Carlos Mac Allister hat gegenüber argentinischen Medien erklärt, dass Lionel Messis Ansprache in der Kabine, die nach dem WM-Finale in den sozialen Netzwerken für großes Aufsehen sorgte, laut den Schilderungen seines Sohnes Alexis nichts anderes als eine taktische Besprechung gewesen sei.
Die Videoaufnahmen vermittelten allerdings einen ganz anderen Eindruck.
Das Video wurde im Spielertunnel des MetLife Stadiums aufgenommen und verbreitete sich nur wenige Stunden nach Spaniens 1:0-Sieg nach Verlängerung rasant in den sozialen Medien. Zu sehen ist, wie der argentinische Kapitän kurz vor dem Anpfiff ruhig auf seine sichtlich emotionalen Mitspieler einredet.
Messis Ansprache ging viral
Messi sagte zu seinen Mitspielern:
Lesen Sie auch: Macron mischt im 13-Millionen-Euro-Kampf um Frankreichs Tour-Wunderkind mit
„Bleibt ruhig, Jungs. Denkt nur ans Fußballspielen. Bleibt ruhig, vergesst alles um euch herum. Vergesst einfach alles und spielt euren Fußball.“
In Argentinien wurde dieser Moment unterschiedlich interpretiert. Manche sahen darin einen Hinweis darauf, dass es Messis letztes WM-Spiel gewesen sein könnte.
Andere vermuteten Spannungen innerhalb der Mannschaft. Der Journalist Hernán Castillo stellte sogar die Theorie auf, Messi habe sich mit einer emotionalen Rede von seinen Teamkollegen verabschiedet und angedeutet, dass dies sein letztes Spiel im Trikot der Nationalmannschaft sein könnte.
Carlos Mac Allister widerspricht den Spekulationen
Carlos Mac Allister, ehemaliger Nationalspieler Argentiniens und Vater von Alexis Mac Allister, der im Finale im Mittelfeld begann, widersprach dieser Darstellung in einem Radiointerview deutlich.
Lesen Sie auch: LeBron nimmt drastische Gehaltskürzung im letzten Anlauf auf den fünften NBA-Titel in Kauf
„Er hat mir erzählt, dass sie lediglich darüber gesprochen haben, Fußball zu spielen, den Ball laufen zu lassen, miteinander zu kombinieren und nicht ständig lange Bälle nach vorne zu schlagen“, sagte er und schilderte sein Gespräch mit Alexis nach der Partie.
Nach den Worten seines Sohnes ging es Messi ausschließlich darum, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, das Spiel mit kurzen Pässen aufzubauen und sich mit Dreiecken aus dem spanischen Pressing zu lösen, anstatt den Ball unkontrolliert nach vorne zu schlagen.
Auch die öffentliche Debatte kommentierte Carlos Mac Allister unmissverständlich.
„Manchen Journalisten fällt es schwer zu akzeptieren, dass es nach einer Niederlage manchmal nur eine Erklärung gibt: Der Gegner war einfach besser“, erklärte er. Nicht irgendwelche Szenen im Spielertunnel seien ausschlaggebend gewesen, sondern Spaniens starke Leistung, weshalb Argentinien New Jersey ohne den WM-Pokal verlassen musste.
Lesen Sie auch: Putin wurde ein umstrittener sportlicher Sieg beschert, während Russland seinen neutralen Status aufgibt
Torres entscheidet das Finale in der Verlängerung
Auch sportlich verlief der Abend für Argentinien enttäuschend.
Enzo Fernández, der auf den Aufnahmen neben Messi zu sehen war, wurde nach einem Foul an Pau Cubarsí kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
In der 106. Minute erzielte der eingewechselte Ferran Torres schließlich den entscheidenden Treffer. Nach einer Flanke von Pedro Porro von der linken Seite legte Nico Williams den Ball per Kopf in den Strafraum zurück, wo Torres mit einem Volley zum 1:0 traf.
Unabhängig davon, was Messi im Spielertunnel tatsächlich gesagt hatte, zeichnete Carlos Mac Allister ein klares Bild: Sein Kapitän wollte die Mannschaft vor dem Anpfiff lediglich beruhigen – und Spanien war an diesem Abend schlicht die bessere Mannschaft.
Lesen Sie auch: Infantinos trotzige WM-Verteidigung kollidiert mit tragischen Realitäten und Visumsstreitigkeiten
Lesen Sie auch: Emmanuel Petit: Harry Kanes Ballon d'Or-Chancen für 2026 sind „vorbei“



