Dietmar Hamann hat die Uhr bei Florian Wirtz gestellt. Wenn Liverpools teuerster Neuzugang „in den nächsten drei oder vier Wochen nicht anfängt, Spiele zu prägen“, sagte der frühere deutsche Nationalspieler Yahoo Sports, werden nach der Länderspielpause Transferspekulationen folgen.
In Anfield sieht man die Lage anders. Liverpool zahlte 2025 116 Millionen Pfund an Bayer Leverkusen für Wirtz und band ihn vertraglich bis 2030, und der Klub wird einen Spieler, den er weiterhin als zentral für das Projekt betrachtet, nicht zum Schnäppchenpreis abgeben.
Der Leverkusen-Maßstab
Die Zahlen erzählen die unangenehme Geschichte. Wirtz brachte es in seiner ersten Premier-League-Saison auf sieben Tore und ebenso viele Torvorlagen, ein Rückgang gegenüber den mehr als 20 Torbeteiligungen pro Saison, die er in seinen letzten beiden Jahren bei Bayer Leverkusen abgeliefert hatte. Auch der Sommer bot keinen Neustart: Bei der WM 2026 stand Wirtz in allen vier Partien der deutschen Mannschaft in der Startelf und verließ das Turnier mit drei Torvorlagen und ohne eigenen Treffer, als das Team im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen an Paraguay scheiterte.
Die Saison 2026-27 hat in derselben Tonlage begonnen. Wirtz spielte beim 0:0 Liverpools gegen Fulham am 12. September die vollen 90 Minuten, ohne einen entscheidenden Ballkontakt zu setzen, in einer Partie, zu der Andoni Iraola einräumte, dass sein Team offensiv Probleme gehabt habe.
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„Ich glaube, es ist das erste Spiel, seit ich hier bin, in dem wir Probleme hatten, Chancen zu kreieren, Tore zu erzielen und offensiv den Unterschied zu machen“, sagte Iraola.
Szoboszlai und der fehlende Pass
Journalist David Lynch argumentierte im Media-Matters-Podcast von Anfield Index, dass Wirtz sich eher aus dem Spiel läuft, als darin zu erstarren. Wirtz legte gegen Fulham 12,4 Kilometer zurück, eine Zahl, die Lynch als kontraproduktiv bezeichnete.
„Ich frage mich, ob die Distanz, die er zurücklegt, ihm zuweilen die Frische nimmt, wenn er den Ball bekommt.“
Lynchs zweiter Kritikpunkt gilt den Mitspielern um Wirtz herum. Liverpools Mittelfeld, so Lynch, finde ihn nicht in den Räumen, in denen er seine beste Arbeit verrichtet.
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„Szoboszlai sollte Wirtz auf der Zehn finden. Sie sollten ihn auf der Zehn finden, zehn-, fünfzehnmal pro Spiel.“
Hamanns Verón-Warnung
Hamanns Frust folgt einem vertrauteren Muster. Er griff auf die Verón-Warnung zurück: ein Weltklasse-Mittelfeldspieler, der, wie Hamann formulierte, „als der beste Mittelfeldspieler gepriesen“ ankam und „eine Saison durchhielt und dann nach Italien zurückging“. Sein Urteil über die Aufgabe des Deutschen fiel unmissverständlich aus.
„Er ist nicht da, um Bälle zu erobern, er ist da, um Tore aufzulegen und Tore zu erzielen.“
Jermaine Pennant steht auf der anderen Seite der Debatte. Der frühere Liverpool-Flügelspieler hat zu Geduld aufgerufen und darauf hingewiesen, dass Spieler „in der Vergangenheit anderthalb Saisons gebraucht haben, um in England wirklich Fuß zu fassen“, und dass Liverpool ungeachtet der aktuellen Phase einen Kreativspieler vom Profil eines Wirtz im Kader braucht.
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Iraolas eigene Mannschaft ist zwar ungeschlagen, hat aus ihren ersten vier Premier-League-Spielen aber nur sechs Punkte geholt. Bradley Barcola, der gegen Fulham auf der linken Seite seinen ersten Startelfeinsatz in der Premier League bekam, ist gekommen, um Liverpools Angriffsoptionen zu erweitern, nicht um den 116-Millionen-Pfund-Spielmacher auf der Zehnerposition zu ersetzen.
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