Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die auf beispiellose 104 Spiele in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko erweitert wurde, hat eine neue Funktion eingeführt, die sich für den Sender Fox als äußerst lukrativ, bei Fans und Fußballpersönlichkeiten jedoch als kontrovers erweist: obligatorische Trinkpausen. Diese dreiminütigen Unterbrechungen, die nach 22 Minuten jeder Halbzeit in jedem Spiel unabhängig von der Stadiontemperatur eingeführt werden, sind zu einer begehrten Werbefläche geworden und generieren Hunderte Millionen Dollar für den Sender.
Seit dem Eröffnungsspiel, Mexikos 2:0-Sieg gegen Südafrika, hat Fox während jeder Trinkpause konsequent Vollbildwerbung ausgestrahlt. Diese Strategie hat sofort Beschwerden von Zuschauern hervorgerufen, die die kommerziellen Unterbrechungen als störend für den Spielfluss und als Ausnutzung einer Maßnahme empfinden, die vorgeblich dem Wohlergehen der Spieler dienen soll.
Fox‘ lukrative Werbestrategie
Die finanziellen Auswirkungen für Fox sind erheblich. Der Sender soll Berichten zufolge mindestens 200.000 US-Dollar für einen 30-sekündigen Werbespot während der Gruppenphase des Turniers einnehmen. Dieser Preis steigt dramatisch für Spiele mit der US-Nationalmannschaft, wo ein 30-Sekunden-Slot 750.000 US-Dollar einbringen kann. Schätzungen von Awful Announcing zufolge könnte der Sender, wenn es Fox gelingt, alle acht verfügbaren 30-sekündigen Werbespots während jedes Spiels zu verkaufen, erstaunliche 332,8 Millionen US-Dollar generieren.
Dieser Einnahmestrom ist entscheidend für Fox, das Berichten zufolge 485 Millionen US-Dollar für die Übertragungsrechte dieser Weltmeisterschaft gezahlt hat. Prognosen deuten darauf hin, dass die Einnahmen aus den Trinkpausen-Werbungen allein voraussichtlich mindestens die Hälfte der beträchtlichen Rechtegebühr des Senders decken werden. Die Werberichtlinien der FIFA erlauben vier 30-sekündige Werbespots pro dreiminütiger Trinkpause, mit vorgeschriebenen 20-sekündigen und 30-sekündigen Puffern am Anfang bzw. Ende jeder Unterbrechung. Obwohl Fox die Einhaltung dieser Richtlinien nicht immer strikt befolgt hat, berichtet Givemesport, dass die FIFA bestätigt hat, dass keine Disziplinarmaßnahmen ergriffen werden, solange die Werbespots auf die Trinkpausen beschränkt sind.
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Kritik an der Kommerzialisierung wächst
Die Kommerzialisierung dieser Pausen ist auch prominenten Persönlichkeiten im Fußball nicht verborgen geblieben. Liverpool-Kapitän Virgil van Dijk äußerte seinen Unmut nach dem 2:2-Unentschieden der Niederlande gegen Japan und erklärte: „Ich finde, jedes Mal, wenn wir in die Werbung gehen, ist das nicht wirklich etwas, das mir gefällt. Ich denke, für die neutralen Zuschauer im Fernsehen ist es auch nicht toll.“ Der ehemalige Trainer Jürgen Klopp ging noch weiter und warf den Verantwortlichen vor, „den Fußball als Geisel zu nehmen“ und bezeichnete die Kühlpausen als „einen vergoldeten Käfig, der für Sponsoren gebaut wurde“.
Das Festhalten des Senders an diesen Werbepausen blieb auch in kritischen Momenten bestehen, wie zum Beispiel während der Trinkpause in der zweiten Halbzeit des Spiels Spanien gegen Kap Verde, als Lamine Yamal zur Einwechslung bereitstand. Während Fox‘ aktueller Ansatz der Vollbildwerbung fortgesetzt werden soll, deutet Awful Announcing an, dass ein Bild-in-Bild-Ansatz „noch geschehen könnte“, bevor das Turnier endet. Im Gegensatz dazu hat sich der Partnersender Telemundo entschieden, während der obligatorischen Trinkpausen keine Werbung auszustrahlen und den Zuschauern in diesen Zeiten ein ununterbrochenes Seherlebnis zu bieten.
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