Carlo Ancelotti

Ancelotti plant Brasiliens WM-Rückkehr: Neymars Schicksal und Vinícius Júniors Bürde

Carlo Ancelotti steht vor der Herausforderung, Brasilien zum WM-Titel zu führen, während er die Rollen von Vinícius Júnior und Neymar neu definiert.

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Carlo Ancelotti, der hochdekorierte italienische Taktiker, steht vor der immensen Herausforderung, Brasiliens zwei Jahrzehnte andauernde WM-Durststrecke zu beenden – eine Periode, die nun ihrer längsten ohne die begehrte Trophäe (1970-1994) entspricht. Im vergangenen Mai mit dem expliziten Ziel ernannt, einen sechsten Weltmeistertitel zu sichern, bringt der 66-Jährige einen glanzvollen Lebenslauf zur Seleção mit, darunter fünf Champions-League-Titel und Meisterschaftserfolge in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.

Mit 47 Jahren an der Spitze des Fußballs – 16 als Spieler und 31 als Cheftrainer – wird Ancelotti sein Engagement für Brasilien bis zur Weltmeisterschaft 2030 verlängern, zu welchem Zeitpunkt er 70 Jahre alt sein wird. Trotz der hohen Erwartungen an das weltweit sechstplatzierte Team behält Ancelotti eine klare Perspektive auf seine Rolle.

Die bevorstehende Bekanntgabe des WM-Kaders am 18. Mai rückt näher, wobei wichtige Entscheidungen zu treffen sind, insbesondere bezüglich zweier der prominentesten Stürmer Brasiliens: Vinícius Júnior und Neymar.

Vinícius Júniors zentrale Rolle

Ancelotti war maßgeblich an der Entwicklung von Vinícius Júnior auf Vereinsebene beteiligt, und er strebt an, diesen Erfolg mit der Nationalmannschaft zu wiederholen. Der 25-Jährige hat in 47 Länderspielen für Brasilien acht Tore erzielt, und Ancelotti ist bestrebt, den Druck auf ihn zu mindern.

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„Sehen Sie, die Verantwortung, die er für Brasilien trägt, ist enorm, besonders in letzter Zeit. Diese Verantwortung kann eine Bürde für ihn sein“, erklärte Ancelotti in einem Interview mit The Guardian in Rio de Janeiro. „Unsere Aufgabe in der Nationalmannschaft ist es, ihm etwas von dieser Last von den Schultern zu nehmen, damit er mit Freude, Energie und all seinen Qualitäten spielen kann. Ich sehe Vinícius so, wie ich ihn bei Real Madrid gesehen habe: ein spektakulärer Spieler und eine spektakuläre Persönlichkeit, der ein Spiel alleine entscheiden kann. Er wird für Brasilien bei der Weltmeisterschaft sehr wichtig sein. Aber die Nummer 1 sein? Der Starspieler? Wir brauchen keine Nummer 1. Wir können nicht alles auf nur einen Spieler konzentrieren. Wir müssen als Team denken. Das ist der einzige Weg, die Weltmeisterschaft zu gewinnen.“

Neymars bedingte Nominierung

Die mögliche Nominierung des erfahrenen Stürmers Neymar, 34, war ein wichtiger Punkt der öffentlichen Debatte. Er hat seit Oktober 2023 nicht mehr für die Seleção gespielt und 79 Tore für sein Land erzielt. Eine Umfrage des Datafolha-Instituts ergab, dass 53 % der Brasilianer Neymars Anwesenheit bei der Weltmeisterschaft wünschen, während 34 % dagegen waren und 13 % unentschlossen blieben.

Ancelottis Haltung ist unmissverständlich: „Neymars Nominierung hängt nur von ihm ab. Es hängt davon ab, was der Spieler auf dem Platz zeigt. Das ist ein sehr klares Kriterium und gilt nicht nur für Neymar. Bei den meisten Spielern muss man Talent und körperliche Verfassung beurteilen. Bei Neymar müssen wir nur seine körperliche Verfassung beurteilen, denn sein Talent steht außer Frage. Es hängt von ihm ab, nicht von mir.“

Brasiliens Vorbereitungen wurden auch durch Verletzungen wichtiger Spieler wie Éder Militão und Rodrygo beeinträchtigt, wobei Estêvão ebenfalls stark fraglich ist. Derweil hofft der 41-jährige Thiago Silva, der kürzlich mit Porto die portugiesische Liga gewann, auf seine fünfte Weltmeisterschaft. Ancelotti selbst wird seine vierte Weltmeisterschaft erleben, nachdem er 1986 und 1990 für Italien spielte und als Assistent von Arrigo Sacchi fungierte, als Italien das Finale von 1994 im Elfmeterschießen gegen Brasilien verlor.

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Brasilien trifft in seiner WM-Gruppe auf Marokko, Haiti und Schottland, während Ancelotti, mit einer aktuellen Bilanz von fünf Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen in 10 Spielen, bestrebt ist, die Trophäe nach Südamerika zurückzuholen.

Quellen: www.theguardian.com

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