Ein sorgfältig inszenierter Auftritt
Wladimir Putin hat sich erneut ins Zentrum des russischen Sports gerückt. Der Präsident besuchte eine neu errichtete Eishockeyarena, während sein Land weiterhin um die vollständige Wiederzulassung zu internationalen Wettbewerben kämpft.
Bei seinem Besuch in Nischni Nowgorod am Freitag besichtigte Putin zunächst die neue VOLGA Arena und traf anschließend junge Spieler, die auf dem Eis trainierten. Laut RIA Novosti bezeichnete er den Komplex als „ein Geschenk für alle“ und hob die große Bedeutung des Eishockeys in der Region hervor.
Die Spieler überreichten ihm einen traditionell mit Chochloma-Malerei verzierten Eishockeyschläger und versprachen, künftig Siege zu liefern. Putin signierte im Gegenzug einen weiteren Schläger sowie ein Trikot.
Die Bilder transportierten genau jene Botschaft, die der Kreml vermitteln wollte: ein Präsident in der Nähe junger Sportler, ein Land, das in moderne Anlagen investiert, und ein russisches Eishockeysystem, das sich auf die Zukunft vorbereitet.
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Russlands internationaler Kampf geht weiter
Der Zeitpunkt des Besuchs lässt sich nur schwer von Russlands umfassenderem Versuch trennen, seine Position im Weltsport zurückzugewinnen.
Im Juli hob das Internationale Olympische Komitee die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig auf und lockerte mehrere Beschränkungen für russische Athleten. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Entscheidung als einen „wichtigen Schritt“ zur Wiederherstellung der aus Moskauer Sicht legitimen Rechte russischer Sportler, wie die Associated Press berichtete.
Die Empfehlungen des IOC sind jedoch nicht bindend. Die einzelnen internationalen Verbände dürfen ihre bisherigen Beschränkungen weiterhin aufrechterhalten. Die Leichtathletik hat keine Bereitschaft erkennen lassen, dem Kurs des IOC zu folgen, während Russland nach wie vor von den großen Wettbewerben der FIFA und UEFA ausgeschlossen ist.
Putins Besuch war damit mehr als ein lokaler Termin in einer neuen Arena. Er passt zu dem Versuch, den Eindruck zu vermitteln, dass der russische Sport trotz seiner internationalen Isolation funktioniert, wächst und eine neue Generation von Athleten hervorbringt.
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Eine neue Heimat für russisches Eishockey
Die 95.700 Quadratmeter große VOLGA Arena umfasst eine Haupthalle mit 12.000 Plätzen sowie zwei kleinere Trainingsflächen. Eine davon kann für Para-Eishockey genutzt werden. Hinzu kommen medizinische Einrichtungen, Regenerationsbereiche, Taktikräume und spezialisierte Trainingszonen.
Die Arena wird zur neuen Heimat von Torpedo Nischni Nowgorod, einem der traditionsreichen Eishockeyklubs des Landes.
Für Putin bietet der Komplex jedoch auch eine wirkungsvolle politische Kulisse. Während internationale Verbände über Russlands Rückkehr beraten, kann der Kreml auf neue Anlagen, junge Talente und gut besuchte nationale Wettbewerbe verweisen.
Der Kampf um Russlands Rückkehr wird deshalb nicht nur in den Sitzungssälen des Weltsports ausgetragen. Putins jüngster Auftritt zeigt, dass er auch mit sorgfältig ausgewählten Bildern vom Eis geführt wird.
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