WM-Ruhm ist kein Freifahrtschein
Den Weltpokal zu gewinnen mag die größte Mannschaftsleistung im Fußball sein, aber er garantiert nicht automatisch den Ballon d’Or.
Das ist das Fazit einer neuen Analyse, die nach dem Turnier 2026 auf der offiziellen Website der Auszeichnung veröffentlicht wurde.
Der Artikel stellt die weit verbreitete Annahme in Frage, dass der herausragendste Spieler des Weltmeisters auch die größte individuelle Auszeichnung im Fußball erhalten muss.
Offizielles Urteil beendet die Debatte
Laut Théo Troudes Analyse für die offizielle Ballon d’Or-Website kann Erfolg auf internationaler Bühne die Chancen eines Spielers erhöhen, ohne den Sieg zu garantieren.
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„Ja, der Gewinn der Weltmeisterschaft hilft, aber er garantiert keinen Ballon d’Or.“
Die gesamte Saison zählt weiterhin, einschließlich der Leistungen für Verein und Nationalmannschaft.
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte
Die offizielle Analyse untersuchte die sieben Weltmeisterschaften, die von 1998 bis 2022 ausgetragen wurden.
In vier dieser sieben Turnierzyklen ging der Ballon d’Or an einen Spieler aus dem Land, das die Weltmeisterschaft gewonnen hatte.
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Das ergibt die berichtete Erfolgsquote von 57 %.
Die ursprüngliche Behauptung, dass vier von sieben individuellen Weltmeisterschaftsgewinnern die Auszeichnung erhielten, war daher irreführend. Die Statistik bezieht sich auf sieben Turniere, nicht auf sieben Spieler.
Drei Gewinner ließen es unvermeidlich erscheinen
Zinedine Zidane vollendete das Double, nachdem er Frankreich 1998 zum Weltmeistertitel geführt hatte.
Ronaldo wiederholte diese Leistung 2002 mit Brasilien, bevor Fabio Cannavaro 2006 beide Auszeichnungen mit Italien gewann.
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Drei aufeinanderfolgende Weltmeisterschaften endeten somit damit, dass ein Mitglied des Siegerteams den Ballon d’Or erhielt.
Eine Zeit lang schien die Verbindung zwischen den beiden Trophäen fast unzertrennlich.
Messi durchbricht das Muster
Diese Serie endete, nachdem Spanien die Weltmeisterschaft 2010 gewonnen hatte.
Obwohl Andrés Iniesta das entscheidende Tor im Finale erzielte und Xavi eine zentrale Rolle beim Erfolg Spaniens spielte, erhielt Lionel Messi den Ballon d’Or für seine Leistungen mit dem FC Barcelona.
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Das Ergebnis zeigte, dass die Wähler bereit waren, über die Weltmeisterschaft hinauszuschauen, wenn sie den stärksten Spieler der gesamten Saison bewerteten.
Ronaldo gewinnt ohne die Trophäe
Vier Jahre später geschah dasselbe.
Deutschland gewann die Weltmeisterschaft 2014, doch Cristiano Ronaldo erhielt den Ballon d’Or nach einem bemerkenswerten Jahr mit Real Madrid.
Deutschlands Torhüter Manuel Neuer wurde Dritter, während der geschlagene WM-Finalist Messi Zweiter wurde.
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Ein Weltmeistertitel hatte erneut nicht über die individuelle Auszeichnung entschieden.
Modrić besiegt die Weltmeister
Im Jahr 2018 gewann Frankreich die Weltmeisterschaft, nachdem es Kroatien im Finale besiegt hatte.
Der Ballon d’Or ging jedoch an den kroatischen Kapitän Luka Modrić, der Real Madrid auch zum Gewinn der Champions League verholfen hatte.
Antoine Griezmann war das höchstplatzierte Mitglied des siegreichen französischen Kaders und belegte den dritten Platz.
Das Ergebnis untermauerte die Vorstellung, dass ein Spieler die Weltmeisterschaft nicht gewinnen muss, um die Endabstimmung anzuführen.
Messi holt das Double zurück
Das Muster kehrte zurück, als Messi Argentinien zum Weltmeistertitel 2022 führte und später den Ballon d’Or 2023 erhielt.
Die unterschiedlichen Jahre sind wichtig, da die Auszeichnung seit 2022 auf einer Fußballsaison und nicht auf einem Kalenderjahr basiert.
Wie in der Erklärung der Ballon d’Or-Website zum Berechtigungszeitraum beschrieben, berücksichtigten die Wähler Messis Leistungen während der Saison 2022–23, einschließlich der Weltmeisterschaft und seiner letzten Kampagne mit Paris Saint-Germain.
Mehr als ein Turnier zählt
Der Ballon d’Or wird nicht ausschließlich für Tore, Vorlagen oder Medaillen verliehen, die während der Weltmeisterschaft gesammelt wurden.
Der individuelle Einfluss bleibt zentral, aber auch der Teamerfolg und das Verhalten werden berücksichtigt.
Wie in UEFAs Leitfaden zum Ballon d’Or-Abstimmungssystem dargelegt, sind die drei Hauptbereiche individuelle Leistungen, Mannschaftserfolge sowie Klasse und Fair Play.
Ein Monat kann keine Saison auslöschen
Eine spektakuläre Weltmeisterschaft kann das Rennen um den Ballon d’Or verändern, besonders wenn ein Spieler in den K.o.-Runden oder im Finale glänzt.
Eine schwache Vereinssaison kann jedoch nicht immer durch eine Handvoll starker internationaler Leistungen ausgelöscht werden.
Dasselbe Prinzip funktioniert auch umgekehrt. Ein Spieler kann die Weltpokal-Trophäe verpassen und die Auszeichnung trotzdem gewinnen, nachdem er die gesamte Saison über für Verein und Nationalmannschaft dominiert hat.
Die Botschaft ist klar: Der größte Mannschaftspreis im Fußball bietet einen großen Vorteil, aber keine automatische Krönung.



