Kann ein neuer Gesetzentwurf der „blinden Gier“ Einhalt gebieten, die dazu führt, dass NFL-Teams ihre Heimatstädte verlassen?
Ein neuer Vorschlag im Kongress könnte die Art und Weise verändern, wie professionelle Sportteams ihren Standort verlegen, während die Debatte darüber an Intensität gewinnt, ob die Chicago Bears Illinois möglicherweise ganz verlassen könnten.
Die Situation, die in einer aktuellen Berichterstattung von The Guardian hervorgehoben wurde, hat sowohl bei Fans als auch bei politischen Entscheidungsträgern starke Reaktionen ausgelöst und zugleich grundsätzliche Fragen zur Macht der Teambesitzer aufgeworfen.
Eine Franchise am Scheideweg
Die Bears prüfen derzeit verschiedene Stadionoptionen, nachdem die Bemühungen um den Bau einer neuen Spielstätte in Arlington Heights aufgrund von Streitigkeiten über Grundsteuern ins Stocken geraten sind. Während dieser Plan weiterhin ungewiss ist, haben sich Vertreter des Bundesstaates Indiana mit einer Alternative positioniert.
Laut The Guardian verabschiedeten die Gesetzgeber des Bundesstaates im Februar ein Gesetz zur Unterstützung eines möglichen Umzugs nach Hammond, direkt jenseits der Grenze zu Illinois.
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Diese Möglichkeit hat deutliche Kritik hervorgerufen. Der WWE-Wrestler CM Punk bezeichnete dies als „blanke Gier“, während der Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, es als „einen Schlag ins Gesicht“ beschrieb. Einige Fans sagen, sie könnten das Team kaum noch unterstützen, sollte es Chicago verlassen.
Derzeit spielen die Bears im Soldier Field, einem historischen Stadion am Seeufer mit der geringsten Zuschauerkapazität in der NFL.
Der Kongress greift ein
Angesichts der Unsicherheit haben der US-Senator Bernie Sanders und der Abgeordnete Greg Casar den sogenannten „Home Team Act“ eingebracht, der darauf abzielt, Franchise-Umzüge zu verlangsamen und möglicherweise zu verhindern.
„Sport in den USA sollte um mehr gehen, als milliardenschwere Teambesitzer noch reicher zu machen“, sagte Casar.
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Der Gesetzentwurf würde Teams verpflichten, mindestens ein Jahr im Voraus über einen Umzug in einen anderen Bundesstaat oder eine andere Metropolregion zu informieren. In dieser Zeit könnten lokale Investoren einschließlich gemeinschaftlich organisierter Eigentümergruppen versuchen, die Franchise zum Marktwert zu erwerben.
Befürworter sagen, der Vorschlag solle Situationen entgegenwirken, in denen sich Städte unter Druck gesetzt fühlen, öffentliche Subventionen anzubieten, um Teams zu halten.
Lehren aus früheren Umzügen
Sanders hat den Umzug der Brooklyn Dodgers nach Los Angeles im Jahr 1957 als prägende Erfahrung bezeichnet.
„In meiner Nachbarschaft in Flatbush gab es den Witz, dass die drei schlimmsten Menschen der modernen Geschichte Adolf Hitler, Joseph Stalin und [der frühere Dodgers-Besitzer] Walter O’Malley seien und nicht unbedingt in dieser Reihenfolge“, sagte er Anfang dieses Jahres im Podcast Flagrant.
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In jüngerer Zeit hat Oakland mehrere Profiteams verloren, darunter die Raiders und die Warriors, während auch die Athletics planen, die Stadt zu verlassen Entwicklungen, die lokale Unternehmen und die städtische Identität beeinträchtigt haben, wie The Guardian zuvor berichtete.
Können Gemeinschaften realistisch mithalten?
Das Gesetz würde Modelle gemeinschaftlichen Eigentums wie bei den Green Bay Packers ermöglichen, die sich im Besitz von Hunderttausenden Anteilseignern befinden.
Allerdings wäre es in vielen Fällen schwierig, eine solche Struktur zu reproduzieren. Die Bears werden auf etwa 8,9 Milliarden US-Dollar geschätzt, was einen lokalen Kauf zu einer erheblichen Herausforderung macht.
Der Gesetzentwurf steht zudem vor politischen und praktischen Hürden, darunter die Frage, wie ein fairer Verkaufspreis bestimmt werden soll und wann ein Umzugsprozess offiziell beginnt.
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Dennoch argumentieren Befürworter, dass er Städten und Fans mehr Einfluss bei Entscheidungen verschaffen könnte, die lange Zeit von Teambesitzern dominiert wurden.
Quellen: The Guardian
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