Tadej Pogacar nahm am Donnerstag im Gelben Trikot Kurs auf die Alpen – mit einem Jahreseinkommen von rund zwölf Millionen Euro und damit etwa dem 34-Fachen dessen, was ein durchschnittlich verdienender WorldTour-Profi erhält. Allein sein Grundgehalt von acht Millionen Euro beim UAE Team Emirates-XRG übersteigt die zusammengerechneten Bezüge der drei Fahrer am unteren Ende der Top Ten.
Die Gehaltsrangliste für die Saison 2026, zusammengestellt vom Tour Magazin und nahezu deckungsgleich mit den Angaben von Domestique Cycling, zeigt eine äußerst ungleiche Verteilung:
1. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG), 8 Millionen Euro Grundgehalt, mit Prämien bis zu 12 Millionen Euro
2. Remco Evenepoel (Red Bull-BORA-hansgrohe), 6,6 Millionen Euro
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3. Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), 5 Millionen Euro
4. Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), 4 Millionen Euro
5. Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike), 4 Millionen Euro
6. Primoz Roglic (Red Bull-BORA-hansgrohe), 4 Millionen Euro
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7. Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), 2,7 Millionen Euro
8. Adam Yates (UAE Team Emirates-XRG), 2,7 Millionen Euro
9. Egan Bernal (INEOS Grenadiers), 2,5 Millionen Euro
10. Carlos Rodriguez (INEOS Grenadiers), 2,5 Millionen Euro
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Von diesen zehn Fahrern haben bei dieser Tour lediglich zwei realistische Chancen auf das Gelbe Trikot.
Der Rest des Pelotons kämpft um Etappensiege, Bergpunkte oder darum, unauffällig im Gruppetto ins Ziel zu kommen – und das zu deutlich niedrigeren Gehältern.
Diese Prämien treiben Pogacars Einkommen über zwölf Millionen Euro
Das Grundgehalt ist bei Pogacar nur ein Teil der Rechnung.
Sein Vertrag beim UAE Team Emirates läuft bis 2030 und enthält eine Ausstiegsklausel über 200 Millionen Euro. Zusätzlich zu seinem Grundgehalt von acht Millionen Euro erhält er eine Million Euro für einen Sieg bei der Tour de France, 500.000 Euro für einen Triumph beim Giro d’Italia oder bei der Vuelta und 250.000 Euro für den Gewinn des Regenbogentrikots.
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Sein Doppel aus Tour-Sieg und Weltmeistertitel im vergangenen Jahr brachte ihm allein 1,25 Millionen Euro an Teamprämien ein.
Hinzu kommen rund zwei Millionen Euro von neun persönlichen Sponsoren, darunter Colnago, DMT, MET, Continental, Enervit, Jana, Plume, der slowenische Tourismusverband und MyWhoosh, sowie etwa eine Million Euro aus Merchandising-Einnahmen. Insgesamt kam Pogacar 2025 damit auf etwas mehr als zwölf Millionen Euro.
Sein Agent Alex Carera verhandelt für 2026 zudem über zwei weitere Sponsorenverträge im Wert von jeweils einer Million Euro. Damit könnten sich Pogacars persönliche Sponsoreneinnahmen auf vier Millionen Euro pro Jahr verdoppeln.
Das mittlere WorldTour-Gehalt liegt bei 350.000 Euro
Der Abstand zwischen den zehn bestbezahlten Fahrern und dem Rest des Pelotons ist enorm.
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Ein selbstständiger WorldTour-Profi verdient 2026 im Median 350.000 Euro, der Durchschnitt liegt bei 654.000 Euro. Fest angestellte Fahrer kommen auf ein mittleres Jahreseinkommen von 216.000 Euro.
Helfer verdienen im Durchschnitt weniger als 150.000 Euro pro Jahr. Das Mindestgehalt in der WorldTour liegt bei 72.404 Euro für selbstständige Fahrer und bei 44.150 Euro für fest angestellte Profis.
Auch die Teambudgets sind mit der Spitze des Sports gewachsen. Das durchschnittliche Budget eines Männerteams in der WorldTour ist innerhalb eines Jahres von 31,1 auf 33,1 Millionen Euro gestiegen. Beim UAE Team Emirates sollen allein rund 30 Millionen Euro in die Fahrergehälter fließen.
Evenepoels Red-Bull-Vertrag ist mehr als 20 Millionen Euro wert
Evenepoels Wechsel zu Red Bull-BORA-hansgrohe zur Saison 2026 wurde im vergangenen August bestätigt. Der neue Vertrag des Belgiers soll sich über mehrere Jahre auf insgesamt mehr als 20 Millionen Euro belaufen – mögliche Leistungsprämien noch nicht eingerechnet.
Bei dieser Tour liegt er hinter Pogacar auf Rang zwei – und auch in der Gehaltsrangliste nimmt er den zweiten Platz ein.
Diese Parallele beschreibt die aktuelle Lage im Männer-Radsport treffend: Zwei Fahrer bewegen sich in einer eigenen Gehaltsklasse, drei weitere erhalten jeweils rund vier Millionen Euro, danach fällt das Niveau deutlich ab.
Am Freitag und Samstag erreicht die Tour Alpe d’Huez, wo zwei Bergankünfte in Folge auf dem Programm stehen, bevor am Sonntag das Finale in Paris folgt. Ein weiterer Gesamtsieg und das Gelbe Trikot würden Pogacars Einnahmen noch einmal um eine Million Euro erhöhen.



