FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht sich Forderungen europäischer Abgeordneter nach einer Untersuchung wegen angeblicher Verstöße gegen die politische Neutralität gegenüber, nach einer kontroversen Entscheidung über eine Weltcup-Sperre und seiner Beziehung zu Donald Trump, berichtet Sportbible.
Die Balogun-Entscheidung sorgt für Kontroversen
Die Kontroverse dreht sich um die Entscheidung der FIFA, dem Stürmer der Vereinigten Staaten, Folarin Balogun, zu erlauben, im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Belgien zu spielen, obwohl er eine automatische Ein-Spiel-Sperre absitzen sollte, nachdem er gegen Bosnien und Herzegowina vom Platz gestellt worden war.
Das unabhängige Disziplinarkomitee der FIFA setzte die Sperre aus, wodurch Balogun in der Partie auflaufen konnte. Die Vereinigten Staaten erlitten dennoch eine 4:1-Niederlage gegen Belgien in Seattle, wobei Mauricio Pochettino die unerwartete Verfügbarkeit des Stürmers vor dem Spiel begrüßte. Der Vorfall hat Vergleiche mit einem früheren Fall hervorgerufen, in dem Cristiano Ronaldo von einer Sperre befreit wurde.
Europäische Abgeordnete fordern Antworten
Wie von Sportbible berichtet, haben 72 Mitglieder des Europäischen Parlaments an die Leiter der 27 EU-Fußballverbände geschrieben, um sie aufzufordern, die FIFA zu drängen, zu untersuchen, wie die Entscheidung zustande kam.
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Die Abgeordneten argumentieren, dass der Fall gegen die eigenen Regeln der FIFA verstoßen haben könnte, indem sie auf Artikel 4(2) der FIFA-Statuten verweisen, der besagt, dass „die FIFA in politischen und religiösen Angelegenheiten neutral bleibt,“ und auf Artikel 15 des FIFA-Ethikkodex, der von Fußballfunktionären verlangt, politisch neutral zu bleiben.
In dem Schreiben heißt es: „Angesichts der am Sonntag getroffenen Entscheidung, die Umsetzung einer automatischen Ein-Spiel-Sperre auszusetzen, sind wir der Meinung, dass es für die europäischen Fußballverbände… an der Zeit ist, einzugreifen und die FIFA aufzufordern, die oben genannten Entscheidungsprozesse zu untersuchen.“
Europäische Abgeordnete äußern Bedenken hinsichtlich der Neutralität
Zweiundsiebzig Mitglieder des Europäischen Parlaments haben sich formell an die Leiter der 27 Fußballverbände unter EU-Rechtsprechung gewandt, um eine Untersuchung von Infantinos angeblicher Beteiligung im Fall Balogun zu fordern. The Athletic berichtete über diese bedeutende Intervention, die sich auf die eigenen Satzungsregeln und den Ethikkodex der FIFA beruft. Das Schreiben verweist insbesondere auf:
Artikel 4(2) der FIFA-Statuten, der besagt, dass „die FIFA in politischen und religiösen Angelegenheiten neutral bleibt.“
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Artikel 15 des FIFA-Ethikkodex, der vorschreibt, dass alle Fußballfunktionäre politisch neutral bleiben müssen und starke Sanktionen bei Verstößen vorsieht.
Ein Auszug aus dem Schreiben des Europäischen Parlaments unterstreicht ihre Motivation: „Angesichts der am Sonntag getroffenen Entscheidung, die Umsetzung einer automatischen Ein-Spiel-Sperre auszusetzen, sind wir der Meinung, dass es für die europäischen Fußballverbände, die alle Mitgliedsverbände der FIFA sind, an der Zeit ist, einzugreifen und die FIFA aufzufordern, die oben genannten Entscheidungsprozesse zu untersuchen.“
Ein wesentlicher Aspekt der Bedenken der Abgeordneten dreht sich um Infantinos enge Beziehung zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Während die Entscheidung, Baloguns Sperre auszusetzen, offiziell dem unabhängigen Disziplinarkomitee der FIFA zugeschrieben wurde, wurde sie Berichten zufolge vom Präsidenten der Vereinigten Staaten als Sieg beansprucht. Das „Schreckgespenst eines Telefonats von Donald Trump mit Infantino“ soll Berichten zufolge „das Ergebnis überschattet“ haben, was Fragen nach unzulässiger Einflussnahme aufwirft.
Das Schreiben des Europäischen Parlaments erläuterte ferner die rechtliche Grundlage ihrer Forderungen: „Die Satzungsregeln und der Ethikkodex der FIFA bieten eine sehr klare Grundlage für Mitgliedsverbände, um einzugreifen und eine Untersuchung zu fordern. Die Anforderung der politischen Neutralität ist sowohl in den FIFA-Statuten als auch im Ethikkodex klar dargelegt. Artikel 4(2) der FIFA-Statuten legt den Grundsatz fest, wonach ‚die FIFA in politischen und religiösen Angelegenheiten neutral bleibt‘, und Artikel 15 des FIFA-Ethikkodex besagt, dass alle Fußballfunktionäre politisch neutral bleiben müssen und starke Sanktionen bei Verstößen vorsieht.“
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Diese hochrangige politische Intervention wird als das erste bedeutsame Manöver in einem potenziell langen Prozess angesehen, um Infantinos Führung herauszufordern, insbesondere angesichts der Rolle der Vereinigten Staaten als Mitausrichter der Weltmeisterschaft, was die Aufsichtspflichten der FIFA erschwert hat. Infantinos wahrgenommene Weigerung, die erwartete politische Neutralität der FIFA aufrechtzuerhalten, hat diese Abgeordneten der Europäischen Union mobilisiert.
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