Das Metropolitano-Stadion wird diesen Sonntag Schauplatz einer erneuerten Trainer-Rivalität sein, wenn Atlético Madrid Real Madrid in einem entscheidenden La-Liga-Duell empfängt. Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt werden José Mourinho und Diego Simeone sich von den gegenüberliegenden Trainerbänken aus gegenüberstehen, was einem ohnehin schon leidenschaftlichen Madrider Derby eine zusätzliche Ebene der Spannung verleiht.
Ihr letztes Aufeinandertreffen datiert aus dem Jahr 2014, als Simeones Atlético Mourinhos Chelsea im Halbfinale der Champions League an der Stamford Bridge sensationell ausschaltete. Während Mourinhos anfängliche Derby-Bilanz gegen Simeone stark war, einschließlich eines 4:1-Sieges im Vicente Calderón in seinem ersten Madrider Derby als Real-Trainer, steht die Gesamtbilanz bei drei Siegen und einem Unentschieden für Mourinho aus sechs früheren Begegnungen. Es war jedoch Simeones Atleti, das 2013 mit dem Triumph in der Copa del Rey eine 14-jährige Wartezeit auf einen Derbysieg beendete, ein bedeutender Moment in der Rivalität.
Die Bedeutung für die La Liga und die aktuelle Form
Das bevorstehende Derby hat für beide Teams im Kampf um die La-Liga-Meisterschaft erhebliche Bedeutung. Real Madrid liegt derzeit mit 15 Punkten aus sechs Spielen auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Real Betis. Atlético Madrid liegt mit 13 Punkten nicht weit dahinter auf dem vierten Platz. Barcelona führt die Liga mit 21 Punkten an, was bedeutet, dass eine Niederlage für Real Madrid sie nach den ersten sieben Spielen sechs Punkte zurückfallen lassen könnte.
Beide Seiten gehen mit jüngsten Siegen in die Partie. Atlético Madrid hat sich von aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Athletic Club und Liverpool mit beeindruckenden Siegen erholt und Real Sociedad mit 3:0 sowie Osasuna mit 4:0 geschlagen. Real Madrid sicherte sich derweil einen knappen 3:2-Sieg gegen Elche, wobei ein Siegtreffer in der 91. Minute durch den eingewechselten Carlos Espi nötig war, um die Punkte zu sichern.
Lesen Sie auch: Arsenals Ungeschlagen-Serie von dominantem Brighton im Amex beendet
José Mourinho, der sich nun 100 Tage in seiner zweiten Amtszeit als Trainer von Real Madrid befindet, würdigte die einzigartige Atmosphäre der Begegnung. „Das ist ein Derby. Derbys sind immer etwas Besonderes wegen der Geschichte, der Spielkultur und der Leidenschaft der Fans“, sagte Mourinho gegenüber BBC Sport. Er reflektierte auch über die Tendenz seines Teams, späte Lösungen zu finden, und erklärte: „Ich bin mir bewusst, dass wir uns verbessern können, wir müssen uns verbessern, aber ich sehe auch viele sehr positive kollektive und individuelle Dinge, und in den drei Spielen, in denen wir Last-Minute-Siegtreffer brauchten, haben wir sie gefunden.“
Taktische Schlacht und Team-Neuigkeiten
Die taktische Schlacht verspricht intensiv zu werden. Simeone, der Atleti seit 2011 in über 800 Spielen trainiert hat, hob Real Madrids potente Offensivübergänge hervor. „Sie sind im Umschaltspiel besser als uns“, bemerkte Simeone laut BBC Sport. „Wenn es einen Ballverlust gibt, suchen sie Kylian Mbappé und Vinicius Jr., sie spielen diese Stärke aus. Wir müssen das Spiel gut lesen und keine Ballverluste zulassen, damit wir ihnen diese Übergänge nicht ermöglichen.“
Atlético, das nach sieben Abgängen und fünf Neuzugängen im Sommer als Team „im Aufbau“ beschrieben wird, muss auf den verletzten Stürmer Alexander Sørloth verzichten. Julian Álvarez, der die letzten beiden Spiele wegen einer Muskelverletzung verpasste, wird jedoch voraussichtlich irgendwann zum Einsatz kommen. Der neue kanadische Neuzugang Jonathan David ist in Topform und traf in seinen letzten beiden Einsätzen. Real Madrid wird sich auf sein wichtiges Angriffsduo Mbappé und Vinicius Jr. verlassen, um Räume auszunutzen.
Real Madrids jüngste Bilanz im Metropolitano ist besorgniserregend: Sie haben nur zwei ihrer letzten elf Auswärtsspiele dort gewonnen, wobei ihr letzter La-Liga-Sieg an diesem Ort vor vier Jahren gelang. Atlético Madrid sicherte sich in der entsprechenden Derby-Partie der letzten Saison zudem einen dominanten 5:2-Sieg, was die Herausforderung für Mourinhos Team noch erhöht. Trotz der erbitterten Rivalität äußerte Simeone Respekt für seinen Kollegen. „Ich habe großen Respekt vor Mourinho, ich bewundere ihn schon lange. Er weiß, welche Wertschätzung ich für ihn habe. Hoffentlich können wir so konkurrieren, wie wir es getan haben, wenn wir gegen ihn angetreten sind“, erklärte Simeone.
Lesen Sie auch: Lampard zieht Rooneys Beispiel nach Coventrys erstem Premier-League-Sieg heran
Lesen Sie auch: Verlängerte Länderspielpause verstärkt den Druck auf Premier-League-Manager zu Saisonbeginn


