Jonas Vingegaard hat sich seit seiner Operation am 21. Juli wegen eines Schlüsselbeinbruchs noch kein einziges Mal wieder aufs Fahrrad gesetzt.
Das bestätigte der Däne am Donnerstag in Glyngøre, dem rund 1.300 Einwohner zählenden Fischerort, in dem er aufgewachsen ist. Dort fiel der Startschuss zur zweiten Etappe der PostNord Danmark Rundt.
Vingegaard stand dabei nicht selbst am Start. Er verabschiedete das Peloton und stellte sich auf der Bühne den Fragen der Streckensprecher.
„Es wird besser. Es tut eigentlich nicht mehr richtig weh. Ich kann meinen Arm wieder benutzen“, sagte Vingegaard im Gespräch mit dem dänischen Fernsehsender TV 2.
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„Er ist noch nicht ganz wie früher, aber das wird wieder.“
Kein Grund zur Eile
Neun Tage nach seiner Operation sprach Vingegaard erstmals öffentlich über seinen Gesundheitszustand – und tat das bemerkenswert offen.
Das Team Visma-Lease a Bike hatte den Eingriff bereits wenige Stunden nach der Operation als unkompliziert beschrieben. Der zweimalige Tour-de-France-Sieger selbst hatte sich bis jetzt jedoch nicht zu seiner Verfassung geäußert.
Auch warum er bislang noch nicht auf die Rolle zurückgekehrt ist, erklärte er ganz offen.
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„Ich brauchte nach der Tour einfach eine Pause. Es war ein hartes Jahr“, sagte er.
Dahinter steckt mehr als nur die aktuelle Verletzung. Im Mai gewann Vingegaard den Giro d’Italia und komplettierte damit seine Sammlung der drei großen Landesrundfahrten. Damit wurde er zum ersten Dänen und erst zum achten Fahrer der Geschichte, der die Tour de France, den Giro d’Italia und die Vuelta gewann.
Nur sechs Wochen später stand er bereits wieder bei der Tour de France am Start. Als Gesamtzweiter stürzte er rund 20 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe auf dem Weg nach Plateau de Solaison. Damit war seine Rundfahrt beendet.
Die Lust aufs Rennfahren ist da
In Glyngøre wurde Vingegaard herzlich empfangen. Veranstaltungsleiter Klaus Falk Paarup hatte den Besuch bereits Tage zuvor angekündigt und Vingegaard als „den großen Helden von Glyngøre“ bezeichnet. Gleichzeitig sollte sein Auftritt die Gelegenheit bieten, ihm zum Giro-Sieg zu gratulieren.
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Zwischen den Fahrern, die kurz vor dem Start standen, gab Vingegaard zu, dass ihn die Rennatmosphäre bereits wieder reizt.
„Man spürt dieses Kribbeln, wieder Rennen fahren zu wollen. Vor allem heute hier zu Hause“, sagte er.
WM bleibt eine Option
Die entscheidende Frage lautet nun, wann Vingegaard wieder Rennen fahren wird. Die Vuelta a España beginnt am 22. August, also nur einen Monat nach der Operation, und gilt derzeit nicht als realistisches Ziel.
Die Straßen-Weltmeisterschaften in Montreal am 27. September verschaffen ihm dagegen knapp zwei Monate Zeit. Dennoch wollte er sich nicht festlegen.
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„Ausgeschlossen ist es nicht. Aber ich möchte jetzt auch nicht sagen, dass es definitiv passieren wird“, erklärte Vingegaard.
Entscheidend sei nicht der Kalender, sondern sein Körper.
„Ich weiß es im Moment einfach noch nicht. Es hängt davon ab, wie das Schlüsselbein reagiert, wie es verheilt und wie die gesamte Genesung verläuft.“
Die Antwort auf die Frage, die in Glyngøre alle hören wollten, fiel letztlich kurz und eindeutig aus: Jonas Vingegaard ist seit seiner Operation noch nicht wieder aufs Rad gestiegen.
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