Die Mechanik ist einfach, die Wirkung radikal. Die UEFA und ihre Verbündeten wollen, dass die FIFA-Präsidentschaft zwischen den sechs Kontinentalverbänden rotiert, so wie multinationale Institutionen wie die Europäische Union ihre Spitzenposten weiterreichen. Ein Präsident auf Rotationsbasis kann keine persönliche Machtbasis über ein Jahrzehnt aufbauen, und genau darum geht es.
Vorangetrieben wurde der Plan diese Woche in Salzburg, wo PSG am Mittwoch Aston Villa im UEFA-Supercup schlug und sich die umliegenden Räume mit den ranghöchsten Funktionären des Fußballs füllten. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin führte am Rande eine Reihe von Gesprächen. Der am genauesten beobachtete Teilnehmer war Patrice Motsepe, der CAF-Präsident und FIFA-Vizepräsident, dessen Verband zu Infantinos beständigsten Unterstützern zählt.
Ein Vorsitzender mit Stellvertretern, oder gar kein Präsident mehr
Eine zweite diskutierte Option geht sogar noch weiter. Sie würde den Präsidententitel ganz abschaffen und an seine Stelle einen Vorsitzenden setzen, gestützt auf ein Gremium von Stellvertretern und einen gestärkten Verwaltungsapparat. Die Richtung ist in beiden Modellen dieselbe: das Amt aus einem persönlichen Lehen in etwas verwandeln, das einem professionellen Verwaltungsdienst näherkommt.
Bei den Gesprächen in Salzburg ging es außerdem um eine unabhängige Governance-Prüfung der FIFA und ein Grundsatzpapier, das die künftige Struktur und die Prinzipien des Verbands skizziert.
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Der 20-Milliarden-Dollar-Plan, der in drei Tagen zerfiel
Nichts davon kam aus dem Nichts. Am 28. Juli stellte die FIFA FIFA Forward Enterprise vor, ein Vorhaben, rund 4,2 Milliarden Dollar einzusammeln, indem rund 20 Prozent an einer neuen kommerziellen Tochtergesellschaft verkauft werden sollten, die die Übertragungsrechte, das Sponsoring und den Ticketverkauf für Veranstaltungen einschließlich der Herren-WM übernehmen sollte. Die Tochtergesellschaft wurde mit 20 Milliarden Dollar bewertet.
Das Vorhaben überlebte drei Tage. Die UEFA stimmte einstimmig dafür, mit einem Boykott von FIFA-Wettbewerben zu drohen, und nannte den Plan „unverantwortlich und unhaltbar“; sie warf der FIFA vor, die „Seele“ des Sports zum Verkauf zu stellen. Die CONCACAF lehnte das Vorhaben ab, die AFC widersprach und forderte eine dringende Überprüfung der FIFA-Governance. Infantino zog den Plan am 31. Juli zurück, am selben Tag, an dem Chefberater Carlos Cordeiro aus Protest zurücktrat und der operative Geschäftsführer Kevin Lamour ihn öffentlich als „das Projekt einer einzigen Person“ bezeichnete.
Motsepe: an die Wahlurne, nicht zum Putsch
Motsepes Anwesenheit in Salzburg hatte Gewicht, weil die CAF Infantino durchgängig gestützt hatte. Seine Botschaft am selben Tag fiel jedoch auffallend vorsichtig aus. Gegenüber Al Jazeera sagte der CAF-Präsident, das Schicksal des FIFA-Präsidenten müsse von den Verbänden entschieden werden, nicht durch Druck aus den Büros der Kontinentalverbände.
„Wenn ihr ihn absetzen wollt, geht den Weg über eine Wahl; lasst die 211 Mitgliedsverbände entscheiden“, sagte Motsepe.
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„Es gibt vieles, was problematisch und negativ ist und was sie beheben müssen. Aber er hat sich entschuldigt und gesagt, dass diese Dinge vielleicht anders hätten gehandhabt werden sollen.“
Diese Einordnung ist wichtig. Die FIFA-Präsidentenwahl ist für März 2027 angesetzt, die Kandidatenregistrierung endet am 18. November. Kontinentalverbände können Lobbyarbeit leisten, kritisieren und Empfehlungen aussprechen, aber sie bestimmen nicht über die Stimmen ihrer Mitgliedsverbände; jeder der 211 FIFA-Mitgliedsverbände gibt seine eigene Stimme ab.
43 Stimmen, um die Tür zu öffnen, 106, um sie zu schließen
Der formale Eskalationsweg existiert auf dem Papier. Ein Misstrauensantrag bei der FIFA braucht die Unterstützung von 43 Verbänden, also 20 Prozent des Kongresses, um überhaupt eingebracht zu werden. Die Absetzung des Präsidenten würde anschließend 106 von 211 Stimmen erfordern. Ein solcher Antrag ist bislang nicht gestellt worden.
Nasser Al-Khelaifi, der PSG-Präsident, der häufig als möglicher Herausforderer gehandelt wird, nahm sich in Salzburg selbst aus dem Rennen. Er sagte Journalisten, er sei in seiner aktuellen Rolle bei PSG „sehr glücklich“. Namen, die weiterhin für ein künftiges Rennen kursieren, sind unter anderem CONCACAF-Präsident Victor Montagliani und AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa.
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Die UEFA und ihre Verbündeten haben das Ergebnis benannt, das sie mindestens akzeptieren werden: einen Wechsel sowohl an der Spitze als auch in der Governance der FIFA. Die Wahl im März 2027 ist nun das feste Datum am Horizont.
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