Zum ersten Mal werden die Zuschauer der Premier League die Stimme eines Schiedsrichters auf dem Spielfeld schon Sekunden nach dem Pfiff hören und nicht erst mehrere Tage später.
Sky Sports und TNT Sports haben die Freigabe erhalten, in jeder der 38 Spielrunden der Premier League in dieser Saison den Ton von ein oder zwei RefCam-Szenen einzublenden, eingespielt als nahezu Live-Wiederholungen und nicht live während des Spiels. Die RefCam-Abdeckung selbst wird von rund 20 im Fernsehen übertragenen Spielen in der Vorsaison auf rund 45 ausgeweitet.
Das Tonverbot, das die früheren Testphasen geprägt hat, bleibt für jene Momente bestehen, die die meisten Fans hören wollen. Nach den Regeln des International Football Association Board (IFAB) darf die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter, dem Video-Assistenten und dem Assistenten des VAR nicht übertragen werden, und jede an den VAR weitergeleitete Szene ist von den RefCam-Clips gänzlich ausgeschlossen.
Webbs Vorstoß für Transparenz stößt bei der IFAB auf eine Mauer
Howard Webb, Leiter des Schiedsrichterwesens bei Pro Ref, hat die Transparenz-Agenda vorangetrieben, die diese Änderung möglich gemacht hat. Pro Ref ist der neue Name jener Institution, die das englische Profischiedsrichterwesen bis zur Umbenennung im Juni 2026 als PGMOL geführt hat. Webb hat 2023 die Sendung „Match Officials Mic’d Up“ ins Leben gerufen und setzt sich seitdem bei der IFAB weiter dafür ein, ihre Live-VAR-Beschränkung zu lockern.
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Die IFAB lässt sich davon nicht überzeugen. Laut The Times warnte Lukas Brud, der Generalsekretär des Verbands, dass ein Live-Ton „ein chaotisches Zuschauererlebnis schaffen und Schiedsrichter potenziell in eine unsichere Lage bringen könnte.“ Bis sich die Regel ändert, bleibt der Austausch zwischen Schiedsrichter und VAR aus dem Fernsehen ausgeschlossen.
KMI-Panel-Urteile werden ab sofort wöchentlich veröffentlicht
Die Sender, die Premier League und Pro Ref entscheiden gemeinsam, welche RefCam-Clips ausgestrahlt werden, und der Start des nahezu Live-Tons erfolgt erst nach den Auftaktwochen der Saison und nicht am ersten Spieltag.
Neben der Ausweitung der RefCam wird die Liga wöchentlich die Urteile des Key-Match-Incidents-Panels in voller Länge veröffentlichen, samt direkten Zitaten von Schiedsrichtern und VAR-Offiziellen. Diese Unterlagen waren zuvor nur den Vereinen und den Spieloffiziellen zugänglich.
Die RefCam selbst tauchte in der Premier League erstmals am 6. Mai 2024 auf, als der australische Schiedsrichter Jarred Gillett bei Crystal Palace gegen Manchester United eine Kopfkamera trug. In der vergangenen Saison war sie fest etabliert, doch aufgrund der Vereinbarungen mit den Vereinen konnten die Aufnahmen erst Tage nach dem Schlusspfiff gezeigt werden.
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