Die Positionierung von Motorrädern wurde während der 16. Etappe der Tour de France zu einem großen Diskussionsthema, nachdem Fernsehkommentatoren behaupteten, dass mehrere Fahrer einen unbeabsichtigten Windschattenvorteil erhalten hätten.
Die Kontroverse entstand während des 26,1 Kilometer langen Einzelzeitfahrens von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains. Remco Evenepoel gewann die Etappe in 32 Minuten und 19 Sekunden und schlug Tadej Pogačar um 28 Sekunden, wie der Live-Bericht des Guardian von der 16. Etappe festhielt.
Hamilton identifiziert ein bekanntes Problem
Tyler Hamilton, der achtmal an der Tour de France teilnahm und jetzt als Experte für TV 2 Sport arbeitet, sagte, dass mehrere der frühen Starter Motorräder hatten, die zu nah vor ihnen fuhren.
Ein Motorrad kann den Luftwiderstand für einen nachfolgenden Fahrer reduzieren, wodurch dieser bei gleichem körperlichen Aufwand eine höhere Geschwindigkeit beibehalten kann. Selbst wenn der Abstand für die Zuschauer erheblich erscheint, kann der aerodynamische Vorteil immer noch beträchtlich sein.
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„Ich habe bemerkt, dass einige der Fahrer, die am frühesten auf die Strecke gingen, ein Motorrad in ihrer Nähe hatten“, sagte Hamilton während der Übertragung von TV 2.
Er betonte, dass die Fahrer nicht für die Positionierung der Fahrzeuge verantwortlich seien.
„Glücklicherweise hatte es keinen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis, aber einige Fahrer erhielten kostenlosen Windschatten“, fügte Hamilton hinzu.
Tarlings Fahrt löst Kritik aus
Josh Tarlings Fahrt erregte besondere Aufmerksamkeit. Auf einem abschüssigen Abschnitt blieb ein Polizeimotorrad dicht vor dem Netcompany-Ineos-Fahrer und hatte offenbar Mühe, den Abstand nach dem Überfahren einer Bodenschwelle zu vergrößern.
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Die Analysten von TV 2 stellten fest, dass Tarling auf dem betreffenden Abschnitt die schnellste Zeit fuhr, obwohl die verfügbaren Zeitdaten nicht belegen können, wie viel, wenn überhaupt, er durch das Motorrad gewonnen hat.
Emil Vinjebo bezeichnete die Situation als inakzeptabel und argumentierte, dass das Motorrad sofort hätte wegfahren müssen. Der ehemalige Profi Lars Bak war ebenso kritisch und nannte es „reines Motor-Pacing“.
Beide machten deutlich, dass Tarling nichts falsch gemacht hatte. Von einem Fahrer, der ein Zeitfahren absolviert, wird erwartet, dass er der Strecke folgt und das schnellstmögliche Tempo hält; die Verantwortung für die Schaffung eines ausreichenden Abstands liegt beim Motorradfahrer und den Rennkommissaren.
Tarling stellte zunächst die schnellste Gesamtzeit von 34 Minuten und 21 Sekunden auf. Wie Cycling Weekly beschrieb, belegte der 22-Jährige schließlich den zehnten Platz, zwei Minuten und zwei Sekunden hinter Evenepoel.
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Forderungen nach besserer Schulung
Hamilton räumte ein, dass Motorräder bei großen Rennen wesentliche Aufgaben erfüllen, darunter die Überwachung der Strecke, das Tragen von Fernsehkameras und den Transport von Offiziellen. Er argumentierte jedoch, dass die Fahrer besser geschult werden müssten, um zu verstehen, wie ihre Position den Wettbewerb beeinflussen kann.
Die Richtlinien der UCI für Fahrzeuge in Rennkonvois wurden sowohl im Hinblick auf die Sicherheit als auch auf die sportliche Fairness eingeführt. Hamilton ist dennoch der Meinung, dass bei Zeitfahren, wo jede Sekunde zählt und die Fahrer voneinander getrennt sind, genauere Aufmerksamkeit erforderlich ist.
Die Vorfälle änderten nichts an der Identität des Etappensiegers, aber sie belebten eine langjährige Sorge im Profiradsport: Rennfahrzeuge müssen den Wettbewerb dokumentieren und schützen, ohne ihn zu beeinflussen.
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