Die FIFA hat eine entschiedene Antwort auf die Kontroverse um Jude Bellinghams Ausgleichstreffer während Englands dramatischem Viertelfinalsieg bei der Weltmeisterschaft gegen Norwegen gegeben.
Norwegische Spieler und Betreuer waren der Meinung, dass ein weiter Abstoß von Ørjan Nyland kurz bevor England den Ausgleich zum 1:1 erzielte, eines der Kabel getroffen hatte, die das Kamerasystem über dem Spielfeld stützen.
Fernsehbilder zeigten, wie der Ball deutlich in Richtung Elliot Anderson absank, der den Ball aufnahm und den Angriff einleitete, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit Bellinghams Tor endete.
Norwegen protestierte sofort, doch Schiedsrichter Clément Turpin erkannte den Treffer an, und der Video-Schiedsrichterassistent griff nicht ein.
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Die FIFA hat nun erneut bekräftigt, dass ihre technischen Daten keine Anzeichen für einen Kontakt zwischen dem Ball und dem über dem Spielfeld verlaufenden Kabel zeigten.
FIFA weist Signaltheorie zurück
Laut dem Bericht der Sportschau zur FIFA-Stellungnahme registrierte der Sensor im Ball keinen Aufprall, während der Ball in der Luft war.
„Es gibt daher keine Anzeichen dafür, dass der Ball das Kabel berührt und die Flugbahn des Balles verändert hat“, erklärte die FIFA.
Der Weltverband wies auch Behauptungen zurück, der Ball sei zu hoch geflogen, als dass sein interner Sensor mit den um das Miami Stadium installierten Empfängern hätte kommunizieren können.
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„Das Signal war jederzeit verfügbar“, so die FIFA.
Sechzehn Empfänger, die unter dem Stadiondach positioniert waren, wurden verwendet, um die Kommunikation mit dem Spielball aufrechtzuerhalten. Die FIFA sagte, der Sensor habe Berührungen unmittelbar vor und nach dem strittigen Moment erfolgreich registriert, was die Schlussfolgerung stützt, dass das System aktiv geblieben war.
Die Organisation verwies auch auf Aufnahmen der Spidercam selbst.
„Es ist deutlich sichtbar, dass die Kamera weder bewegte noch wackelte“, fügte die FIFA hinzu.
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Hätte der Ball eines der tragenden Kabel getroffen, so die FIFA, hätte der Aufprall eine Bewegung oder Vibration im Kamerasystem ausgelöst.
Norwegen wütend über ungewöhnliche Flugbahn
Nyland zeigte sofort zum Dach, nachdem Bellingham getroffen hatte, während Mitglieder des norwegischen Trainerstabs die Offiziellen konfrontierten, als die Mannschaften zur Halbzeit das Feld verließen.
Norwegens Trainer Ståle Solbakken sagte später, mehrere Personen auf seiner Bank hätten den angeblichen Kontakt gesehen. Mittelfeldspieler Sander Berge war in seiner Kritik noch direkter.
„Es ist lächerlich, das mit dem Kabel“, sagte Berge, wie The Guardian in seiner Untersuchung des Vorfalls zitierte.
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Mehrere Kamerawinkel schienen zu zeigen, wie der Ball abrupt die Richtung wechselte. Andere legten jedoch nahe, dass er lediglich eine ungewöhnliche, aber ununterbrochene Flugbahn genommen hatte.
Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Mark Clattenburg sagte, das Spiel hätte unterbrochen werden müssen, wenn ein Kontakt stattgefunden hätte, mit der Begründung, dass der Vorfall überprüfbar gewesen wäre, da er Teil der Angriffsphase war, die zum Tor führte.
Was die Regeln besagen
Nach den Fußballregeln wird ein Kamerakabel als externer Faktor betrachtet, da es nicht Teil der Spielfläche ist.
Hätte der Ball das Kabel berührt, hätte der Schiedsrichter das Spiel sofort unterbrechen müssen. Das Spiel wäre dann mit einem Schiedsrichterball an der Stelle der Beeinflussung fortgesetzt worden.
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Das bedeutet, Bellinghams Tor hätte nicht zählen dürfen, wenn ein Kontakt bestätigt worden wäre.
Wie in den offiziellen Regeln des International Football Association Board zum Schiedsrichterball erläutert, führt der Kontakt mit einem externen Faktor dazu, dass der Ball an der Stelle, an der die Beeinflussung stattfand, fallen gelassen wird.
Die FIFA vertritt die Position, dass es keine solche Beeinflussung gab, was bedeutet, dass Turpin das Spiel zu Recht fortsetzen ließ.
Bellingham schießt England ins Halbfinale
Norwegen war durch Andreas Schjelderup in Führung gegangen, bevor Bellingham in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ausglich.
Das umstrittene Tor veränderte den Spielverlauf, obwohl Norwegen weiterhin gefährlich war und dem erneuten Führungstreffer nahekam.
Das Viertelfinale ging schließlich in die Verlängerung, wo Bellingham sein zweites Tor erzielte, um Englands 2:1-Comeback zu vollenden und Thomas Tuchels Team ins Halbfinale zu schießen.
Die Kontroverse verschwand nicht mit dem Schlusspfiff. Clips von Nylands Abstoß kursierten online weit verbreitet, wobei Fans verschiedene Kamerawinkel und computergenerierte Rekonstruktionen nutzten, um beide Seiten des Falls zu untermauern.
Die neueste Erklärung der FIFA soll die Debatte beenden. Der Weltverband stützte sich auf drei Beweise: das ununterbrochene Signal des vernetzten Balls, das Fehlen eines vom Sensor erkannten Aufpralls und das Fehlen einer sichtbaren Bewegung der Spidercam.
Diese Erkenntnisse bedeuten, dass Bellinghams Ausgleichstreffer in den Geschichtsbüchern bleiben wird, auch wenn die seltsame Flugbahn des Balls die Zuschauer weiterhin spaltet.



