Gianni Infantino, der schweizerisch-italienische Doppelbürger, der 2016 nach dem Zusammenbruch von Sepp Blatters skandalumwitterter Amtszeit die FIFA-Präsidentschaft übernahm, sieht sich einer wachsenden Welle des Widerstands gegenüber, während er eine mögliche Kandidatur für eine vierte Amtszeit im Jahr 2027 ins Auge fasst. Trotz Wiederwahlen in den Jahren 2019 und 2023 scheint die Weltmeisterschaft 2026 ein Wendepunkt gewesen zu sein, was zu formellen Beschwerden und dem Auftauchen eines Gegenkandidaten führte.
Politische Neutralität nach Umgang mit Trump infrage gestellt
Infantinos Führung hat erhebliche Kritik auf sich gezogen wegen seiner wahrgenommenen Verstöße gegen die politische Neutralität. Im Dezember 2025 verlieh er dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump den ersten „FIFA-Friedenspreis“, ein Schritt, der international für Stirnrunzeln sorgte. Die Kontroverse vertiefte sich während der Weltmeisterschaft 2026, als der USMNT-Stürmer Folarin Balogun vom Platz gestellt wurde und drohte, ein entscheidendes K.-o.-Spiel gegen Belgien zu verpassen. Nach Trumps öffentlicher Behauptung, Balogun hätte nicht des Feldes verwiesen werden dürfen, setzte die FIFA die Rote-Karte-Entscheidung umgehend aus und ermöglichte dem Spieler die Teilnahme.
Diese Aktionen sind nicht unbemerkt geblieben. Sowohl das Internationale Olympische Komitee (IOC) als auch das Europäische Parlament haben formelle Beschwerden gegen Infantino eingereicht, unter Berufung auf angebliche Verstöße gegen die Regeln zur politischen Neutralität in seinen Interaktionen mit Präsident Trump.
Kontroversen auf dem Spielfeld und ein bekannter Refrain
Das Turnier 2026 sah Infantino auch mit frustrierten Behauptungen konfrontiert, er habe Argentiniens Weg ins Finale begünstigt. Diese Wahrnehmung der Voreingenommenheit, gepaart mit der Einführung von „Trinkpausen“, die häufig mit Buhrufen der Zuschauer quittiert wurden, hat die Kritik angeheizt. Die verstorbene argentinische Legende Diego Maradona, der bekanntermaßen erklärte, er sei von Infantino „wie ein Hund behandelt“ worden, hatte zuvor Parallelen zwischen Infantinos Amtszeit und der Blatter-Ära gezogen.
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„Die FIFA hatte sich in Infantinos Amtszeit nicht verändert“, behauptete Maradona, eine Ansicht, die von einigen Kritikern geteilt wird, die auf Infantinos eigene Kommentare verweisen. Nach Argentiniens Sieg über Kap Verde bemerkte Infantino: „Heute Abend habe ich mit Argentinien gelitten… Aber ich bin neutral“, eine Aussage, die seither von jenen hervorgehoben wird, die seine Unparteilichkeit infrage stellen.
UEFA unterstützt Rivalen, während der Widerstand wächst
Die Herausforderungen für Infantinos Autorität manifestieren sich nun in konkreter politischer Opposition innerhalb der Fußballverbände. Die UEFA, der europäische Fußballverband, bei dem Infantino unter Michel Platini als Generalsekretär tätig war, hat Berichten zufolge einen Kandidaten unterstützt, der bei der nächsten Wahl gegen ihn antreten soll, obwohl Infantino sein Ziel erklärt hatte, ohne Gegenkandidaten anzutreten. Ein weiteres Zeichen für einen Wandel in der Unterstützung ist, dass der Deutsche Fußball-Bund Berichten zufolge sich geweigert hat, ein Schreiben zu unterzeichnen, das Infantino für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident befürwortet.
Inmitten dieser wachsenden Meinungsverschiedenheit wurde Dariusz Mioduski als möglicher Nachfolger von Gianni Infantino genannt, wie von GiveMeSport berichtet. Da die Weltmeisterschaft unter seiner Führung bereits auf 48 Teams erweitert wurde und ein Vorschlag zur Erweiterung des Wettbewerbs 2030 auf 64 Teams am Horizont steht, steht Infantino vor einer kritischen Phase, während er diese Herausforderungen an seine Autorität meistert und versucht, seine umstrittene Amtszeit zu verlängern.
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