Andrea Pirlo, eine Schlüsselfigur bei Italiens Weltmeisterschaftstriumph 2006, hat eine ernüchternde Einschätzung des aktuellen Zustands der Nationalmannschaft abgegeben und beschreibt sie als vom sich entwickelnden Landschaft des Weltfußballs „abgehängt“. Seine Kommentare kommen nur acht Wochen, nachdem die Azzurri in einem Qualifikations-Play-off-Finale eine demütigende Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bosnien und Herzegowina erlitten hatten, was ihr drittes aufeinanderfolgendes Scheitern bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft markiert.
„Es ist schon eine Weile her, dass der italienische Fußball in Bestform war. Der Fußball hat sich verändert, und leider sind wir abgehängt worden“, sagte Pirlo gegenüber SPORTbible. Der legendäre Mittelfeldspieler, dessen Weltmeisterkader von 2006 ein Durchschnittsalter von 26,7 Jahren aufwies – wobei Daniele De Rossi mit 22 Jahren der jüngste war – glaubt, dass eine radikale Veränderung in Mentalität und Spielerentwicklung längst überfällig ist. Er betonte die Notwendigkeit der Evolution und erklärte, dass Italien nicht länger an der „Mentalität von vor 20 Jahren“ festhalten kann, als sie als Meister der Organisation, Qualität und Taktik galten.
Eine neue Generation entsteht
Als Reaktion auf diese beispiellose Krise scheint die italienische Nationalmannschaft einen bedeutenden Generationswechsel einzuleiten. Interimstrainer Silvio Baldini hat ein klares Zeichen gesetzt, indem er einen bemerkenswert jungen Kader für die bevorstehenden Freundschaftsspiele gegen Luxemburg und Griechenland nominiert hat. Dieser neu formierte Kader hat ein Durchschnittsalter von nur 20 Jahren und sechs Monaten, ein starker Kontrast zu den erfahrenen Aufstellungen der Vergangenheit.
Zu denjenigen, die ihre erste Berufung in die A-Nationalmannschaft erhalten, gehören mehrere vielversprechende Talente:
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Borussia Dortmunds Teenager Samuele Inacio
Francesco Camarda
Francesco Pio Esposito
Davide Bartesaghi
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Romas Niccolò Pisilli
Pirlo äußerte sich optimistisch über diese Jugendbewegung und hofft, dass sie „einen neuen Zyklus“ für den italienischen Fußball eröffnen wird. Obwohl er einräumte, dass einige Spieler in die U21 zurückkehren könnten, glaubt er, dass andere die Qualität besitzen, sich in der Nationalmannschaft zu etablieren, und hob insbesondere Pisilli und Esposito als vielversprechende Talente hervor.
Champions-League-Finale verdeutlicht Talentlücke
Trotz der Hoffnung auf eine neue Generation scheute sich Pirlo nicht davor, die aktuelle Qualität italienischer Spieler auf der größten Bühne zu kritisieren. Angesichts des Champions-League-Finales zwischen Arsenal und Paris Saint-Germain, das diesen Samstagabend in Budapest stattfinden soll, beklagte Pirlo das Fehlen italienischer Talente, die auf diesem Elite-Niveau spielen könnten.
„Im Moment gibt es in Italien keine Spieler, die auf dem für ein Champions-League-Finale erforderlichen Niveau spielen könnten“, bekräftigte Pirlo. „Sie sind gute Spieler für die italienische Liga, aber im Moment haben wir leider keine Spieler, die diese große Identität haben, wie die, die ich erwähnt habe.“
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Pirlo, der Paris Saint-Germain nach deren Triumph im Vorjahr und dem Halbfinalsieg gegen Bayern eine 60-prozentige Chance auf den Finalsieg einräumt, nannte Spieler wie Vitinha und Declan Rice als Beispiele für die zentrale Mittelfeldstärke, die Italien derzeit fehlt. Er lobte Vitinha besonders als „Meister des Spiels“ mit großartiger Spielübersicht und hob die Fähigkeit des PSG-Mittelfeldspielers hervor, das Spiel konstant zu kontrollieren und sich aus schwierigen Situationen zu befreien.
Quellen: www.sportbible.com
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