschmack entspreche. Sie argumentierte jedoch auch, dass Sweeney sich ein öffentliches Image aufgebaut habe, das auf Glamour basiere, und daher das Recht habe, ein lukratives Werbeangebot anzunehmen.
„Mach dein Ding, Schwester“, fügte Cunningham hinzu.
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Ihre Äußerungen, über die anschließend SportBible berichtete, waren daher weder eine uneingeschränkte Befürwortung noch eine vollständige Verurteilung. Cunningham missfiel die Umsetzung, doch sie weigerte sich, Sweeney für seine Teilnahme zu kritisieren.
Sportlerinnen sagen, die Werbung vermittle die falsche Botschaft
Die schärfste Kritik kam von Frauen, die auf höchstem sportlichem Niveau antreten. Die britische Sprinterin Amy Hunt, die Olympiasiegerin im Radsport Sophie Capewell und die vierfache Olympiasiegerin im Schwimmen Ariarne Titmus gehören zu denjenigen, die die Kampagne in Frage gestellt haben.
Sie argumentieren, dass Sportlerinnen seit Jahrzehnten darum kämpfen, dass ihre Leistungen mehr geschätzt werden als ihr Aussehen. Kritikerinnen und Kritiker weisen darauf hin, dass die Verwendung eines sexualisierten Bildes zur Vermarktung eines sportbezogenen Produkts die Gefahr birgt, genau jene Stereotypen zu verstärken, die sie eigentlich zu überwinden versuchen.
„The Guardian“ berichtete, wie mehrere Sportlerinnen darauf reagierten, indem sie Aufnahmen von Wettkämpfen und Trainingseinheiten unter dem Motto „So sehen Frauen im Sport aus“ veröffentlichten.
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Cunningham sagte, sie könne diese Reaktion nachvollziehen. Der Frauensport hat für mehr Respekt, finanzielle Unterstützung und Medienpräsenz gekämpft, und ein Werbespot, der in erster Linie auf körperliche Attraktivität setzt, kann wie ein Rückschritt wirken.
Ihre Meinungsverschiedenheit betrifft das Ziel des Zorns. Nach Cunninghams Ansicht ist es möglich, die Kampagne abzulehnen, ohne Sweeney so zu behandeln, als hätte sie alle Sportlerinnen verraten.
Die Debatte nahm schnell politische Züge an
Die Kontroverse ist zudem mit der politischen Situation beider Frauen verflochten.
Cunningham hat bereits zuvor argumentiert, dass Transgender-Frauen nicht in den Frauen-Sportklassen antreten sollten. Diese Haltung hat zu Protesten vor WNBA-Spielen geführt und einige Medien dazu veranlasst, sie als transfeindlich zu bezeichnen.
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Cunningham weist diese Darstellung zurück. Sie erklärt, bei ihrer Haltung gehe es um Fairness im Wettkampf und den Schutz der Frauenkategorien, betont jedoch gleichzeitig, dass sie Transgender-Personen nicht hasse. ESPN berichtete, dass es bei mehreren Spielen der Indiana Fever sowohl Demonstrationen gab, die ihre Ansichten unterstützten, als auch solche, die sich dagegen richteten.
Sweeney sah sich einer anderen Form politischer Kritik ausgesetzt. Aus öffentlichen Wahlaufzeichnungen geht Berichten zufolge hervor, dass sie sich 2024 in Florida als Republikanerin registriert hat. Die Registrierung ist jedoch kein Beweis dafür, wie sie gewählt hat, und die Schauspielerin hat sich öffentlich weder für Donald Trump noch für einen anderen Präsidentschaftskandidaten ausgesprochen.
Diese Einzelheiten haben einige Kommentatoren dazu veranlasst, Cunninghams Reaktion als politische Solidarität zu interpretieren. Ihre vollständigen Äußerungen stützen eine derart vereinfachte Schlussfolgerung jedoch nicht. Sie stellte die Echtheit der Anzeige in Frage, räumte die Bedenken der Sportler ein und verteidigte anschließend Sweeneys Recht, ihre eigene Entscheidung zu treffen.
Eine Anzeige hat eine weitaus größere Kluft offenbart
Bei diesem Streit geht es nicht mehr nur um eine einzelne Kampagne. Es ist zu einer Debatte darüber geworden, wer Frauen im Sport vertreten darf und ob Glamour, Sportlichkeit und persönliche Entscheidungen nebeneinander bestehen können, ohne dass das eine das andere untergräbt.
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Cunningham war zuvor als professionelles Model tätig, hat sich dabei aber stets als ernsthafte Sportlerin präsentiert. Diese Erfahrung scheint ihre Haltung geprägt zu haben. Sie ist der Ansicht, dass Frauen verschiedene Ausprägungen von Weiblichkeit leben können sollten, ohne dass von ihnen erwartet wird, sich einem bestimmten, allgemein akzeptierten Bild anzupassen.
Ihre Antwort dürfte wohl keine der beiden Seiten vollständig zufriedenstellen. Kritiker der Kampagne könnten den Eindruck haben, sie habe deren weitreichende Auswirkungen unterschätzt, während Sweeneys Verteidiger Einwände gegen ihre Bezeichnung der Kampagne als „unecht“ erheben könnten.
Genau dieses Unbehagen ist der Grund, warum ihre Äußerungen Aufmerksamkeit erregt haben. Cunningham hat sich nicht für die sicherste Seite der Debatte entschieden. Sie kritisierte die Kampagne, verteidigte die Schauspielerin und ließ die Empörung ungebrochen.



