Die Schweiz ist an der Weltmeisterschaft noch dabei, doch eine Schwäche wird immer schwieriger zu ignorieren.
Die Nati hatte bisher 19 Eckbälle im Turnier. Keiner davon führte zu einem Tor.
Für ein Team, das sich oft auf Struktur, physische Präsenz und knappe Ergebnisse verlassen hat, ist das ein Problem. K.o.-Spiele sind selten grosszügig, und Standardsituationen können Partien entscheiden, wenn das offene Spiel eng wird.
Laut Blick ist sich der Schweizer Staff des Problems bewusst, wobei Torhütertrainer Patrick Foletti nun auch eine wichtige Rolle bei der Standardarbeit des Teams spielt.
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Neunzehn Eckbälle, keine Belohnung
Die Zahlen sind eindeutig.
Die Schweiz hat an dieser Weltmeisterschaft 19 Eckbälle ausgeführt, doch die Ausbeute beträgt null Tore.
Ihr gefährlichster Standardmoment war ein abgefälschter Freistoss von Dan Ndoye gegen Bosnien-Herzegowina, doch auch dieser fand nicht den Weg ins Netz.
Am anderen Ende hat die Schweiz bereits einmal nach einem Eckball ein Gegentor kassiert. Das macht das Ungleichgewicht für Murat Yakins Staff noch frustrierender.
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Foletti, der seit 15 Jahren Teil des Nationalteams ist, sieht in einem Bereich Fortschritte, in einem anderen jedoch nicht genug.
„Wir haben gegen Teams gespielt, die extrem stark und variantenreich bei Standards sind. Dagegen haben wir gut verteidigt. Die Organisation stimmt“, sagte er.
Die Ausführung ist das Problem
Die Sorge gilt nicht dem Plan im Strafraum.
Es ist der Ball, der hineinkommt.
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„Die Bewegungen im Strafraum sind in Ordnung“, sagte Foletti. „Aber unsere Flanken sind einfach nicht präzise genug. Da haben wir eindeutig noch Luft nach oben.“
Das ist der Kern des Schweizer Problems.
Ein cleverer Lauf nützt wenig, wenn die Ausführung zu kurz, zu tief oder zu leicht zu verteidigen ist. Die Kritik richtet sich natürlich auf die Spieler, die die Eckbälle treten, darunter Ruben Vargas, Michel Aebischer und Fabian Rieder.
Doch auch der Trainerstab muss schnell eine Antwort finden.
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Eine Stärke ist abhandengekommen
Die Schweiz weiss, dass sie bei Eckbällen gefährlich sein kann.
Zu Beginn der WM-Qualifikation trafen sie dreimal nach Eckbällen, wobei Manuel Akanji, Nico Elvedi und Breel Embolo alle von diesem Weg zum Tor profitierten.
Seitdem ist die Ausbeute versiegt.
Gemäss demselben Keystone-SDA-Bericht hat die Schweiz in 11 Länderspielen kein Tor aus einer Standardsituation erzielt, ausgenommen Penaltys.
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Für Foletti ist das Problem nicht nur technischer Natur. Es ist auch mental.
„Es ist eine Mentalitätsfrage“, sagte er. „Wir müssen den Spielern wieder bewusst machen, dass Standardsituationen enge Spiele entscheiden können, besonders bei einem Turnier wie diesem.“
Eine Wissenschaft hinter den Kulissen
Die Standardarbeit der Schweiz ist alles andere als zufällig.
Vor jedem Gegner bereiten die Videoanalysten eine Playlist von 150 bis 200 Clips mit Eckbällen und Freistössen von den Seiten vor. Foletti studiert das Material, um Angriffsmuster zu erkennen, während Assistenztrainer Davide Callà analysiert, wie der Gegner verteidigt.
Der Staff reduziert das Material dann auf die fünf bis sieben wichtigsten Beispiele, bevor sie diese erneut mit Analyst Adnan Alicajic besprechen.
„Am Ende gibt es ein Endprodukt: So wollen wir Standards verteidigen, so wollen wir mit ihnen angreifen“, erklärte Foletti.
Dieser Plan wird dann Cheftrainer Murat Yakin vorgelegt, der das letzte Wort hat.
Kleine Details könnten das Schicksal der Schweiz entscheiden
Standardsituationen sind keine glamouröse Arbeit, aber bei einer Weltmeisterschaft können sie entscheidend sein.
Die Schweiz muss nicht jedes Spiel dominieren, um tiefer ins Turnier vorzudringen. Sie muss Momente überstehen, ihren Strafraum verteidigen und Gegner bestrafen, wenn sich Gelegenheiten bieten.
Im Moment wirkt die Verteidigung zuverlässiger als der Angriff.
Das muss sich ändern.
Die Pläne sind da. Die Läufe sind da. Die Analyse ist da.
Jetzt braucht die Schweiz die Ausführung.



