654 Spiele ohne Eintrag im Notizbuch des Schiedsrichters
Es ist eine dieser Fußballstatistiken, die umso unglaublicher klingt, je länger man darüber nachdenkt.
Wie The Touchline auf X hervorhebt, absolvierte Gary Lineker 654 Pflichtspiele, ohne eine einzige gelbe oder rote Karte zu erhalten.
Dabei verbrachte er seine Karriere keineswegs abseits der größten Fußballbühnen. Lineker spielte für Leicester City, Everton, den FC Barcelona, Tottenham Hotspur und Nagoya Grampus und entwickelte sich gleichzeitig zu einem der erfolgreichsten Torschützen der englischen Nationalmannschaft.
Auch die UEFA bestätigt den Kern dieser außergewöhnlichen Statistik. In einem Rückblick schrieb der Verband, dass Lineker nicht nur nie vom Platz gestellt wurde, sondern während seiner Karriere nicht einmal eine gelbe Karte erhielt.
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Für jeden Profifußballer wäre eine solche Bilanz außergewöhnlich. Für einen Mittelstürmer, der mehr als ein Jahrzehnt auf höchstem Niveau spielte und in einer deutlich körperlicheren Fußballära aktiv war, wirkt sie beinahe absurd.
Barcelonas Statistiken zeigen das Ausmaß
Besonders deutlich wird Linekers Bilanz bei seinem Aufenthalt in Spanien.
Laut dem offiziellen Spielerarchiv des FC Barcelona absolvierte der Engländer zwischen 1986 und 1989 insgesamt 138 Pflichtspiele für die Katalanen und erzielte dabei 52 Tore.
In derselben Datenbank steht bei seinen Karten: null Gelbe, null Rote.
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Lineker spielte in diesen drei Jahren gegen die stärksten Mannschaften Spaniens und trat zudem im Europapokal an. Trotzdem verließ er Barcelona ohne eine einzige offizielle Verwarnung und mit der Copa del Rey sowie dem Europapokal der Pokalsieger im Trophäenschrank.
Und Barcelona war lediglich ein Abschnitt einer Karriere, die von Leicester bis nach Japan führte.
FIFA würdigte seine außergewöhnliche Fairness
Lineker vermied nicht einfach nur Platzverweise. Er schaffte es offenbar, Verwarnungen vollständig aus seiner Karriere herauszuhalten.
Diese Besonderheit wurde schließlich auch von der FIFA gewürdigt. Laut der offiziellen Übersicht der FIFA-Fairplay-Preisträger erhielt Lineker die Auszeichnung im Jahr 1990.
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Sportlich gehörte er zu diesem Zeitpunkt längst zu den bekanntesten Stürmern der Welt.
Bei der WM 1986 gewann Lineker mit sechs Treffern den Goldenen Schuh. Vier Jahre später erreichte er mit England das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Italien. Insgesamt erzielte er 48 Tore in 80 Länderspielen und steht damit weiterhin auf Rang vier der ewigen englischen Torschützenliste der Männer.
Seine Fairplay-Bilanz entstand also keineswegs dadurch, dass er Zweikämpfen oder großen Spielen aus dem Weg ging. Lineker spielte Weltmeisterschaften, Europapokalpartien und nationale Topspiele gegen einige der besten Verteidiger seiner Generation.
Eine Statistik, die heute noch unglaublicher wirkt
Im modernen Fußball entstehen gelbe Karten aus zahllosen Situationen: taktischen Fouls, Reklamieren, Zeitspiel, dem Unterbinden von Kontern oder sogar übertriebenem Torjubel.
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Lineker beendete trotzdem eine komplette Profikarriere, ohne eine einzige zu erhalten.
Die UEFA bezeichnete ihn entsprechend als einen der Gentlemen des Spiels und verwies ausdrücklich darauf, dass er in seiner gesamten Karriere nie verwarnt wurde.
Natürlich gibt es berühmtere Zahlen aus Linekers Karriere: 48 Tore für England, der Goldene Schuh bei einer Weltmeisterschaft und zahlreiche Treffer für große europäische Vereine.
Doch 654 Pflichtspiele ohne eine einzige gelbe oder rote Karte könnten am Ende seine außergewöhnlichste Statistik sein.
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