Der französische Fußballverband hat mit Gianni Infantino gebrochen. In einer einstimmigen Abstimmung seines Exekutivkomitees am Donnerstag, dem 10. September, zog die FFF ihre Unterstützung für die Bewerbung des FIFA-Präsidenten um eine vierte Amtszeit zurück.
»Das in den FIFA-Präsidenten gesetzte Vertrauen ist zerbrochen«, sagte Verbandspräsident Philippe Diallo vor Journalisten.
Frankreich hatte Infantino am 29. Juni unterstützt, als er der einzige Kandidat für seine eigene Nachfolge war. Die FFF erklärt nun, die Grundlage für diese Unterstützung sei entfallen, und zwar nach »einer Reihe von Vorgängen, die unmittelbar die Governance der FIFA und ihren Präsidenten betreffen und in direktem Widerspruch zu den Grundprinzipien guter Governance und den Werten des Fußballs stehen«.
Ein 20-Prozent-Anteil, der nie auf den Markt kam
Der Bruch dreht sich um Infantinos Plan, einen Anteil von 20 Prozent an FIFA-Wettbewerben, einschließlich der Weltmeisterschaft, an private Investoren zu verkaufen. Dieses Vorhaben wurde im Juli aufgegeben, nachdem sich die UEFA und andere Konföderationen dagegen gestellt hatten, doch der Nachhall ist nicht verklungen.
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»Die Art, wie wir uns die Führung des Weltfußballs vorstellen, entspricht nicht mehr der Art, wie sie tatsächlich betrieben wird«, sagte Diallo.
Diallo sagte, der Vorschlag sei ohne angemessene Konsultation der Mitgliedsverbände entstanden und habe, in den Worten der FFF, »dem Ansehen und der Einheit des Fußballs schwer geschadet«.
England, Italien und Belgien waren zuerst da
Frankreich ist nicht der erste europäische Verband, der Infantinos Lager verlässt. Italien, England, Schottland, Schweden und Belgien hatten ihre Unterstützung in den Wochen zuvor bereits zurückgezogen, wobei der belgische Schritt am 7. September erfolgte. Auch der ungarische FIFA-Vizepräsident Sándor Csányi brach im August mit dem Amtsinhaber.
Die UEFA, die Asiatische Fußball-Konföderation und die CONCACAF haben allesamt einen Wechsel an der FIFA-Spitze gefordert. Die Konföderationen entscheiden allerdings nicht, wie ihre Mitglieder abstimmen; jeder der 211 FIFA-Verbände gibt am Wahltag eine eigene Stimme ab. Öffentlichen Rückhalt genießt Infantino weiterhin von CONMEBOL und CAF.
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Infantino ist nach wie vor der einzige Kandidat
Gegenkandidaten haben bis zum 18. November Zeit, ihre Bewerbung offiziell anzumelden; die Wahl findet am 18. März 2027 auf dem 77. FIFA-Kongress in Rabat, Marokko, statt. Zum Zeitpunkt von Diallos Ankündigung bleibt Infantino der einzige erklärte Kandidat.
Diallo machte deutlich, dass sich Frankreich nicht mit bloßer Opposition begnügen werde.
»Es reicht nicht, nur Kritik zu üben, wenn man etwas bewegen will. Man muss auch Vorschläge machen.«
»Wir werden bis dahin bereit sein müssen, eine Kandidatur aufzustellen, die in der Lage ist, die FIFA-Präsidentschaft zu gewinnen.«
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