Florentino Perez

Pérez verschärft den Streit, Barcelona prüft rechtliche Schritte

Real Madrid Präsident Florentino Pérez hat Neuwahlen im Klub angekündigt, seine Führung verteidigt und die Vorwürfe gegen Barcelona im Negreira Fall erneut aufgegriffen. Barcelona erklärte, die Aussagen durch seine Rechtsabteilung…

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Pérez macht aus dem Druck eine Klubabstimmung

Florentino Pérez sagte, er werde nicht zurücktreten und plane Wahlen bei Real Madrid. Laut The Guardian kündigte der Präsident den Schritt auf einer angespannten Pressekonferenz an, ohne ein Datum für die Abstimmung oder den formalen Ablauf zu nennen.

Pérez wies Spekulationen zurück, er könne aus gesundheitlichen Gründen oder wegen seines Alters abtreten. Zugleich griff er Teile der Medien und nicht näher benannte Gegner an, denen er vorwarf, Druck auf ihn auszuüben. Seine Botschaft war klar: Wer seine Führung infrage stellt, soll dies über die Mitglieder von Real Madrid tun.

Barcelona legt Pérez’ Worte der Rechtsabteilung vor

Barcelona reagierte, nachdem Pérez den Klub erneut mit dem Negreira Fall in Verbindung gebracht und die Rechtmäßigkeit früherer Ergebnisse infrage gestellt hatte. Laut AS prüft die Rechtsabteilung des Klubs seine Vorwürfe und entscheidet, ob weitere Schritte folgen.

Die Erklärung von Barcelona lautet übersetzt: „In Bezug auf die von Real Madrid Präsident Florentino Pérez einberufene Pressekonferenz teilen wir mit, dass unsere Rechtsabteilung seine Anschuldigungen und Aussagen sorgfältig prüft.

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Derzeit werden diese Aussagen analysiert und die nächsten Schritte bewertet. Wenn es als angemessen erachtet wird, wird der Klub die eingenommenen Positionen und getroffenen Entscheidungen ordnungsgemäß mitteilen.“

Der Negreira Fall bleibt offen

Im Negreira Fall geht es um Zahlungen Barcelonas an Unternehmen, die mit José María Enríquez Negreira verbunden waren, dem früheren Vizepräsidenten des spanischen Schiedsrichterausschusses.

Laut AP erklärten spanische Staatsanwälte, Barcelona habe zwischen 2001 und 2018 rund 7,3 Millionen Euro gezahlt. Der Klub bestreitet Fehlverhalten und argumentiert, das Geld sei für technische Berichte über Schiedsrichter bestimmt gewesen.

Ein endgültiges Urteil gegen Barcelona gibt es nicht. Der Klub betont, keine Schiedsrichterentscheidungen gekauft zu haben. Kritiker sehen in den jahrelangen Zahlungen an eine führende Figur im Schiedsrichterwesen dennoch einen schwerwiegenden Interessenkonflikt. Genau diese juristisch ungeklärte Lage macht Pérez’ jüngste Aussagen besonders heikel.

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Pérez spricht von verlorenen Meistertiteln

Pérez verschärfte den Konflikt, indem er behauptete, Real Madrid sei in den Jahren des Untersuchungszeitraums geschädigt worden. Laut Cadena SER sagte er, Real Madrid werde einen Bericht von mehr als 500 Seiten an die UEFA schicken, und bezeichnete den Negreira Fall als den größten Skandal der Fußballgeschichte.

Seine schärfste Aussage lautet übersetzt: „Ich habe sieben Meisterschaften gewonnen. Es hätten 14 sein können, aber sie wurden mir gestohlen.“ Barcelonas Prüfung dürfte sich nun darauf konzentrieren, ob solche Formulierungen noch als sportliche Meinung gelten oder als rufschädigende Anschuldigung gegen den Klub.

Spaniens größte Rivalität steht wieder vor Gericht

Die juristische Lage ist weiter in Bewegung. Laut Catalan News strich ein Gericht in Barcelona 2024 den Bestechungsvorwurf aus dem Verfahren, weil Negreira nicht als Amtsträger eingestuft wurde. Andere Teile der Untersuchung liefen jedoch weiter.

Diese Unterscheidung ist entscheidend, weil Pérez über einen Fall spricht, der politisch hochbrisant, aber rechtlich nicht abgeschlossen ist. Barcelona wurde nicht wegen sportlicher Korruption verurteilt.

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Real Madrid stellt den Fall weiterhin als zentrale Frage für die Glaubwürdigkeit des spanischen Fußballs dar. Der Konflikt verlagert sich damit erneut vom Spielfeld in Richtung Gerichtssaal und öffentliche Stellungnahmen.

Quellen: The Guardian, AS, AP, Cadena SER, Catalan News

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