Samuel Eto’o

Eto’o stellt sich gegen Europas FIFA-Aufstand

Samuel Eto’o verteidigt Gianni Infantino und fordert, das umstrittene Investorenprojekt der FIFA nach einer möglichen Wiederwahl des Präsidenten erneut zu beraten.

·

Read in:

Der Widerstand gegen Infantino wächst, doch aus Afrika erhält der FIFA-Chef weiterhin prominente Unterstützung. Nun hat sich auch einer der erfolgreichsten afrikanischen Fußballer klar auf seine Seite gestellt.

Eto’o, inzwischen Präsident des kamerunischen Fußballverbandes, führt die heftige Kritik vor allem auf die für März 2027 angesetzte FIFA-Präsidentschaftswahl zurück.

Eto’o zweifelt an der Mehrheit

Infantino habe seiner Ansicht nach keinen Fehler gemacht, erklärte Eto’o in einem von CNN ausgestrahlten Interview. Der frühere Stürmer sicherte ihm sowohl seine persönliche Unterstützung als auch die seines Verbandes zu.

Infantino habe den Fußball verändert und kleineren Nationen neue Möglichkeiten eröffnet. Eto’o verwies dabei auf zusätzliche Entwicklungsgelder und bessere Chancen afrikanischer Verbände.

Lesen Sie auch: Druck auf Antonelli wächst, während die Titelhoffnungen schwinden: „Wir sind ganz klar nicht mehr das schnellste Auto"

Wie CNN Brasil berichtete, hätte die Vorlage nach seiner Auffassung von allen 211 FIFA-Mitgliedern diskutiert und anschließend demokratisch abgestimmt werden müssen.

Eto’o bezweifelt, dass die öffentlich geäußerte Ablehnung tatsächlich die Mehrheit des Weltverbandes repräsentiert. Damit stellt er sich direkt gegen UEFA, AFC und Concacaf.

Das steckt hinter dem Projekt

Im Mittelpunkt steht FIFA Forward Enterprise. Die geplante Tochtergesellschaft sollte kommerzielle Aktivitäten und die organisatorische Durchführung wichtiger FIFA-Wettbewerbe übernehmen.

An private Investoren sollten 20 Prozent des Unternehmens verkauft werden. Medienberichten zufolge lag die angestrebte Bewertung bei rund 20 Milliarden Dollar, weshalb Kritiker von einer teilweisen Privatisierung der Weltmeisterschaft sprachen.

Lesen Sie auch: Salah bekommt seinen Liverpool-Partner zurück

Die FIFA bestritt, dadurch die Kontrolle über ihre Wettbewerbe abzugeben. Laut ihrer Darstellung des Projekts sollte jeder Mitgliedsverband zwischen 2027 und 2030 Entwicklungsgelder in Höhe von 20 Millionen Dollar erhalten.

Über ein zusätzliches, freiwilliges Programm wären weitere 20 Millionen Dollar pro Verband möglich gewesen. Für Länder mit geringen Einnahmen hätte dies einen erheblichen Ausbau ihrer Infrastruktur und Nachwuchsarbeit ermöglichen können.

Eto’o sieht darin ein Mittel, die Kräfteverhältnisse im Weltfußball auszugleichen. Stärkere afrikanische Verbände könnten Talente besser fördern und verhindern, dass ihre besten Spieler später für andere Nationalmannschaften antreten.

Auch der DFB lehnte den Plan ab

Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände, darunter der DFB, wiesen das Modell einstimmig zurück. Sie befürchteten, dass Renditeinteressen künftig Entscheidungen über Spielpläne, Turnierformate und Vermarktung beeinflussen könnten.

Lesen Sie auch: Van Dijk bricht sein Schweigen zu Liverpools Transfers: „Wir brauchen einen Kader, der konkurrieren kann"

In einer ungewöhnlich scharfen gemeinsamen Erklärung drohte die UEFA sogar damit, keine Nationalmannschaften mehr zu FIFA-Wettbewerben zu schicken, solange das Projekt Bestand habe.

Infantino zog die Vorlage am 31. Juli zurück. Er räumte ein, dass die Pläne zu Spaltungen geführt hätten, die dem ursprünglich genannten Ziel nicht mehr dienten.

Der Machtkampf geht weiter

Eto’o möchte das Projekt nach einer Wiederwahl Infantinos erneut auf die Tagesordnung setzen. Bei einer Abstimmung aller Verbände würde es nach seiner Überzeugung angenommen.

Damit widerspricht er auch mehreren früheren und aktiven Profis. Unter anderem Emmanuel Petit, Mikaël Silvestre, David James und Lucy Bronze forderten öffentlich einen Führungswechsel bei der FIFA, wie der Guardian berichtete.

Lesen Sie auch: City einigt sich mit Liga-Rivalen auf 58-Millionen-Deal

Der Konflikt zeigt einen grundsätzlichen Gegensatz. Europas Verbände wollen private Eigentümer von FIFA-Wettbewerben fernhalten, während Eto’o und andere afrikanische Funktionäre Infantinos finanzielle Unterstützung für kleinere Fußballnationen hervorheben.

Bislang ist Infantino der einzige erklärte Kandidat für die Wahl im März 2027. Eto’os Stellungnahme macht deutlich, dass der Schweizer trotz des europäischen Widerstands weiterhin über einflussreiche Verbündete verfügt.

Lesen Sie auch: Champions-League-Auslosung am Donnerstag: Europas Top-Klubs erfahren ihr Schicksal

Related Stories