Laut The Guardian erreichte die Kontroverse um den VAR kürzlich einen neuen Höhepunkt, hervorgehoben durch eine langwierige Überprüfung während des Sonntagnachmittagsspiels bei West Ham. Der Vorfall, bei dem ein Tor von Arsenal wegen Pablos Foul an David Raya aberkannt wurde, rückte die Auswirkungen der Technologie auf den Spielfluss und die Geduld der Fans in den Mittelpunkt.
Während der Überprüfung wies VAR-Offizieller Darren England Schiedsrichter Chris Kavanagh an: „Einfach weiter verzögern“, während sich der Vorgang entfaltete. Unglaubliche 2 Minuten und 35 Sekunden (155 Sekunden) vergingen von dem Moment, als der Ball die Torlinie von Arsenal überquerte, bis England Kavanagh schließlich zum Wiederholungsbildschirm schickte. Dort sah sich Kavanagh akribisch 17 Wiederholungen des Vorfalls an, ein Beweis für die komplizierte, oft langwierige Natur von VAR-Überprüfungen.
Fans lehnen VAR ab, doch seine Reichweite wächst
Trotz solch langwieriger Unterbrechungen und der ständigen Debatten scheinen offizielle Stellen entschlossen, den Zuständigkeitsbereich des VAR zu erweitern. Dies steht in krassem Gegensatz zur öffentlichen Meinung. Eine aktuelle Umfrage der Football Supporters’ Association ergab eine überwältigende Unzufriedenheit unter den Premier-League-Fans:
- 76 % der Premier-League-Fans wollen den VAR komplett abschaffen.
- Nur 3 % glauben, dass der VAR den Sport wirklich verbessert hat.
Die English Football League (EFL) operiert bemerkenswerterweise ohne VAR, ein Punkt, der oft von jenen angeführt wird, die seine Abschaffung aus der höchsten Spielklasse fordern. Doch bei der kommenden Weltmeisterschaft soll der VAR noch weiter ausgedehnt werden, einschließlich Überprüfungen bei zweiten gelben Karten und Eckbällen. Während die Premier League voraussichtlich auf den Einsatz des VAR bei Eckbällen verzichten wird, deutet der globale Trend auf eine stärkere technologische Intervention hin.
Lesen Sie auch: Frank und Postecoglou übernehmen rivalisierende Expertenrollen nach ihren Tottenham-Abgängen
Der kommerzielle Motor der Debatte
Das Paradoxon der VAR-Ausweitung inmitten weit verbreiteter Fan-Unzufriedenheit lässt sich durch seinen kommerziellen Reiz erklären. Die Technologie erzeugt trotz ihrer Kritiker einen ständigen Strom von Empörung, Debatte und Engagement und wird so effektiv zu ihrem eigenen Spektakel. Diese „Schaum und Leidenschaft“ verwandelt sich in „süßen Sekundärinhalt“, der Fernsehdebatten, Zeitungskolumnen und Online-Diskussionen befeuert, die alle einen erheblichen kommerziellen Wert für Sender und Medienunternehmen haben.
Howard Webb, Leiter der Professional Game Match Officials (PGMOL), verteidigte den Prozess auf der Plattform Match Officials Mic’d Up. „Es dauert eine Weile, weil sie den Prozess gewissenhaft durchlaufen. Weil sie das Spiel wirklich respektieren“, erklärte Webb und deutete an, dass Gründlichkeit die Verzögerungen notwendig mache. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Gründlichkeit das Spiel oft entstellt und die Definitionen von Handspiel, akzeptablem Kontakt im Strafraum und Abseits zunehmend unklar macht. Die traditionelle Kunst des Schiedsrichterns, die das Beurteilen des Spielverlaufs und das Management der Stimmung von Spielern und Zuschauern umfasst, geht oft in der stillen, klinischen Umgebung des Stockley Park verloren.
Letztendlich stellt der VAR eine bedeutende Veränderung in der Fußballlandschaft dar. Obwohl er objektive Gerechtigkeit anstrebt, entfremdet seine Implementierung oft genau die Fans, die den Sport antreiben, doch seine Fähigkeit, endlose Diskussionen und Engagement zu erzeugen, sichert seine fortgesetzte und sogar expandierende Präsenz.
Quellen: www.theguardian.com
Lesen Sie auch: LeBron James wägt Zukunft nach frühem Playoff-Aus der Lakers ab
Lesen Sie auch: Mourinhos fulminantes Comeback bei Real Madrid: Kann er den angeschlagenen Giganten wieder auf die Beine bringen?



