Spanien hatte sich kaum an die Zeit nach Rafael Nadal gewöhnt, da kämpfte sich bereits ein weiterer junger Spieler namens Rafa in Richtung Weltspitze.
Rafael Jódar ist erst 19 Jahre alt. Trotzdem gewann er bereits ein ATP-Turnier, erreichte ein Grand-Slam-Viertelfinale und näherte sich den besten zehn Spielern der Welt.
Besonders auffällig ist seine Bilanz. In den ersten 50 Tour-Matches der zugrunde gelegten Statistik feierte Jódar 36 Siege und verlor nur 14-mal.
Selbst Nadal startete schwächer
Nach einer historischen Berechnung von AS erreichte in der Open Era nur der frühere argentinische Weltranglistenvierte José Luis Clerc dieselbe 36-14-Bilanz.
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John McEnroe, Andy Roddick und Andrei Medvedev kamen demnach jeweils auf 34-16. Nadal und Carlos Alcaraz gewannen 31 ihrer ersten 50 Partien.
Jannik Sinner startete mit 30 Siegen und 20 Niederlagen. Roger Federer und Novak Djokovic standen nach ihren ersten 50 Begegnungen jeweils bei 27-23.
Jódars aktuelle 36 Siege lassen sich anhand seiner Resultate aus dem Jahr 2026 nachvollziehen. Die vollständige historische Rangliste stammt jedoch von AS und wurde nicht als offizieller ATP-Rekord veröffentlicht.
Ein Durchbruch nach dem anderen
Jódar begann die Saison noch außerhalb der etablierten Weltspitze. In Marrakesch holte er auf Sand seinen ersten Titel auf der ATP Tour.
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Anschließend erreichte der Spanier die Viertelfinals in Madrid und Rom. Bei den French Open gelang ihm sogar bei seiner ersten vollständigen Profisaison der Einzug unter die besten acht.
Dort unterlag er Alexander Zverev, der später den Titel gewann. Allein der Pariser Lauf zeigte jedoch, dass Jódars Aufstieg nicht nur auf kleineren Turnieren stattfindet.
Auf Hartplatz setzte er seine Entwicklung fort. In Washington stand er erstmals in einem ATP-500-Endspiel, verlor laut offiziellem ATP-Spielbericht aber mit 6:7 (2), 4:6 gegen Taylor Fritz.
Danach erreichte Jódar das Halbfinale des Masters-1000-Turniers in Montreal. In Cincinnati endete seine Serie erst im Achtelfinale gegen Flavio Cobolli.
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Diese Ergebnisse brachten ihn bis auf Rang elf. Zum Zeitpunkt der AS-Auswertung hatten 2026 nur Zverev und Sinner mehr Matches auf der Tour gewonnen.
Der Rekord braucht Kontext
Eine starke Bilanz nach 50 Partien garantiert keine Karriere wie die von Nadal oder Federer. Spieler schaffen den Sprung auf die Tour in unterschiedlichem Alter und treffen auf verschieden starke Gegner.
Federer und Djokovic benötigten beispielsweise länger, um ihre spätere Dominanz zu entwickeln. Entscheidend sind auf Dauer nicht die ersten 50 Spiele, sondern Titel, körperliche Stabilität und Leistungen bei Grand Slams.
Jódar versucht deshalb, die wachsenden Erwartungen zu bremsen. Nach seiner Niederlage gegen Sinner in Madrid sagte er gegenüber der ATP: „Es liegt noch ein langer Weg vor mir.“
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Seine Weltranglistenposition veränderte sich innerhalb weniger Monate dramatisch. Öffentlich spricht der Teenager dennoch häufiger über Lernen und Verbesserung als über Rekorde.
New York wird zur nächsten Prüfung
Nun kehrt Jódar zu den US Open zurück. Dort gewann er 2024 bereits den Juniorentitel gegen den Norweger Nicolai Budkov Kjær, wie die offizielle Turnierseite dokumentiert.
Dieses Mal tritt er als gesetzter Profi und gefährlicher Außenseiter an. Ein weiteres starkes Grand-Slam-Ergebnis würde die Vergleiche mit Nadal und Alcaraz weiter verstärken.
Fünfzig Matches reichen nicht aus, um Jódars Zukunft vorherzusagen. Sie zeigen aber, dass Spanien womöglich bereits seinen nächsten außergewöhnlichen Tennisspieler gefunden hat.
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