Rio Ferdinand

Manchester-City-Urteil sorgt für heftige Reaktionen – United-Legenden fordern Titel zurück

Ehemalige Stars von Manchester United und Liverpool reagierten schnell auf die jüngste Entwicklung im Finanzverfahren gegen Manchester City. Rio Ferdinand, David de Gea und José Enrique brachten dabei sogar die…

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Der seit Jahren laufende Fall um Manchester City ist in eine neue und brisante Phase eingetreten. Einige der Spieler, die während des Aufstiegs des Klubs auf der Verliererseite standen, stellen bereits Fragen.

Berichten zufolge kam eine unabhängige Kommission zu dem Schluss, dass City bei 114 der ursprünglich 115 Vorwürfe gegen die Finanzregeln schuldig sei. Das vollständige Urteil wurde von der Premier League bislang jedoch nicht veröffentlicht, und auch eine mögliche Strafe steht noch nicht fest.

Manchester City bestreitet weiterhin ein Fehlverhalten und betont, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Ferdinand reagiert sofort

Rio Ferdinand gehörte zu den prominentesten ehemaligen Spielern, die sich äußerten.

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Der frühere United-Verteidiger war Teil jener Mannschaft, die in der Saison 2011/12 die Premier League nur aufgrund der Tordifferenz an City verlor. Sergio Agüeros berühmter Treffer in der Nachspielzeit gegen Queens Park Rangers entschied die Meisterschaft am letzten Spieltag.

Ferdinand reagierte auf die Berichte über das Urteil mit einem Bild seiner Premier-League-Medaillen.

„Another premier league medal to be added to the cabinet“, schrieb Ferdinand.

Anschließend wandte er sich auch an seinen ehemaligen United-Trainer José Mourinho.

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„And another for Jose.“

Gemeint war die Saison 2017/18, als Mourinhos Manchester United hinter Pep Guardiolas City-Mannschaft mit 100 Punkten Zweiter wurde.

Ferdinand gewann während seiner Karriere bei United offiziell sechs Premier-League-Titel. Sollte City der Titel von 2011/12 aberkannt und anschließend Manchester United zugesprochen werden, würde diese Zahl auf sieben steigen.

Davon ist die Realität allerdings noch weit entfernt. Eine Strafe wurde bislang nicht beschlossen, der Entzug historischer Titel wäre keineswegs automatisch, und es gibt keine Garantie dafür, dass ein aberkannter Titel an den damaligen Zweitplatzierten weitergegeben würde.

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De Gea stellt die Frage, die viele United-Fans beschäftigt

David de Gea schloss sich seinem ehemaligen Teamkollegen schnell an.

Der Spanier wechselte 2011 zu Manchester United und stand damit bei beiden United-Mannschaften im Tor, die während des untersuchten Zeitraums hinter City Zweiter wurden.

Seine Reaktion fiel kurz aus.

„So…… Let’s talk. How many Premier League titles have I won then? 🤔“

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Offiziell gewann De Gea einen Premier-League-Titel, in Sir Alex Fergusons letzter Saison 2012/13.

United wurde allerdings sowohl 2011/12 als auch 2017/18 hinter Manchester City Zweiter. Im hypothetischen Fall, dass diese beiden Meisterschaften aberkannt und jeweils an den Zweitplatzierten vergeben würden, würde De Geas Bilanz damit von einem auf drei Titel steigen.

Das zeigt, warum es in dem Fall inzwischen nicht mehr ausschließlich darum geht, welche Konsequenzen Manchester City in Zukunft drohen könnten.

Auch die Vergangenheit steht plötzlich wieder zur Diskussion.

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Auch ehemalige Liverpool-Spieler stellen Fragen

Manchester United ist nicht der einzige Klub, dessen frühere Spieler nun einen Blick auf alte Tabellen werfen.

Der frühere Liverpool-Verteidiger José Enrique reagierte ebenfalls und bezog sich dabei auf das dramatische Titelrennen der Saison 2013/14.

Liverpool führte die Premier League in der Schlussphase der Saison, landete am Ende aber zwei Punkte hinter Manchester City.

Neben einem bearbeiteten Bild, das ihn mit dem Premier-League-Pokal zeigte, scherzte Enrique: „Thank you, Premier League, and send me the medal soon too.“

Damit haben ehemalige Gegenspieler nun zu allen drei Premier-League-Titeln, die City in diesem zentralen Untersuchungszeitraum gewann, öffentlich die Frage nach möglichen rückwirkenden Konsequenzen gestellt: 2011/12, 2013/14 und 2017/18.

Bislang bleiben diese Aussagen jedoch genau das: Reaktionen und Scherze, nicht etwa ein Hinweis darauf, was die Premier League tatsächlich entscheiden wird.

Nicht jeder will Citys Erfolge streichen lassen

Die Reaktionen fallen allerdings keineswegs einheitlich aus.

Der ehemalige City-Mittelfeldspieler Rodri verteidigte öffentlich den Klub und die Spieler, die die sportlichen Erfolge auf dem Platz ermöglichten.

Er argumentierte, dass Leistungen auf dem Spielfeld nicht einfach verschwinden sollten, weil es mögliche Probleme bei Entscheidungen anderer Verantwortlicher im Klub gegeben habe.

„I believe in the justice system and innocence of the club“, sagte Rodri während seiner Zeit bei der Nationalmannschaft.

Auch der ehemalige Liverpool-Verteidiger Andy Robertson äußerte sich zurückhaltender. Obwohl er jahrelang direkt mit Guardiolas City um Titel kämpfte, betonte Robertson, dass die City-Spieler ihre Qualität auf dem Platz bewiesen hätten und nicht persönlich für finanzielle Entscheidungen verantwortlich gemacht werden sollten.

Diese Unterscheidung könnte zu einem zentralen Punkt in der Debatte werden.

Für Ferdinand, De Gea und Enrique wirft der Fall zwangsläufig Fragen zu Meisterschaften auf, die ihre Mannschaften nur knapp verpasst haben.

Andere wiederum argumentieren, dass eine nachträgliche Änderung historischer Ergebnisse Spieler bestrafen würde, die mit Buchhaltung, Sponsorenverträgen oder Finanzberichten nichts zu tun hatten.

Manchester City betrachtet den Kampf als längst nicht beendet

Es gibt noch einen weiteren entscheidenden Grund, weshalb Diskussionen über neu verteilte Meistertitel verfrüht sind.

Manchester City hat deutlich gemacht, dass der Klub die Angelegenheit keineswegs als abgeschlossen betrachtet.

Chairman Khaldoon Al Mubarak erklärte gegenüber den Fans, dass sich an der Position des Klubs „nothing has changed“ habe, und verwies darauf, dass der rechtliche Prozess noch weitere wichtige Schritte umfasse.

Geschäftsführer Ferran Soriano soll europäischen Klubvertretern zudem erklärt haben, dass Manchester City die Schlussfolgerungen der Kommission nicht akzeptiere und weiter dafür kämpfen werde, seine Unschuld zu beweisen.

Bis zum 29. September hatten weder Manchester City noch die Premier League das vollständige Urteil der Kommission veröffentlicht.

Damit bleiben die wichtigsten Fragen weiterhin offen.

Die Strafe wurde noch nicht festgelegt. Eine mögliche Berufung steht im Raum. Und es gibt weiterhin keinerlei Gewissheit, dass historische Titel Manchester Citys überhaupt betroffen sein werden.

Doch nachdem die 115 Vorwürfe jahrelang wie eine juristische Wolke über dem englischen Fußball schwebten, zeigen die Reaktionen von Ferdinand, De Gea und ihren ehemaligen Rivalen, wie schnell sich die Debatte inzwischen verändert hat.

Es geht nicht länger nur darum, ob Manchester City möglicherweise bestraft wird.

Für einige der prominentesten Spieler, die gegen den Klub antraten, stellt sich inzwischen die Frage, ob sogar die Fußballgeschichte selbst noch einmal umgeschrieben werden könnte.

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