Sydney Sweeneys neue Werbekampagne hat eine größere Diskussion darüber ausgelöst, wie Frauen im Sport dargestellt werden. Nun hat sich auch eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in diesem Bereich zu Wort gemeldet.
Alexis Ohanian, Reddit-Mitgründer, Athlos-Gründer und Ehemann von Tennislegende Serena Williams, kritisierte Versuche, Sweeneys Kampagne für die Sportprognose-Plattform Novig mit der berühmten Body Issue von ESPN zu vergleichen.
Die Kampagne legt großen Wert auf Sweeneys äußere Erscheinung und verbindet diese mit sportlichen Motiven und Ausrüstung. Mehrere Sportlerinnen kritisierten diesen Ansatz und verwiesen darauf, dass der Frauensport seit Jahren versucht, den Fokus stärker auf Leistung als auf Aussehen zu richten, wie Associated Press berichtet.
Ohanian weist den Vergleich zurück
Die Diskussion nahm weiter Fahrt auf, als Sweeney Bilder aus der früheren Body Issue von ESPN The Magazine veröffentlichte, einem jährlichen Projekt mit einigen der bekanntesten Namen des Weltsports.
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Serena Williams, Megan Rapinoe, Sue Bird und Rob Gronkowski gehörten zu den Athleten auf den von ihr geteilten Bildern.
Vor der Londoner Ausgabe von Athlos erklärte Ohanian, dass der Vergleich zwischen Sweeneys Werbekampagne und dem ESPN-Projekt einen entscheidenden Unterschied übersehe.
„Was so seltsam ist: Sydney Sweeney ist keine Athletin“, sagte Ohanian laut ESPN.
Ohanian argumentierte, dass ESPN mit der Body Issue Körper in den Mittelpunkt stellte, die durch jahrelanges Training und Wettkämpfe auf höchstem Niveau geprägt wurden. Für ihn unterscheidet sich das grundlegend davon, ähnliche Bilder zur Vermarktung eines kommerziellen Produkts einzusetzen.
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Er bezeichnete den Vergleich als „falsche Gleichsetzung“.
Ohanian erklärte außerdem, dass sich seine Kritik nicht in erster Linie gegen Sweeney selbst richte. Ihn störe vielmehr, wie viel Aufmerksamkeit die Kampagne professionellen Athletinnen entzogen habe.
„Es ist frustrierend, dass wir so viel Zeit damit verbringen, über Sydney Sweeney zu reden, und nicht über die großartigen tatsächlichen Sportlerinnen“, sagte er.
Serena Williams wird Teil der Diskussion
Durch Sweeneys Veröffentlichung älterer ESPN-Bilder wurde auch Williams Teil der Debatte, obwohl die 23-malige Grand-Slam-Siegerin im Einzel ursprünglich nicht im Mittelpunkt der Kritik gestanden hatte.
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ESPN veröffentlichte die Body Issue zwischen 2009 und 2019. Das Projekt zeigte Spitzensportler in künstlerischen Aufnahmen und stellte Athletik, Stärke und die körperlichen Anforderungen des Profisports in den Vordergrund.
Ohanian sagte gegenüber The Guardian, dass seine Kritik nicht darauf abziele, wie Sweeney sich in der Werbung präsentiere. Vielmehr hinterfragte er den direkten Vergleich mit Profisportlern, deren Körper durch jahrelangen Spitzensport geprägt wurden.
„Das sind professionelle Athleten, die Jahrzehnte ihres Lebens einem körperlichen Ziel gewidmet haben, und ihr Körper ist ihr Lebenslauf“, sagte Ohanian.
Diese Unterscheidung ist inzwischen zu einem zentralen Punkt der Diskussion geworden. Kritiker betonen, dass es nicht darum gehe, Frauen vorzuschreiben, wie sie sich präsentieren dürfen. Vielmehr gehe es darum, welchen Stellenwert das Aussehen erhält, wenn gleichzeitig mit Sport geworben wird.
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Sportlerinnen führen die Kritik an
Mehrere prominente Athletinnen hatten sich bereits geäußert, bevor Ohanian in die Diskussion einstieg.
Die viermalige Olympiasiegerin im Schwimmen, Ariarne Titmus, stellte infrage, warum Kampagnen rund um Frauensport weiterhin so stark auf das Aussehen setzen.
Auch die britische Sprinterin Amy Hunt wandte sich nach ihrem vierten Platz über 200 Meter bei den World Athletics Ultimate Championships in Budapest direkt an Sweeney.
„Sydney Sweeney, so sehen Frauen im Sport aus“, sagte Hunt laut Associated Press, bevor sie auf Muskeln, Arbeit und die Opfer hinwies, die hinter dem Spitzensport stehen.
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Auch die frühere US-Turnerin Gracie Kramer und Rugbyspielerin Sofie Fella gehörten zu den Kritikerinnen. Sie argumentierten, dass Sportlerinnen seit Jahren dafür kämpfen, stärker nach ihren Leistungen als nach ihrem Aussehen beurteilt zu werden.
Ohanian lenkt den Fokus zurück auf den Sport
Ohanian engagiert sich seit einigen Jahren zunehmend im Frauensport. Er half beim Aufbau von Angel City FC, investierte in Chelsea Women und gründete Athlos als Leichtathletikwettbewerb ausschließlich für Frauen mit höheren Preisgeldern und größerer Sichtbarkeit für die Athletinnen.
Für Ohanian zeigt die Kontroverse auch, wie stark die Stimme professioneller Sportlerinnen inzwischen geworden ist.
Er lobte Athletinnen, die die Aufmerksamkeit rund um die Kampagne genutzt haben, um ihre eigenen Leistungen hervorzuheben und die Diskussion wieder auf den Sport zu lenken.
Genau darin könnte am Ende die wichtigste Folge der Debatte liegen. Eine viel diskutierte Werbekampagne hat enorme Aufmerksamkeit erzeugt, doch einige der beteiligten Athletinnen versuchen nun, den Fokus wieder auf jene Frauen zu richten, die tatsächlich auf Laufbahnen, Spielfeldern und in Arenen antreten.



