Vier Jahre lang verfügte LIV über eine im Profisport ungewöhnliche finanzielle Sicherheit. Saudi-Arabiens Public Investment Fund finanzierte millionenschwere Verträge, hohe Preisgelder und den Angriff auf die PGA Tour.
Damit ist bald Schluss. Laut Sky Sports beendet der PIF seine direkte Finanzierung nach der Saison 2026 und zwingt LIV damit zu einem völlig neuen Geschäftsmodell.
Der neue Geldgeber bleibt geheim
LIV erklärt, bereits eine unterschriebene und vom Vorstand genehmigte Vereinbarung mit einem neuen Hauptinvestor abgeschlossen zu haben. Vollzogen werden soll das Geschäft im September.
Weder der Name des Investors noch die finanziellen Bedingungen wurden veröffentlicht. Geschäftsführer Scott O’Neil sagte lediglich, der neue Partner werde die Liga künftig „tragen und finanzieren“.
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Nach offiziellen Angaben von LIV Golf interessieren sich außerdem mehr als zwölf weitere Parteien für Minderheitsbeteiligungen.
Die Liga versichert, dass dadurch die Spielzeiten bis einschließlich 2030 gesichert werden könnten. Noch ist die Transaktion jedoch nicht endgültig abgeschlossen.
Aus Spielern sollen Eigentümer werden
Die größte Veränderung betrifft die Profis. Künftig sollen sie gemeinsam die Mehrheit an LIV halten und nicht mehr nur mit garantierten Millionenverträgen für ihre Teilnahme bezahlt werden.
Damit erhalten die Spieler neue wirtschaftliche Chancen. Gleichzeitig tragen sie einen größeren Teil des Risikos, falls Teams, Sponsoren und Medienrechte nicht die erhofften Einnahmen bringen.
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Auch der Kalender soll umgebaut werden. Statt 14 Turnieren sind zehn zentrale Veranstaltungen geplant, darunter fünf internationale Team Majors und fünf sogenannte Signature Events.
LIV bezeichnet diesen Ansatz als diversifiziertes Modell mit mehreren Investoren. In einer Mitteilung zur neuen Strategie behauptete die Liga, ihre Einnahmen 2026 verdoppelt zu haben, veröffentlichte dazu aber keine ausführlichen Geschäftszahlen.
Rahm wird zum wichtigsten Test
Kaum ein Spieler steht so sehr für die Bedeutung dieses Übergangs wie Rahm. Der Spanier wechselte Anfang 2024 mit einem der größten Verträge der Golfgeschichte zu LIV.
Seine Verpflichtung brachte der Liga sportliche Qualität und internationale Aufmerksamkeit. Ein Abschied während der Umstrukturierung wäre deshalb weit mehr als der Verlust eines prominenten Namens.
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Rahm hat nicht angekündigt, LIV verlassen zu wollen. Auf die Frage, ob er selbst Geld in die Liga investieren könnte, antwortete er jedoch: „Sag niemals nie.“
Bislang sei er nicht um Kapital gebeten worden. Wie AS berichtete, wusste Rahm aber von mehreren Überlegungen, mit denen das Projekt weiterentwickelt werden soll.
Auch Bryson DeChambeau bleibt ein Unsicherheitsfaktor, weil sein aktueller Vertrag Berichten zufolge Ende 2026 ausläuft. O’Neil machte deutlich, dass er beide Stars unbedingt halten möchte.
Die Zeit des unbegrenzten Geldes endet
Die Dimension des Umbruchs zeigt sich an den bisherigen Investitionen. Golf Monthly beziffert die saudischen Zahlungen bis Februar 2026 auf mehr als 5,3 Milliarden Dollar.
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Mit diesem Kapital konnte LIV den Profisport in kurzer Zeit verändern. Es bewies jedoch nicht, dass die Liga ohne regelmäßige Zahlungen eines Staatsfonds wirtschaftlich überleben kann.
Nun muss LIV seine besten Spieler halten, private Investoren überzeugen und nachhaltige Einnahmen erzielen. Die Zukunft hängt nicht länger allein vom politischen und sportlichen Ehrgeiz Saudi-Arabiens ab.
Rahm entscheidet nicht im Alleingang über das Schicksal der Liga. Wollen ihre größten Namen jedoch kein Teilhaber der neuen LIV-Version werden, könnte die angekündigte Zukunft sehr kurz ausfallen.
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