Fahrer flüchten in ein Hotel
Die 174 Kilometer lange Etappe von Gruissan-Aude nach Font-Romeu begann bei Sonne und Hitze. Auf dem Col de Mont-Louis änderte sich das Wetter jedoch innerhalb kürzester Zeit. Starkregen setzte ein, ehe große Hagelkörner auf die Fahrer niedergingen und die Straße in eine glatte, weiße Fläche verwandelten.
Rund 15 bis 16 Kilometer vor dem Ziel hob Spitzenreiter Tadej Pogačar die Hand und signalisierte dem Feld, nicht weiterzufahren. Gemeinsam mit Mads Pedersen wies er die Profis an, schnellstmöglich Schutz zu suchen. Ein nahe gelegenes Hotel wurde daraufhin zum Zufluchtsort für einen Großteil des durchnässten Pelotons.
„Am Ende kamen dann erst der Regen und anschließend der Hagel, der extrem schmerzhaft war“, schrieb Hannes Wilksch in einem Beitrag, der von CyclingMagazine zitiert wurde. Der deutsche Lidl-Trek-Profi berichtete zudem von blauen Flecken nach den Treffern.
Alle Punkte werden gestrichen
Zu diesem Zeitpunkt fuhren Mats Wenzel und Lorenzo Fortunato an der Spitze. Das Hauptfeld mit Pogačar lag ungefähr 40 Sekunden zurück. UAE Team Emirates hatte den Ausreißern zuvor nur begrenzten Raum gelassen und bereitete offenbar einen Angriff seines Kapitäns am Schlussanstieg vor.
Lesen Sie auch: Hamilton wütend auf Ferrari nach kostspieliger Strategieentscheidung: „Tolle Art, Zeit zu verschwenden"
Dazu kam es nicht mehr. Laut L’Équipe folgte die Rennleitung dem Extremwetter-Protokoll des Weltverbandes UCI. Die Etappe wurde vollständig annulliert, es gab weder einen Sieger noch eine Siegerehrung.
Auch die Punkte und Bonussekunden vom Zwischensprint und der Bergwertung wurden gestrichen. Damit blieb das Gesamtklassement unverändert. Pogačar verteidigte das Rote Trikot vor Wout van Aert und Matthew Brennan.
Nächster Härtetest wartet in Andorra
Für Pogačar bedeutete der Abbruch eine verpasste Chance. Sein Team hatte lange gearbeitet, um dem Slowenen auf dem Weg nach Font-Romeu den nächsten Angriff zu ermöglichen. Statt einer sportlichen Entscheidung blieben Bilder von frierenden Fahrern, abgestellten Rädern und einer gemeinsamen Flucht ins Trockene.
Am Dienstag soll die Vuelta in Andorra fortgesetzt werden. Die kurze vierte Etappe enthält drei Anstiege der ersten Kategorie und bietet den Klassementfahrern damit sofort die nächste Gelegenheit für einen Schlagabtausch.
Lesen Sie auch: FIFA-Rennen nimmt Konturen an: Ceferin verzichtet, drei Namen rücken in den Fokus
Lesen Sie auch: Manchester Uniteds Topverdiener enthüllt: Rashford kehrt für 300.000 Pfund pro Woche zurück



