Pogacar, Vingegaard

Tour de France 2026 – Power-Ranking: Die 15 größten Favoriten auf das Gelbe Trikot

Aktualisiert: 12:26, 02.07.2026 Die Tour de France wird auch in diesem Jahr wieder von der großen Rivalität zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard geprägt. Seit fünf Austragungen dominieren die beiden…

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Aktualisiert: 12:26, 02.07.2026

Die Tour de France wird auch in diesem Jahr wieder von der großen Rivalität zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard geprägt. Seit fünf Austragungen dominieren die beiden Ausnahmefahrer das wichtigste Radrennen der Welt, doch diesmal fühlt sich das Rennen anders an. Mit Paul Seixas, Isaac del Toro und Florian Lipowitz drängt eine neue Generation an die Spitze, während etablierte Namen wie Remco Evenepoel, Juan Ayuso und Mattias Skjelmose den letzten Schritt zur absoluten Weltklasse machen wollen. Vor dem Start werfen wir einen Blick auf die 15 größten Anwärter auf das Gelbe Trikot.

15. Richard Carapaz – EF Education-EasyPost

Richard Carapaz
caflockton / Shutterstock.com

Richard Carapaz gehört zwar nicht mehr zu den ganz großen Favoriten auf den Gesamtsieg einer Grand Tour, doch den Ecuadorianer sollte man niemals unterschätzen. Der Giro-d’Italia-Sieger, Olympiasieger und ehemalige Tour-Dritte hat seine Klasse über Jahre hinweg bewiesen und zählt noch immer zu den erfahrensten Rundfahrtspezialisten im Peloton.

Seine Vorbereitung verlief allerdings alles andere als optimal. Nachdem er den Giro wegen einer Operation absagen musste, geriet sein kompletter Saisonplan durcheinander. Zwar belegte er bei der Tour de Suisse den zweiten Gesamtrang, doch dieses Ergebnis täuscht ein wenig über seine tatsächliche Form hinweg. Einen Großteil seines Vorsprungs sicherte er sich bereits in den ersten Tagen, während er in den entscheidenden Bergetappen deutlich erkennen ließ, dass ihm aktuell noch einige Prozent zu seiner Bestform fehlen.

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Dennoch spricht vieles dafür, dass Carapaz gerade bei einer dreiwöchigen Rundfahrt wieder stärker wird. Genau das war schon immer seine größte Stärke. Kaum ein Fahrer steigert sich im Laufe einer Grand Tour so konstant wie der Ecuadorianer. Besonders in der dritten Woche gehört sein Motor nach wie vor zu den stärksten im gesamten Fahrerfeld. Das bewies er bereits bei der letztjährigen Tour, als er mit cleveren Fluchtgruppen sowohl eine Bergetappe als auch das Bergtrikot gewann.

Auch diesmal könnte genau dieses Szenario eintreten. EF Education-EasyPost wird das Rennen kaum kontrollieren können, weshalb Carapaz spätestens nach den ersten Bergetappen viel Freiraum erhalten dürfte. Mit seiner Erfahrung weiß er genau, wann er Kräfte sparen und wann er angreifen muss. Sobald die Favoriten sich gegenseitig beobachten, könnte er erneut von Ausreißergruppen profitieren.

Realistisch betrachtet dürfte der Kampf um Gelb außer Reichweite liegen. Doch das muss für Carapaz kein Nachteil sein. Ein Etappensieg, das Bergtrikot oder sogar eine Rückkehr in die Top Ten wären ein hervorragendes Ergebnis für einen Fahrer, der gerade in der dritten Woche einer Grand Tour immer noch zu den gefährlichsten Kletterern des Pelotons zählt.

14. Matteo Jorgenson – Visma | Lease a Bike

Matteo Jorgenson
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Matteo Jorgenson gehört zu den vielseitigsten Fahrern des gesamten Pelotons. Während sich viele Klassementfahrer ausschließlich auf Bergetappen konzentrieren, kann der Amerikaner gleichermaßen auf Kopfsteinpflaster, bei Klassikern und bei Rundfahrten auf höchstem Niveau bestehen. Genau diese Vielseitigkeit macht ihn für Visma unverzichtbar – sie wirft aber gleichzeitig die Frage auf, wie groß sein Potenzial als Grand-Tour-Kapitän tatsächlich ist.

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Im vergangenen Jahr machte Jorgenson einen gewaltigen Schritt nach vorne. Trotz seiner Helferrolle für Jonas Vingegaard belegte er den achten Gesamtrang der Tour de France und bewies damit eindrucksvoll, dass er inzwischen auch über drei Wochen konstant auf höchstem Niveau fahren kann.

Auch in dieser Saison bestätigte er seine Entwicklung zunächst eindrucksvoll. Besonders bei Tirreno-Adriatico zeigte er hervorragende Leistungen und präsentierte sich stärker denn je. Erst bei der Dauphiné beziehungsweise in Auvergne wurde deutlich, dass es gegen die absoluten Top-Kletterer noch Grenzen gibt. Sobald die Anstiege besonders lang und schwer wurden, verlor er deutlich an Boden.

Genau darin liegt nach wie vor seine größte Schwäche. Auf explosiven Anstiegen gehört Jorgenson mittlerweile zu den Besten der Welt. Werden die Berge jedoch länger und die Belastung extremer, fehlen ihm noch einige Prozent gegenüber den reinen Bergspezialisten.

Der Streckenverlauf der diesjährigen Tour kommt ihm allerdings deutlich entgegen. Es gibt weniger extrem schwere Hochgebirgsetappen als in den vergangenen Jahren, wodurch seine Vielseitigkeit stärker zur Geltung kommen dürfte. Gleichzeitig bleibt seine wichtigste Aufgabe bestehen: Jonas Vingegaard möglichst lange in den Bergen zu unterstützen.

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Sollte Visma ihn dennoch im Gesamtklassement halten, ist eine weitere Top-10-Platzierung absolut realistisch. Seine Konstanz, seine Vielseitigkeit und seine enorme Ausdauer machen ihn zu einem der interessantesten Fahrer im Kampf hinter den ganz großen Favoriten.

13. Matthew Riccitello – Decathlon CMA CGM Team

Matthew Riccitello
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Eigentlich war Matthew Riccitello für diese Tour de France gar nicht vorgesehen. Ursprünglich sollte der Amerikaner als Kapitän bei der Vuelta starten, doch die rasante Entwicklung von Paul Seixas stellte sämtliche Saisonpläne von Decathlon auf den Kopf.

Weil Seixas sich innerhalb weniger Monate vom Talent zum ernsthaften Podiumskandidaten entwickelte, musste Riccitello seine Rolle komplett neu definieren. Statt eigener Ambitionen wird er nun einer der wichtigsten Helfer des französischen Ausnahmetalents sein. Dennoch besitzt er selbst genügend Qualität, um im Gesamtklassement weit vorne zu landen.

Sein Potenzial steht außer Frage. Bereits beim Tour de l’Avenir zeigte Riccitello außergewöhnliche Kletterqualitäten, ehe er mit Rang fünf bei der letztjährigen Vuelta endgültig den Durchbruch auf Grand-Tour-Niveau schaffte. Seine Leistungen machten deutlich, dass er zu den besten Nachwuchs-Kletterern der Welt gehört.

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Problematisch bleibt allerdings seine fehlende Konstanz. Krankheiten und Rückschläge verhinderten in diesem Frühjahr, dass er dauerhaft seine Bestform erreichte. Deshalb reist er mit einigen Fragezeichen nach Frankreich.

Der Streckenverlauf könnte ihm allerdings in die Karten spielen. Die entscheidenden Bergetappen finden überwiegend in der zweiten Rennhälfte statt – genau dann, wenn Riccitello normalerweise seine stärkste Form erreicht.

Findet er rechtzeitig seinen Rhythmus, könnte er weit mehr sein als nur ein Edelhelfer für Seixas. Ein Platz unter den besten Zehn erscheint durchaus möglich und würde seinen Ruf als einer der vielversprechendsten Rundfahrer seiner Generation weiter festigen.

12. Mattias Skjelmose – Lidl-Trek

Mattias Skjelmose
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Mattias Skjelmose befindet sich an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere. Einerseits hat der Däne längst bewiesen, dass er zu den stärksten Fahrern bei hügeligen Klassikern gehört. Siege und Spitzenresultate beim Amstel Gold Race sowie zahlreiche starke Auftritte in den Ardennen sprechen eine eindeutige Sprache.

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Andererseits träumt Skjelmose weiterhin davon, eines Tages bei der Tour de France um das Gesamtklassement zu kämpfen. Genau deshalb veränderte die Verpflichtung von Juan Ayuso bei Lidl-Trek seine Situation grundlegend. Plötzlich war er nicht mehr der unumstrittene Rundfahrtkapitän des Teams.

Die letzten Wochen haben seine Position allerdings wieder gestärkt. Seine überzeugenden Leistungen in Auvergne sorgten dafür, dass Lidl-Trek ihn nicht ausschließlich als Helfer einsetzen möchte. Solange Ayuso keine Probleme bekommt, darf Skjelmose sein eigenes Klassement verteidigen.

Auch der Kurs kommt ihm deutlich entgegen. Viele explosive Bergankünfte erinnern eher an die Vuelta als an klassische Alpenetappen – genau auf diesem Terrain überzeugte der Däne in den vergangenen Jahren regelmäßig. Hinzu kommt seine Stärke im Zeitfahren, die ihm gegenüber vielen direkten Konkurrenten Vorteile verschafft.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings bestehen: seine Konstanz. Immer wieder verlor Skjelmose bei Rundfahrten durch einen einzigen schlechten Tag sämtliche Chancen auf ein Spitzenresultat. Genau solche Leistungseinbrüche darf er sich bei dieser Tour nicht erlauben.

Gelingt es ihm jedoch, über drei Wochen konstant zu fahren, besitzt er alle Voraussetzungen für eine Platzierung unter den besten Zehn. Seine Entwicklung zeigt eindeutig nach oben, und dieses Tour-Profil könnte ihm besser liegen als viele frühere Ausgaben.

11. Thymen Arensman – Netcompany INEOS

Thymen Arensman
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Thymen Arensman zählt zu jenen Fahrern, die im Verlauf einer Grand Tour immer stärker werden. Der Niederländer verfügt über einen außergewöhnlichen Dieselmotor und gehört traditionell zu den stärksten Fahrern der dritten Woche.

Genau das bewies er bereits bei der vergangenen Tour de France. Ohne großen Druck im Gesamtklassement steigerte er sich von Tag zu Tag und gewann schließlich zwei beeindruckende Bergetappen gegen die besten Kletterer der Welt. Spätestens dort zeigte er, dass er über die körperlichen Voraussetzungen für Spitzenleistungen bei dreiwöchigen Rundfahrten verfügt.

In diesem Jahr reist er mit noch mehr Selbstvertrauen an. Sein Giro d’Italia war der stärkste seiner Karriere, und obwohl ihm das Podium knapp verwehrt blieb, etablierte er sich endgültig in der erweiterten Weltspitze der Rundfahrer.

Auch der Streckenverlauf spricht für ihn. Die schwersten Bergetappen liegen am Ende der Rundfahrt – genau dann, wenn Arensman traditionell seine beste Form erreicht. Je müder das Fahrerfeld wird, desto gefährlicher wird der Niederländer.

INEOS dürfte ihn zudem ohne allzu großen Druck ins Rennen schicken. Dadurch kann Arensman flexibel auf Rennsituationen reagieren und möglicherweise erneut Fluchtgruppen oder taktische Möglichkeiten nutzen, um sich im Gesamtklassement nach vorne zu arbeiten.

Sollte er die Form des Giro konservieren können, ist eine weitere starke Tour de France absolut realistisch. Gerade in der dritten Woche dürfte Arensman erneut zu den stärksten Bergfahrern des gesamten Feldes gehören.

10. Tom Pidcock – Q36.5 Pro Cycling Team

Tom Pidcock
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Tom Pidcock verfolgt seit Jahren ein Ziel, das viele Experten lange für unrealistisch hielten: Er möchte sich als echter Klassementfahrer bei einer Grand Tour etablieren. An seinem außergewöhnlichen Talent hat nie jemand gezweifelt. Siege bei Strade Bianche, dem Amstel Gold Race und der Brabantse Pijl sowie seine starken Auftritte gegen Tadej Pogacar bei den größten Klassikern haben längst bewiesen, dass der Brite zu den vielseitigsten Fahrern der Welt gehört. Viele waren allerdings überzeugt, dass seine Zukunft ausschließlich bei Eintagesrennen liegt.

Die Vuelta im vergangenen Jahr veränderte dieses Bild grundlegend. Mit seinem dritten Gesamtrang bewies Pidcock erstmals, dass er auch über drei Wochen hinweg auf höchstem Niveau konkurrenzfähig sein kann. Noch beeindruckender als das Ergebnis war die Art und Weise, wie er fuhr. Er hielt dem Druck der besten Rundfahrer stand und zeigte eine Ausdauer, die ihm zuvor viele nicht zugetraut hatten.

Der Streckenverlauf der diesjährigen Tour könnte ihm kaum besser entgegenkommen. Es gibt deutlich weniger extrem schwere Hochgebirgsetappen als in den vergangenen Jahren, während zahlreiche explosive Bergankünfte genau seinem Fahrstil entsprechen. Solange die Anstiege nicht zu lang werden, kann Pidcock mit nahezu jedem Fahrer im Peloton mithalten.

Dennoch bleiben Zweifel bestehen. Seine Vorbereitung wurde durch eine Krankheit beeinträchtigt, wodurch ihm wichtige Rennkilometer fehlten. Außerdem hat er bislang noch nicht dauerhaft bewiesen, dass er an langen Alpenpässen mit Spezialisten wie Pogacar, Vingegaard, Lipowitz oder Del Toro mithalten kann.

Trotzdem bietet sich ihm wahrscheinlich die größte Chance seiner Karriere auf ein Spitzenergebnis bei der Tour de France. Das Podium dürfte angesichts der enormen Konkurrenz außer Reichweite liegen, doch ein Platz unter den besten Zehn würde endgültig bestätigen, dass seine Leistung bei der Vuelta kein Zufall war. Es wäre der endgültige Beweis dafür, dass er sich zu einem ernsthaften Rundfahrer entwickelt hat.

9. Tobias Johannessen – Uno-X Mobility

Tobias Johannessen
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Norwegen hat lange auf einen Fahrer gewartet, der im Gesamtklassement der Tour de France eine bedeutende Rolle spielen kann. Während Dänemark mit Fahrern wie Bjarne Riis und Jonas Vingegaard immer wieder Spitzenfahrer hervorbrachte, musste Norwegen seine Hoffnungen meist auf Sprinter oder Klassiker-Spezialisten setzen. Tobias Johannessen scheint diese Geschichte nun zu verändern.

Sein Durchbruch ließ etwas länger auf sich warten als erwartet. Nach seinem Sieg bei der Tour de l’Avenir galt er früh als eines der größten Talente des internationalen Radsports. Erst in den vergangenen beiden Jahren konnte er dieses Potenzial jedoch vollständig bestätigen. Sein sechster Platz bei der Tour de France im vergangenen Jahr zeigte eindrucksvoll, dass er inzwischen zu den stärksten Rundfahrern gehört.

Seine größte Stärke liegt in seiner außergewöhnlichen Erholungsfähigkeit. Johannessen wird im Verlauf einer Grand Tour meist von Woche zu Woche stärker. Schon im vergangenen Jahr machte er in der dritten Woche mehrere Plätze gut und bewies, dass lange Rundfahrten perfekt zu seinem Profil passen.

Auch die diesjährige Strecke dürfte ihm entgegenkommen. Die schwersten Bergetappen warten erst im letzten Renndrittel, genau dann, wenn der Norweger normalerweise seine Bestform erreicht. Hinzu kommen mehrere explosive Bergankünfte, die seinen Stärken zusätzlich entgegenkommen.

Sein Frühjahr verlief zwar wechselhaft. Nach einem starken Saisonstart folgte eine Phase mit einigen enttäuschenden Leistungen, ehe er in Auvergne wieder deutlich an Form gewann. Dort zeigte er erneut, dass er in den Bergen mit den stärksten Fahrern mithalten kann.

Wenn Johannessen dieses Niveau über drei Wochen konservieren kann, ist eine weitere Topplatzierung im Gesamtklassement absolut realistisch. Das Fahrerfeld ist stärker als im Vorjahr, doch auch der Norweger scheint den nächsten Entwicklungsschritt gemacht zu haben.

8. Cian Uijtdebroeks – Movistar Team

Cian Uijtdebroeks
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Vor wenigen Jahren galt Cian Uijtdebroeks als eines der größten Rundfahrt-Talente im internationalen Radsport. Sein Sieg bei der Tour de l’Avenir sowie seine frühen Erfolge als Profi sorgten dafür, dass mehrere Spitzenmannschaften um seine Verpflichtung kämpften.

Seine Entwicklung wurde jedoch durch hartnäckige körperliche Probleme massiv gebremst. Während Fahrer wie Paul Seixas, Isaac del Toro oder Florian Lipowitz immer größere Schritte machten, verschwand der Belgier zunehmend aus den Diskussionen über die zukünftigen Tour-Sieger.

Der Wechsel zu Movistar könnte nun den entscheidenden Neuanfang darstellen. Anders als zuvor erhält er dort das Vertrauen, als Kapitän aufgebaut zu werden und seine Entwicklung ohne den ständigen Konkurrenzkampf innerhalb des Teams fortzusetzen.

Auch wenn seine Ergebnisse im Frühjahr nicht spektakulär wirkten, erzählen sie nicht die ganze Geschichte. Verletzungen, Krankheiten und Rückschläge verhinderten eine optimale Vorbereitung. Immer dann, wenn er beschwerdefrei fahren konnte, zeigte er jedoch Leistungen, die an sein enormes Talent erinnerten.

Die diesjährige Tour dürfte ihm zudem liegen. Die entscheidenden Bergetappen kommen erst spät im Rennen, was Fahrern entgegenkommt, die sich über drei Wochen kontinuierlich steigern. Sein größter Schwachpunkt bleibt das Zeitfahren, doch das profilierte Einzelzeitfahren dieser Tour dürfte die Zeitverluste begrenzen.

Für einen Kampf um das Podium dürfte es noch etwas zu früh sein. Ein Platz unter den besten Zehn wäre jedoch ein starkes Signal und würde zeigen, dass Uijtdebroeks trotz aller Rückschläge weiterhin zu den größten Rundfahrt-Hoffnungen seiner Generation gehört.

7. Remco Evenepoel – Red Bull – BORA – hansgrohe

Remco Evenepoel
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Kaum ein Fahrer steht bei dieser Tour de France so sehr unter Druck wie Remco Evenepoel. Red Bull – BORA – hansgrohe investierte enorme Summen, um den Belgier zu verpflichten – mit nur einem Ziel: die Tour de France zu gewinnen. Jede seiner Leistungen wird deshalb unter diesem Gesichtspunkt bewertet werden.

Rein sportlich bringt Evenepoel nach wie vor nahezu alle Voraussetzungen mit. Er gehört weiterhin zu den besten Zeitfahrern der Welt, hat bereits eine Grand Tour gewonnen und stand schon einmal auf dem Podium der Tour de France. Nur wenige Fahrer können auf einer einzigen Etappe gegen die Konkurrenz so viel Zeit gutmachen wie der Belgier.

Dennoch bleiben Zweifel. Seit seinem starken Tour-Podium konnte er in den Bergen kaum noch vergleichbare Leistungen zeigen. Mehrfach geriet er auf den schwersten Anstiegen deutlich ins Hintertreffen und ließ die Konstanz vermissen, die für einen Gesamtsieg notwendig wäre.

Immerhin spielt ihm der Streckenverlauf in die Karten. Es gibt weniger extrem lange Hochgebirgsetappen als in früheren Jahren, während mehrere explosive Bergankünfte und das anspruchsvolle Zeitfahren seinem Profil entgegenkommen. Das erhöht seine Chancen erheblich.

Allerdings ist die Konkurrenz stärker denn je. Lipowitz, Del Toro, Ayuso und Seixas haben sich in den vergangenen Monaten enorm entwickelt und scheinen derzeit in den Bergen teilweise sogar stärker zu sein als Evenepoel. Genau deshalb steht der Belgier unter besonderer Beobachtung.

Findet er zu jener Form zurück, die ihn vor zwei Jahren aufs Tour-Podium brachte, gehört er erneut zu den Podiumsanwärtern. Bleibt diese Leistungssteigerung jedoch aus, dürfte die Diskussion darüber weitergehen, ob seine Zukunft vielleicht doch eher bei Klassikern und Zeitfahren als im Kampf um das Gelbe Trikot liegt.

6. Juan Ayuso – Lidl-Trek

Juan Ayuso
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Für Juan Ayuso ist diese Tour de France wahrscheinlich die wichtigste seiner bisherigen Karriere. Nach seinem Wechsel von UAE Team Emirates zu Lidl-Trek erhält der Spanier erstmals die uneingeschränkte Kapitänsrolle und damit die Chance zu beweisen, dass er selbst das Potenzial besitzt, eines Tages die Tour zu gewinnen.

An seinem Talent hat nie jemand gezweifelt. Bereits als Teenager fuhr Ayuso bei der Vuelta aufs Podium und galt früh als einer der größten Hoffnungsträger des internationalen Radsports. Seine Kombination aus starker Kletterleistung und hervorragendem Zeitfahren macht ihn zum idealen Rundfahrer.

Verletzungen, Krankheiten und Stürze verhinderten jedoch immer wieder seine kontinuierliche Entwicklung. Zu oft musste er große Rundfahrten ohne optimale Vorbereitung bestreiten oder sogar ganz aufgeben. Dadurch blieb sein wahres Potenzial bislang häufig verborgen.

In dieser Saison gibt es allerdings zahlreiche Gründe für Optimismus. Immer wenn Ayuso ohne gesundheitliche Probleme antreten konnte, zeigte er Leistungen auf Weltklasse-Niveau. Lidl-Trek hat zudem eine Mannschaft aufgebaut, die vollständig auf seine Ambitionen ausgerichtet ist.

Der Kampf um das Podium dürfte dennoch außergewöhnlich intensiv werden. Florian Lipowitz, Isaac del Toro und Paul Seixas befinden sich ebenfalls in herausragender Form, sodass hinter Pogacar und Vingegaard ein faszinierender Dreikampf erwartet wird. Ayuso besitzt das Talent, sich gegen diese Konkurrenz durchzusetzen – dafür wird er jedoch drei nahezu perfekte Rennwochen benötigen.

Sollte ihm das gelingen, könnte diese Tour endgültig seine Rückkehr in die absolute Weltspitze markieren und beweisen, dass Lidl-Trek mit seiner Verpflichtung die richtige Entscheidung getroffen hat.

5. Isaac del Toro – UAE Team Emirates – XRG

Isaac del Toro
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Isaac del Toro gehört zweifellos zu den größten Gewinnern der vergangenen zwölf Monate. Der Mexikaner hat sich in rasantem Tempo vom vielversprechenden Nachwuchsfahrer zu einem ernsthaften Anwärter auf das Podium der Tour de France entwickelt. Seit seinem Triumph bei der Tour de l’Avenir hat er praktisch in jeder Saison einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und zählt inzwischen zu den komplettesten Kletterern des Pelotons.

Lange Zeit gab es Zweifel daran, ob Del Toro auch über drei Wochen hinweg auf höchstem Niveau bestehen kann. Sein enormes Talent und seine Explosivität waren unbestritten, doch viele fragten sich, ob er in den langen Hochgebirgsetappen und unter der enormen Belastung einer Grand Tour konstant bleiben würde. Genau diese Frage hat er in dieser Saison eindrucksvoll beantwortet. Seine Leistungen auf den wichtigsten Vorbereitungsrennen zeigten, dass er mittlerweile nicht nur auf kurzen Anstiegen glänzt, sondern auch in den ganz großen Bergen zu den Besten gehört.

Besonders beeindruckend ist seine Entwicklung als Rundfahrer. Del Toro fährt heute deutlich reifer als noch vor einem Jahr. Er teilt seine Kräfte klug ein, trifft die richtigen taktischen Entscheidungen und wirkt auch unter Druck erstaunlich abgeklärt. Für einen Fahrer seines Alters ist diese Kombination aus Talent und Rennintelligenz außergewöhnlich.

Sein größtes Hindernis trägt allerdings denselben Namen wie bei vielen anderen UAE-Fahrern: Tadej Pogacar. Solange der Slowene der unumstrittene Kapitän bleibt, wird Del Toro einen Teil seiner Kräfte in den Dienst seines Teamkollegen stellen müssen. Gerade in den entscheidenden Bergetappen könnte ihn diese Helferrolle wertvolle Energie kosten.

Auf der anderen Seite könnte genau diese Situation auch Chancen eröffnen. Weil sich alle Konkurrenten auf Pogacar konzentrieren, dürfte Del Toro häufig etwas mehr Freiraum erhalten. Wenn sich taktische Möglichkeiten ergeben, besitzt er die Klasse, diese konsequent zu nutzen und selbst weit vorne im Gesamtklassement zu landen.

Der Toursieg dürfte noch etwas zu früh kommen. Ein Platz auf dem Podium erscheint dagegen absolut realistisch. Vor allem aber zeigt Del Toro eindrucksvoll, dass er zu jener Generation gehört, die in den kommenden Jahren die Nachfolge von Pogacar und Vingegaard antreten könnte.

4. Florian Lipowitz – Red Bull – BORA – hansgrohe

Florian Lipowitz
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Kaum ein Fahrer hat in den vergangenen beiden Jahren einen vergleichbaren Entwicklungssprung gemacht wie Florian Lipowitz. Der Deutsche hat sich vom talentierten Bergfahrer zu einem der konstantesten Klassementfahrer der Welt entwickelt und gilt inzwischen als der wohl sicherste Kandidat auf einen Podiumsplatz hinter den beiden großen Favoriten.

Seine größte Stärke ist seine beeindruckende Konstanz. Während viele seiner Konkurrenten zwischen überragenden Leistungen und schwächeren Tagen schwanken, liefert Lipowitz beinahe Woche für Woche auf höchstem Niveau ab. Genau das machte ihn bereits bei der vergangenen Tour zum klaren drittstärksten Fahrer des Rennens – deutlich hinter Pogacar und Vingegaard, aber ebenso deutlich vor allen übrigen Konkurrenten.

Bemerkenswert ist zudem, dass seine Entwicklung offenbar noch längst nicht abgeschlossen ist. Trotz einiger gesundheitlicher Probleme im Frühjahr präsentierte er sich stärker als je zuvor und überzeugte sogar auf Strecken, die eigentlich nicht ideal zu seinem Fahrstil passten. Das spricht dafür, dass sein Leistungslimit noch nicht erreicht ist.

Zwar kommt ihm die diesjährige Strecke etwas weniger entgegen als jene des Vorjahres. Lipowitz fühlt sich besonders auf extrem schweren Alpenetappen mit langen Anstiegen wohl, bei denen seine enorme Ausdauer den Unterschied macht. Dennoch hat er inzwischen bewiesen, dass er praktisch auf jedem Bergeterrain konkurrenzfähig ist.

Ein weiterer Vorteil ist sein Zeitfahren. Anders als viele reine Kletterer gehört Lipowitz auch gegen die Uhr zur absoluten Weltklasse. Zusammen mit der starken Mannschaft von Red Bull verschafft ihm das eine ausgezeichnete Ausgangsposition im Kampf um das Podium.

Die Konkurrenz ist allerdings enorm. Del Toro, Ayuso und Seixas bringen außergewöhnliches Talent mit, doch kaum jemand verbindet ein ähnlich hohes Leistungsniveau mit einer derart beeindruckenden Konstanz. Genau deshalb gilt Lipowitz für viele Experten als der sicherste Kandidat auf Rang drei der Gesamtwertung.

3. Paul Seixas – Decathlon CMA CGM Team

Paul Seixas
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Paul Seixas ist längst nicht mehr nur die größte Hoffnung des französischen Radsports. Mit gerade einmal 19 Jahren zählt er bereits zu den ernsthaften Anwärtern auf das Podium der Tour de France. Sein Aufstieg verlief so spektakulär, dass selbst sein eigenes Team nicht mit einer derart schnellen Entwicklung gerechnet hatte.

Ursprünglich sollte die Tour lediglich dazu dienen, erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Doch seine herausragenden Leistungen im Frühjahr zwangen Decathlon dazu, sämtliche Pläne zu ändern. Aus einem jungen Talent wurde innerhalb weniger Monate der Fahrer, auf den ganz Frankreich seine Hoffnungen setzt.

Seixas verfügt über außergewöhnliche Fähigkeiten. Er gehört bereits jetzt zu den besten Kletterern der Welt, fährt taktisch erstaunlich abgeklärt und wirkt selbst unter größtem Druck bemerkenswert ruhig. Kaum ein anderer Fahrer seines Alters hat jemals ein derart komplettes Gesamtpaket mitgebracht.

Die einzige offene Frage betrifft seine Belastbarkeit über drei Wochen. Eine Grand Tour verlangt weit mehr als reine Kletterstärke. Regeneration, mentale Stabilität und die Fähigkeit, jeden einzelnen Tag auf höchstem Niveau zu absolvieren, entscheiden oft über Sieg oder Niederlage. Genau diese Erfahrung muss Seixas erst noch sammeln.

Deshalb hat Decathlon eine äußerst starke Mannschaft um ihn aufgebaut. Fahrer wie Matthew Riccitello sollen ihn in den Bergen unterstützen und gleichzeitig als Absicherung dienen, falls der junge Franzose doch einmal einen schwierigen Tag erleben sollte.

Sollte Seixas seine bisherige Form bis nach Paris konservieren, könnte er eine der beeindruckendsten Debütleistungen der Tour-Geschichte abliefern. Schon ein Platz auf dem Podium wäre für einen 19-Jährigen eine außergewöhnliche Leistung. Gleichzeitig scheint kaum ein anderer Fahrer das Potenzial zu besitzen, den Radsport in den kommenden Jahren so nachhaltig zu prägen wie er.

2. Jonas Vingegaard – Team Visma | Lease a Bike

Jonas Vingegaard
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Jonas Vingegaard startet erneut mit nur einem Ziel in die Tour de France: Tadej Pogacar zu schlagen. Die Rivalität zwischen den beiden Ausnahmefahrern prägt den Radsport seit Jahren und gilt bereits heute als eine der größten der modernen Tour-Geschichte.

Diesmal wartet allerdings eine besonders schwierige Aufgabe auf den Dänen. UAE Team Emirates verfügt vermutlich über die stärkste Mannschaft des gesamten Pelotons, während Visma im Hochgebirge nicht mehr ganz so dominant erscheint wie in den vergangenen Jahren. Vingegaard könnte deshalb früher als gewohnt auf sich allein gestellt sein.

Auch die Strecke spielt Pogacar eher in die Karten. Vingegaard entfaltet seine größten Stärken traditionell auf extrem langen Bergetappen mit vielen Höhenmetern, bei denen seine außergewöhnliche Ausdauer den Unterschied macht. Genau solche Etappen gibt es diesmal deutlich seltener. Stattdessen stehen mehrere explosive Bergankünfte auf dem Programm, die eher dem Slowenen entgegenkommen.

Dennoch bleibt Vingegaard einer der besten Rundfahrer seiner Generation. Seine Leistungen beim Giro haben gezeigt, dass er möglicherweise sogar stärker geworden ist als im Vorjahr. Sobald die Anstiege lang und selektiv werden, gehört er nach wie vor zu den wenigen Fahrern, die Pogacar ernsthaft unter Druck setzen können.

Hinzu kommt seine enorme Erfahrung. Kaum jemand versteht es besser, Kräfte einzuteilen, taktisch klug zu agieren und genau den richtigen Moment für einen Angriff abzupassen. Diese Qualitäten haben ihm bereits mehrere Tour-Siege eingebracht und machen ihn auch diesmal zum gefährlichsten Herausforderer des Titelverteidigers.

Obwohl Pogacar als Favorit ins Rennen geht, bleibt Vingegaard der einzige Fahrer, der realistisch die Klasse besitzt, ihn über drei Wochen hinweg zu schlagen.

1. Tadej Pogacar – UAE Team Emirates – XRG

Tadej Pogacar
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Mit jeder Saison wird es schwieriger, bei Tadej Pogacar überhaupt noch Schwächen zu finden. Der Slowene scheint sich Jahr für Jahr weiterzuentwickeln und vereint inzwischen nahezu alle Qualitäten, die ein außergewöhnlicher Radrennfahrer besitzen kann. Ob im Hochgebirge, auf hügeligem Terrain, im Zeitfahren oder bei den größten Klassikern – Pogacar gehört überall zur absoluten Weltspitze.

Seine größte Stärke ist längst nicht mehr nur seine Kletterfähigkeit. Vielmehr beeindruckt seine außergewöhnliche Vielseitigkeit. Während die meisten Rundfahrer ihre Grenzen auf bestimmten Streckenprofilen haben, scheint Pogacar überall konkurrenzfähig zu sein. Genau diese Vielseitigkeit macht ihn zum komplettesten Fahrer seiner Generation.

Auch der Streckenverlauf dürfte ihm entgegenkommen. Die zahlreichen explosiven Bergankünfte passen perfekt zu seinem Fahrstil, ebenso das anspruchsvolle Einzelzeitfahren. Hinzu kommt mit UAE Team Emirates wahrscheinlich die stärkste Mannschaft des gesamten Rennens, angeführt von Edelhelfern wie Isaac del Toro, die jede Rennsituation kontrollieren können.

Ein Selbstläufer wird die Tour dennoch nicht. Jonas Vingegaard bleibt ein Gegner auf absolutem Weltklasseniveau, und mit Lipowitz, Seixas und Del Toro drängt eine neue Generation nach vorne, die den Kampf um das Gesamtklassement deutlich spannender macht als in den vergangenen Jahren.

Trotzdem spricht nahezu alles für Pogacar. Er reist in bestechender Form an, verfügt über die stärkste Mannschaft und scheint auf jedem Terrain Vorteile zu besitzen. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird erneut jeder Fahrer im Peloton versuchen müssen, den Slowenen zu schlagen.

Die Rivalität zwischen Pogacar und Vingegaard wird auch diese Tour bestimmen. Gleichzeitig könnte das Rennen den Beginn einer neuen Ära markieren. Mit Seixas, Del Toro, Lipowitz und zahlreichen weiteren jungen Talenten steht bereits die nächste Generation bereit, um die Herrschaft im internationalen Radsport zu übernehmen. Die kommenden drei Wochen könnten der erste große Schritt in diese Zukunft sein.

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