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Die FIA verbietet einen von Mercedes und Red Bull angewandten Trick im Qualifying

Der Automobil-Weltverband der Formel 1 hat eingegriffen, um die Regeln für den Energieeinsatz im Qualifying zu verschärfen, und damit einen subtilen Vorteil beseitigt, der sich in den jüngsten Rennen herausgebildet hatte.

Laut The Race, zitiert von Sportbible, gehörten Mercedes und Red Bull zu den Teams, die von einer Grauzone bei der Nutzung der elektrischen Energie des MGU-K am Ende einer Runde profitierten – einer Phase, in der selbst kleinste Unterschiede über die Startaufstellung entscheiden können.

Kleine Unterschiede, große Auswirkungen

Im Kern ging es um die Möglichkeit, die maximale elektrische Leistung bis zur Zeitlinie aufrechtzuerhalten. Während die meisten Teams den Energieeinsatz gegen Ende der Runde schrittweise reduzierten, erlaubte dieser Ansatz eine kurze Verlängerung der vollen Leistung.

The Race berichtet, dass der Unterschied in den Schlussmomenten einer Runde etwa 50 bis 100 kW betragen konnte. Für sich genommen entspricht das nur wenigen Hundertstelsekunden, doch in der modernen Formel 1 kann das ausreichen, um mehrere Plätze in der Startaufstellung zu gewinnen oder zu verlieren.

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Eine Regel im Dienste der Zuverlässigkeit

Die Situation entstand durch eine Ausnahme im Reglement, die zum Schutz der Komponenten der Antriebseinheit vorgesehen ist. Wird das MGU-K aufgrund eines technischen Problems abgeschaltet, sind die Teams nicht verpflichtet, die übliche Reduzierung des Energieeinsatzes einzuhalten.

Obwohl diese Bestimmung aus Gründen der Zuverlässigkeit besteht, eröffnete sie auch Spielraum für eine strategische Nutzung. De facto konnten Teams unter bestimmten Bedingungen den üblichen Leistungsabfall umgehen.

Die FIA hatte bereits versucht, dies durch eine Regel zum „kontinuierlichen Offset“ einzuschränken, die verhindert, dass das System innerhalb von 60 Sekunden nach dem Abschalten wieder aktiviert wird. Diese Einschränkung hat im Rennen klare Konsequenzen, doch im Qualifying – wo Fahrer regelmäßig langsamere Abkühlrunden fahren – ist der Nachteil deutlich geringer.

Klarstellung beseitigt die Grauzone

Vor dem Großen Preis von Miami hat die FIA diese Lücke nun geschlossen und sichergestellt, dass Teams diese Abfolge nicht länger nutzen können, um am Ende einer Runde einen höheren Energieeinsatz aufrechtzuerhalten.

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Die Entscheidung spiegelt ein generelles Muster in der Formel 1 wider, bei dem marginale Vorteile schnell unter die Lupe genommen und gegebenenfalls reguliert werden, sobald ihre wettbewerbliche Bedeutung deutlich wird.

Auswirkungen noch unklar

Der Zeitpunkt der Änderung ist bemerkenswert. Mercedes ist stark in die Saison gestartet, während Red Bull noch daran arbeitet, konstante Leistungen abzurufen.

Ob diese Anpassung die Kräfteverhältnisse verändert, bleibt abzuwarten. Angesichts der extrem geringen Abstände könnte sich ihr Fehlen nur in eng umkämpften Qualifyings zeigen – insbesondere auf Strecken, bei denen die Streckenposition entscheidend ist.

Quellen: The Race, FIA-Reglement

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.