Die Tour de France erreicht dieses Jahr früh die Berge.
Nach zwei Auftakttagen in Spanien führt die dritte Etappe am Montag das Peloton von Granollers nach Les Angles, wo die erste echte Kletterprüfung des Rennens wartet. Jonas Vingegaard startet den Tag im Gelben Trikot, doch es wird nicht erwartet, dass diese Etappe die Tour entscheidet.
Es wird eher ein taktischer Tag, an dem sich die Klassementfahrer gegenseitig abtasten, während eine starke Ausreißergruppe eine seltene Gelegenheit wittern könnte.
Laut dem offiziellen Etappenprofil der Tour de France ist die Etappe 195,9 Kilometer lang, weist 3.850 Höhenmeter auf und wird voraussichtlich um 16:54 Uhr Ortszeit enden.
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Eine leichtere Pyrenäen-Prüfung
Die Etappe hat den Anschein eines Bergtages, aber nicht unbedingt die Brutalität eines vollwertigen Klassement-Showdowns.
Die Strecke führt von Spanien in die Pyrenäen, bevor sie in Les Angles auf fast 1.800 Metern über dem Meeresspiegel endet. Der härteste Anstieg ist der Col de Toses, ein Anstieg der ersten Kategorie, der 68,2 Kilometer vor dem Ziel liegt.
Laut dem offiziellen Etappenprofil der Tour de France ist der Col de Toses 9,3 Kilometer lang mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,5 Prozent.
Dieser Anstieg dürfte das Peloton reduzieren, doch seine Entfernung zum Ziel macht es schwierig, ihn als entscheidendes Sprungbrett für die Gesamtfavoriten zu nutzen.
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Danach erwartet die Fahrer der Col du Calvaire, von der Tour mit 11,4 Kilometern bei 4,1 Prozent angegeben, vor dem letzten kategorisierten Anstieg nach Les Angles. Der Zielanstieg selbst ist 1,8 Kilometer lang bei 6,5 Prozent, steil genug, um Lücken zu reißen, aber wahrscheinlich nicht lang genug, um bei den Allerbesten größeren Schaden anzurichten.
Ausreißerhoffnungen bleiben lebendig
Die große Frage ist, ob die Etappe an eine Ausreißergruppe oder an die Favoriten geht.
Laut Cyclingnews bietet das Profil beide Möglichkeiten. Die frühe Côte de Saint Feliu de Codines der dritten Kategorie könnte einer starken Gruppe zur Flucht verhelfen, während die späteren Anstiege genügend Schwierigkeiten bieten, damit die Favoritenteams die Kontrolle übernehmen können, wenn sie einen Etappensieg anstreben.
Diese Ungewissheit könnte den Tag prägen.
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UAE Team Emirates-XRG hat bereits seinen Appetit auf aggressives Rennfahren gezeigt, als Isaac del Toro die 2. Etappe in Barcelona nach Unterstützung von Tadej Pogačar gewann. Wenn Pogačar eine weitere Gelegenheit wünscht, hat UAE die Stärke, das Rennen hart zu gestalten.
Auch Red Bull-Bora-Hansgrohe könnte Grund zur Verfolgung haben, wenn Remco Evenepoel glaubt, dass ihm das Finale liegt.
Laut TV 2 Sport sagte der Radsportexperte Emil Axelgaard, dass die Etappe eine fast 50-50-Entscheidung zwischen Ausreißern und Favoriten sei, wobei viel davon abhänge, was Red Bull entscheide.
Visma verteidigt Gelb möglicherweise nicht um jeden Preis
Für Visma | Lease a Bike ist die Situation anders.
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Vingegaard trägt das Gelbe Trikot, doch es so früh in der Tour zu verteidigen, kann teuer werden. Wenn die richtige Ausreißergruppe wegfährt, könnte Visma gerne einen anderen Fahrer die Gesamtführung übernehmen lassen, solange kein direkter Rivale gefährlich wird.
Laut TV 2 Sport bemerkte Axelgaard, dass Visma bereits angedeutet hatte, nicht verzweifelt am Trikot festhalten zu wollen.
„Marc Reef deutete bereits vor der heutigen Etappe an, dass sie das Trikot gerne abgeben, und ihre Fahrweise auf der Etappe zeigte auch deutlich, dass sie die Kontrolle nicht übernommen hätten, wenn andere dies nicht getan hätten“, sagte er.
Das könnte die gesamte Etappe verändern.
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Wenn Visma die Verfolgung verweigert und UAE oder Red Bull zögern, könnte die Ausreißergruppe schnell einen Vorsprung aufbauen. Wenn eines der großen Teams entscheidet, dass die Etappe es wert ist, kontrolliert zu werden, könnte der Schlussanstieg zu einem Kampf zwischen Pogačar, Evenepoel, Vingegaard und den anderen Gesamtanwärtern werden.
Waldbrände verändern die Atmosphäre
Die Etappe wird auch von Ereignissen abseits des sportlichen Kampfes geprägt sein.
Waldbrände in den Pyrénées-Orientales haben zu Einschränkungen auf dem französischen Abschnitt der Strecke geführt. Laut The Guardian wird die Etappe stattfinden, jedoch ohne Zuschauer auf dem betroffenen Abschnitt und ohne die Werbekarawane der Tour.
Derselbe Bericht besagt, dass nur Fahrer und essentielle Organisationsfahrzeuge einen Teil der Strecke passieren dürfen, nachdem die lokalen Behörden Maßnahmen zum Schutz des Notzugangs ergriffen haben.
Das bedeutet, dass das erste Bergfinale des Rennens auf französischem Gebiet nicht den üblichen Lärm am Straßenrand haben wird.
Für die Fahrer bleibt die sportliche Aufgabe dieselbe. Für die Tour wird es jedoch eine ungewöhnliche und gedämpfte Ankunft in den Pyrenäen sein.
Kleine Lücken, große Signale
Die 3. Etappe wird die Tour voraussichtlich nicht auseinanderreißen.
Die Strecke ist hart, aber nicht extrem. Der Schlussanstieg ist steil genug für Bonussekunden und kleine Lücken, aber nicht lang genug, um einen großen Kampf zwischen den Gesamtfavoriten zu garantieren.
Dennoch ist der Tag wichtig.
Vingegaard wird im Gelben Trikot Kontrolle zeigen wollen. Pogačar könnte nach der 2. Etappe einen weiteren kleinen Vorteil suchen. Evenepoel könnte das Finale als Chance sehen, zu beweisen, dass er in dieselbe Riege gehört. Und hinter ihnen werden die Teams genau beobachten, wer sich wohlfühlt, wenn die Straße ansteigt.
Die erste Pyrenäen-Etappe der Tour mag das Rennen nicht entscheiden, aber sie dürfte viel über das Kräfteverhältnis verraten.



