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Vom Waschsalon zur Weltbühne, wie ein Zufall Lily Zhangs Olympiaweg bestimmte

Ein Anfang ohne Plan

Lange bevor olympische Hallen und internationale Turniere Teil ihres Alltags wurden, kam Lily Zhang erstmals in einem kleinen Waschsalon in Kalifornien mit Tischtennis in Berührung. Laut CNN Sports stand dort eine einzelne Tischtennisplatte, an der sie spielte, während ihre Familie auf die Wäsche wartete.

Ihr Vater, Mathematikprofessor an der Stanford University, nahm sie regelmäßig mit. Da beide Eltern aus China stammen, war Tischtennis kulturell präsent, jedoch ohne sportliche Zielsetzung.

In Gesprächen mit CNN Sports erklärte Zhang später, dass das Spiel für sie zunächst reine Beschäftigung gewesen sei, ohne jede Vorstellung davon, welche Bedeutung es einmal haben würde.

Der Moment, in dem es ernst wurde

Ein Besuch in einem lokalen Tischtennisverein veränderte ihre Perspektive grundlegend. Laut CNN Sports faszinierten sie dort vor allem die Technik, die taktische Tiefe und die Intensität des Trainings.

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Zhang sagte CNN, sie habe sich sofort vollständig auf den Sport eingelassen. Auf die Frage nach Talent reagierte sie lachend und räumte ein, dass sie früh ein besonderes Gefühl für das Spiel gehabt habe.

Ihr Fortschritt war außergewöhnlich schnell. Bereits mit zwölf Jahren gehörte sie zur US Nationalmannschaft der Erwachsenen.

Zu jung für die große Bühne

Der rasante Aufstieg führte 2012 zu ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen in London. Laut CNN Sports war Zhang mit 16 Jahren die jüngste US Tischtennisspielerin, die je an Olympischen Spielen teilgenommen hat.

Die Dimension des Ereignisses überforderte sie zeitweise. Gegenüber CNN erinnerte sie sich an Momente des Zweifels während der Eröffnungsfeier, umgeben von weltbekannten Sportstars, ein Erlebnis, das sie als kaum greifbar beschrieb.

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Erfolge ohne langfristigen Plan

Zwei Jahre später fühlte sich Zhang bei den Jugend Olympischen Spielen 2014 in China deutlich wohler. Laut CNN Sports gewann sie dort Bronze und wurde damit zur ersten US Tischtennisspielerin mit einer Medaille bei einem olympischen Wettbewerb.

Trotz dieses Erfolgs rechnete sie nicht mit einer langen Karriere. Sie erklärte CNN, dass viele US Spieler den Sport während des Studiums aufgeben und sie die Olympiateilnahme eher als persönlichen Meilenstein gesehen habe.

Obwohl sie 2016 in Rio erneut antrat, gab Zhang später zu, den Sport mehrfach aufgegeben zu haben.

Warum das Aufhören nie endgültig war

Jeder Rückzug blieb nur vorübergehend. Laut CNN Sports kehrte Zhang immer wieder zurück, getrieben von dem Gefühl, etwas Unvollendetes hinter sich zu lassen.

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In Interviews beschrieb sie Tischtennis als festen Bestandteil ihrer Identität, etwas, das sich emotional nicht einfach loslassen ließ.

Diese Verbindung prägte auch ihr Privatleben. Zhang nahm ihre Partnerin Jessie Xiao zum ersten Date in eine Tischtennisbar mit, ohne zu erwähnen, dass sie Olympionikin war.

Ein Leben rund um den Sport

Nach dem Universitätsabschluss zog Zhang nach Deutschland, um professionell Tischtennis zu spielen. Laut CNN Sports vertrat sie die USA später bei den Olympischen Spielen in Tokio und Paris und erreichte 2024 in Paris das Achtelfinale, ihr bestes olympisches Ergebnis.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt sie durch ein freundschaftliches Tischtennismatch mit NBA Spieler Anthony Edwards, das viral ging und später in einer Amazon Prime Produktion gezeigt wurde.

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Partnerschaft als Rückhalt

Zhang und Xiao sind inzwischen sichtbare Persönlichkeiten innerhalb der LGBTQ+ Sportgemeinschaft. Laut CNN Sports bezeichnet Zhang Xiao regelmäßig als ihre wichtigste Stütze.

In Phasen begrenzter Ressourcen übernahm Xiao sogar zeitweise eine Trainerrolle und unterstützte Zhang mental durch schwierige Wettkampfphasen, auch ohne technischen Hintergrund.

Ein Wandel im amerikanischen Tischtennis

Zhangs Karriere fällt mit strukturellen Veränderungen zusammen. Laut Reuters wurde 2023 Major League Table Tennis gegründet, die erste professionelle Tischtennisliga in den Vereinigten Staaten.

Im Dezember führte Zhang die Power Rankings der Liga an und war damit die erste Frau an der Spitze sowie die einzige Spielerin in den Top zehn. Gegenüber CNN Sports sagte sie, diese Anerkennung habe sie überrascht und besonders für junge Mädchen eine wichtige Signalwirkung.

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Der Kreis schließt sich dort, wo alles begann

Während sich Los Angeles auf die Olympischen Spiele 2028 vorbereitet, vermeidet Zhang klare Prognosen über ihre Zukunft. Laut CNN Sports konzentriert sie sich darauf, den Sport wieder mit Freude auszuüben statt ausschließlich auf Platzierungen zu achten.

Für Zhang bedeutet Erfolg heute vor allem, zu dem Gefühl zurückzufinden, das einst zwischen surrenden Waschmaschinen begann.

Kilder: CNN Sports, Reuters