Von Jamie Carragher gerankt: die Top 10 der Premier-League-Mittelfeldspieler
Jamie Carraghers Top 10 ist weit mehr als nur eine nostalgische Rückschau. Seine Auswahl basiert auf den Eigenschaften, auf die er bei der Begründung seiner Picks immer wieder zurückkam: Passqualität, Spielkontrolle, Vielseitigkeit auf verschiedenen Mittelfeldpositionen, Einfluss in den größten Momenten und die Fähigkeit, auf höchstem Niveau ein Spiel zu dominieren. Er sollte aus 24 legendären Premier-League-Mittelfeldspielern wählen, und seine endgültige Reihenfolge zeigt, dass er komplette, spielprägende Akteure höher bewertet als reinen Ruf oder bloße Popularität. Das folgende Ranking basiert auf dem GiveMeSport-Bericht über Carraghers Auswahl bei Monday Night Football, wobei Roy Keane ausdrücklich widersprach und argumentierte, dass Kevin De Bruyne auf Platz eins hätte stehen müssen.
10. Cesc Fabregas

Cesc Fabregas eröffnet Carraghers Top 10 auf Platz zehn, was bereits ein deutliches Zeichen dafür ist, wie hoch sein Niveau im historischen Premier-League-Vergleich eingeschätzt wird. Allein die Tatsache, dass er sich in einem Feld voller Ausnahmespieler durchsetzt, spricht für seine Klasse. Seine größte Stärke war seine technische Qualität, gepaart mit Übersicht und Ruhe am Ball. Gleichzeitig deutet die Platzierung darauf hin, dass Carragher andere Mittelfeldspieler für noch prägender, kompletter oder dominanter hielt. Fabregas gehört klar in diese Debatte, auch wenn er in diesem Ranking nicht ganz zur absoluten Spitze zählt.
9. Rodri

Rodri auf Platz neun einzuordnen, ist ein klares Signal dafür, dass Carragher ihn bereits jetzt in die Riege der ganz Großen einordnet. Er steht damit in einer Liste mit Spielern, die über viele Jahre Epochen geprägt haben. Rodris Stärke liegt in seiner Kontrolle des Rhythmus, seiner strategischen Disziplin und seiner Fähigkeit, Spiele aus dem Zentrum heraus zu ordnen. Der kleine Makel in dieser Platzierung ist eher historischer Natur: Carragher sieht offenbar noch andere Namen vor ihm, die über einen längeren Zeitraum oder auf noch spektakulärere Weise Einfluss genommen haben. Trotzdem ist seine Aufnahme in die Top 10 bereits eine enorme Auszeichnung.
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8. Yaya Toure

Yaya Toure landet auf Rang acht und bleibt damit zwar außerhalb der ganz vorderen Plätze, gehört aber immer noch zur absoluten Elite der Premier-League-Geschichte. Seine Wucht, seine Dynamik und seine Fähigkeit, Spiele mit einer einzigen Aktion zu verändern, machten ihn zu einem außergewöhnlichen Mittelfeldspieler. Carragher erkennt diese Qualität klar an, sonst wäre Toure nicht in dieser Liste vertreten. Gleichzeitig zeigt die Platzierung, dass er andere Spieler für konstanter oder umfassender in ihrem Einfluss hält. Toure war ein dominanter Akteur, doch in Carraghers Augen offenbar nicht ganz so vollständig wie einige der Namen, die noch vor ihm stehen.
7. Paul Scholes

Paul Scholes auf Platz sieben ist vielleicht die überraschendste Entscheidung in Carraghers Ranking, weil sein Lob für den ehemaligen Manchester-United-Spieler sehr deutlich ausfällt. Er beschreibt Scholes als einen besonderen Typ Mittelfeldspieler, der sich von vielen klassischen englischen Profilen unterschied. Statt Kraft, Tempo und Box-to-Box-Energie hebt Carragher seine technische Klasse und sein außergewöhnliches Spielverständnis hervor. Genau darin lag seine große Stärke: Scholes war ein stilistisch einzigartiger Spielmacher. Der Grund, warum er dennoch nur Siebter ist, scheint darin zu liegen, dass Carragher bei anderen Spielern mehr körperliche Komplettheit oder größere Allround-Qualitäten sieht.
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6. N'Golo Kante

N’Golo Kante belegt Platz sechs und befindet sich damit klar in der oberen Elite dieses Rankings. Seine Position zeigt, wie groß Carraghers Respekt für seine Leistungen in der Premier League ist. Kantes größte Stärke war seine enorme Reichweite gegen den Ball, kombiniert mit Intelligenz, Timing und der Fähigkeit, gegnerische Angriffe früh zu zerstören. Er konnte Spiele durch Energie und Präsenz prägen, ohne ständig im Mittelpunkt zu stehen. Dass er nicht noch höher steht, deutet darauf hin, dass Carragher andere Spieler als noch kompletter oder nachhaltiger in ihrem historischen Einfluss bewertet. Dennoch ist Platz sechs in dieser Gesellschaft eine herausragende Würdigung.
5. Frank Lampard

Frank Lampard schafft es auf Platz fünf und steht damit mitten im inneren Zirkel von Carraghers Auswahl. Diese Position unterstreicht, wie groß sein Stellenwert im historischen Vergleich ist. Lampards Stärke lag in seiner außergewöhnlichen Produktivität, seiner Konstanz und seiner Fähigkeit, aus dem Mittelfeld heraus entscheidende Momente zu liefern. Er war ein Spieler, der über Jahre hinweg konstant Einfluss auf Ergebnisse nahm. Dass Carragher ihn dennoch nicht unter die Top vier setzt, zeigt, dass er bei anderen Mittelfeldspielern noch mehr Vielseitigkeit oder noch stärkeren Einfluss auf das gesamte Spiel sieht. Lampard bleibt trotzdem einer der ganz großen Namen der Premier-League-Ära.
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4. Patrick Vieira

Patrick Vieira verpasst das Podium nur knapp und landet auf Platz vier, was seine historische Größe eindrucksvoll unterstreicht. In einer Debatte dieser Härte ist schon die Nähe zu den ersten drei ein klares Zeichen von Ausnahmequalität. Vieira brachte Präsenz, Führungsstärke und enorme Kontrolle ins Zentrum des Spiels. Er war ein Mittelfeldspieler, der Spiele nicht nur beeinflussen, sondern auch emotional und physisch an sich reißen konnte. Seine Stärke lag in dieser Autorität und seiner umfassenden Wirkung auf beide Phasen des Spiels. Dass er nicht noch höher steht, heißt lediglich, dass Carragher drei andere Namen als noch prägender für die Premier-League-Geschichte einstuft.
3. Kevin De Bruyne

Kevin De Bruyne steht auf Platz drei, und Carraghers Begründung fällt fast so aus, als würde er über eine absolute Ausnahmeerscheinung sprechen. Er nennt ihn den besten Passgeber, den die Premier League je gesehen hat, und verweist auf seine Fähigkeit, Spiele mit Kreativität und Präzision zu entscheiden. Gerade in großen Momenten habe De Bruyne den Unterschied ausgemacht, besonders in entscheidenden Titelrennen von Manchester City. Seine größte Stärke ist also seine außergewöhnliche Klasse im letzten Pass und seine Spielgestaltung auf höchstem Niveau. Dass er trotzdem nicht auf Platz eins steht, liegt daran, dass Carragher bei Keane und Gerrard noch mehr Kontrolle beziehungsweise noch mehr Komplettheit erkennt.
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2. Roy Keane

Roy Keane auf Platz zwei ist Ausdruck von Carraghers enormer Wertschätzung für einen Spieler, der seiner Meinung nach oft falsch eingeordnet wurde. Er betont, dass Keane weit mehr war als nur ein harter, kämpferischer Mittelfeldmann. Für Carragher war er sogar einer der besten Passspieler dieser Liste, insbesondere wenn es darum ging, Linien zu brechen und offensive Mitspieler in Szene zu setzen. Seine größte Stärke lag in seiner totalen Kontrolle über das Spiel und darin, dass ganze Partien durch ihn liefen. Keanes einziger Nachteil in diesem Ranking ist, dass Carragher Gerrard als noch vielseitiger und noch vollständiger im Gesamtpaket sieht.
1. Steven Gerrard

Steven Gerrard steht bei Carragher auf Platz eins, weil er in seinen Augen keinen echten Schwachpunkt hatte. Genau das ist der Kern seiner Begründung und der entscheidende Unterschied zu allen anderen Namen auf dieser Liste. Gerrard konnte als Sechser, Achter oder Zehner spielen und auf jeder dieser Positionen Spiele auf höchstem Niveau prägen. Seine Stärke lag in seiner Vielseitigkeit, seiner Athletik, seiner technischen Qualität und seinem Einfluss in den größten Momenten. Carragher blendet sogar aus, dass Gerrard nie die Premier League gewann, weil er überzeugt ist, dass kaum ein anderer Spieler Liverpool in diesen Jahren so sehr getragen hätte. Für ihn war Gerrard deshalb der kompletteste und größte Premier-League-Mittelfeldspieler überhaupt.
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