Ein britischer Wildcard-Spieler schreibt Geschichte
Arthur Fery hat Wimbledon zur Geschichte seiner Karriere gemacht.
Der 23-jährige Brite, vor dem Turnier auf Platz 114 der Weltrangliste, erreichte das Herren-Halbfinale mit einem souveränen 6-4, 7-6(4), 6-0 Sieg über Flavio Cobolli auf dem Centre Court.
Laut dem Bericht des Guardian aus Wimbledon war Fery zuvor noch nie über die zweite Runde eines Grand Slams hinausgekommen. Nun ist er nur noch einen Sieg vom Wimbledon-Finale entfernt.
„Ich habe immer an mich geglaubt und daran, dass ich ein Top-Spieler der Welt sein könnte“, sagte Fery. „Offensichtlich ist ein Halbfinalist von Wimbledon etwas ganz Besonderes.“
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Er fügte hinzu: „Ich habe es Spiel für Spiel genommen. Ich habe nicht vorausgeschaut. Ich habe einfach jedes Match so gespielt, wie es kam. Und hier bin ich.“
Cobolli hatte keine Antwort
Das Ergebnis war nicht nur ein Schock. Es war eine Demontage.
Cobolli, der neunte Gesetzte und Weltranglistenzehnte, kam als höher platzierter Spieler und bekannterer Name. Doch Fery meisterte die Situation mit bemerkenswerter Ruhe.
Laut der Spielanalyse der LTA gewann Fery 22 von 29 Punkten am Netz und bestrafte Cobollis zweiten Aufschlag während des gesamten Matches.
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Die Zahlen erzählten die Geschichte des Drucks, den Fery erzeugte. Cobolli unterliefen 41 unerzwungene Fehler, während Fery nur 15 machte.
Der britische Wildcard-Spieler setzte zudem einen bemerkenswerten Trend fort, indem er einen weiteren Tie-Break gewann. Er hat nun alle fünf Tie-Breaks, die er dieses Jahr in Wimbledon gespielt hat, für sich entschieden – ein Zeichen dafür, wie gut er die größten Momente seines Laufs gemeistert hat.
Auf Ivanisevics Spuren
Ferys Leistung bringt ihn in seltene Gesellschaft.
Wie The Straits Times unter Berufung auf AFP berichtete, ist er der erste Wildcard-Spieler bei den Herren, der seit Goran Ivanisevic im Jahr 2001 das Wimbledon-Halbfinale erreicht hat.
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Ivanisevic gewann in diesem Jahr den Titel und schrieb damit eine der größten Geschichten in der Wimbledon-Historie.
Fery blickt nicht so weit voraus.
„Ich werde nicht zu viel spekulieren oder darüber nachdenken, wie das sein könnte“, sagte er. „Ich werde einfach weiter an mein Match am Freitag denken, und dann werden wir sehen, wie es läuft.“
Der Vergleich ist unvermeidlich, doch Ferys Lauf steht bereits für sich. Er ist erst der zweite Wildcard-Spieler bei den Herren in der Open Era, der das Wimbledon-Halbfinale erreicht hat.
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Zverev wartet im Halbfinale
Die Belohnung für Fery ist ein Halbfinale gegen Alexander Zverev.
Der deutsche an Nummer zwei gesetzte Spieler sicherte sich seinen Platz unter den letzten Vier mit einem 6-4, 6-4, 6-2 Sieg über Taylor Fritz und bereitete damit ein Aufeinandertreffen zwischen einem der Turnierfavoriten und der überraschenden Heimhoffnung vor.
Es ist eine enorme Steigerung der Gegnerschaft, doch Fery hat das Turnier damit verbracht, unwahrscheinliche Ergebnisse möglich erscheinen zu lassen.
Er hat Cobolli in diesem Jahr bereits zweimal geschlagen, unter anderem bei den Australian Open, und sagte, dieser frühere Sieg habe ihm geholfen zu glauben, dass er es auf der größten Bühne Wimbledons wieder schaffen könnte.
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Wimbledon hat einen neuen Publikumsliebling
Ferys Lauf hat die Zuschauer in seinen Bann gezogen, weil er so unerwartet ist.
Er ist kein etablierter Star. Er ging nicht als Anwärter ins Turnier. Er brauchte eine Wildcard, um überhaupt ins Hauptfeld zu kommen.
Nun ist er der letzte verbliebene britische Spieler im Einzel und nur noch ein Match vom Finale entfernt.
Für Wimbledon ist es die Art von Geschichte, die das Turnier immer liebt: ein Heimspieler, ein voll besetzter Centre Court und ein Lauf, der mit jeder Runde unwahrscheinlicher wird.
Ferys nächste Prüfung ist seine bisher größte.
Doch danach wird ihn niemand mehr als bloßen Wildcard-Spieler abtun.



