Alberto Contador nimmt die Hitzewellen-Erklärung für das, was im Peloton der Vuelta a España 2026 passiert, nicht ab. Im Eurosport-Analyseprogramm La Montonera lieferte der ehemalige spanische Radprofi eine deutlichere Lesart: die Vuelta ist die Grand Tour, aus der die Fahrer am leichtesten aussteigen, und die Gründe seien eher struktureller als meteorologischer Natur.
„Es ist keine Frage der Hitze oder Ähnlichem, die Saison ist fortgeschritten und viele haben ihre Verträge bereits geregelt“, sagte Contador in der Sendung.
„Ich glaube, das ist die Grand Tour, aus der man am leichtesten aussteigt.“
Bis zur 14. Etappe hatten bereits knapp 35 Fahrer aufgegeben, und das Feld schrumpfte so schnell, dass Alpecin-Premier Tech nur noch mit drei Fahrern im Rennen war. UAE Team Emirates-XRG und Team Picnic PostNL waren auf jeweils vier Fahrer geschrumpft.
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Vertragssaison, nicht Hitze
Contadors Argument dreht sich um die Motivation. Die Vuelta schließt den Grand-Tour-Kalender des Radsports ab, und Ende August richten die größten Teams ihren Blick bereits über sie hinaus.
„Es gibt WorldTour-Teams, die, in Anführungszeichen, ein wenig verpflichtet zur Vuelta kommen“, sagte Contador.
„Die eingeladenen Teams sind deutlich engagierter, weil das Rennen für sie so wichtig ist.“
„Einer steigt aus dem einen Grund aus, ein anderer aus einem anderen, noch einer, und ehe man sich versieht, beendet man das Rennen ein Jahr mit einem Fahrer, im nächsten mit zwei, im übernächsten mit drei“, sagte Contador.
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Die WM steht vor der Tür
Die Eurosport-Kollegin Sandra Alonso stützte diese Kalender-Lesart. Mit der näher rückenden Straßen-Weltmeisterschaft kommen einige Teams und Fahrer mit geringeren Ambitionen zur Vuelta als zur Tour de France oder zum Giro d’Italia.
„Es ist die letzte Grand Tour des Jahres, und die WM steht ganz kurz bevor“, sagte Alonso.
Die Ausfallliste selbst liest sich nicht wie reine Hitzeerschöpfung. Stürze machen rund die Hälfte der Aufgaben aus. Tadej Pogačar war der prominenteste Ausfall, der auf Etappe 8 mit einer Gehirnerschütterung, einem Schlüsselbeinbruch und einer C7-Fraktur aus dem Rennen genommen wurde. Krankheit setzte Mads Pedersen und Alexey Lutsenko außer Gefecht. Pavel Sivakovs Aufgabe auf Etappe 13 gehörte zu den wenigen, die formell auf extreme Hitze zurückgeführt wurden.
Enric Mas übernahm nach Pogačars Sturz auf Etappe 8 das rote Trikot und hat es bis zur 14. Etappe verteidigt, wobei er seinen Vorsprung auf Roglič bei der Bergankunft auf der Sierra de la Pandera ausbaute. Der Movistar-Fahrer geht mit einem Vorsprung von rund zwei Minuten auf Felix Gall in die letzte Rennwoche, Primož Roglič folgt mit ähnlichem Rückstand auf Rang drei.
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