Fred Kerley

Die Enhanced Games: Doping, Dollar und eine direkte Herausforderung für den traditionellen Sport

Die Enhanced Games starten in Las Vegas und erlauben offen leistungssteigernde Mittel, was traditionelle Sportverbände scharf kritisieren.

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Laut The Guardian, finden dieses Wochenende die ersten Enhanced Games in Las Vegas statt. Las Vegas wird dieses Wochenende Austragungsort eines umstrittenen neuen Sportereignisses sein, da die ersten Enhanced Games beginnen, die offen leistungssteigernde Mittel in direkter Missachtung globaler Anti-Doping-Organisationen zulassen. Die Veranstaltung, die von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassene Substanzen erlaubt, hat eine Reihe prominenter Athleten, darunter Olympiamedaillengewinner und Weltrekordhalter, angezogen, stößt aber gleichzeitig auf heftige Kritik von traditionellen Sportverbänden.

Zu den bemerkenswerten Teilnehmern gehören der Brite Ben Proud, Silbermedaillengewinner über 50 m Freistil bei den Spielen in Paris, und der Ukrainer Andriy Govorov, Weltrekordhalter über 50 m Schmetterling. Der australische ehemalige Weltmeister über 100 m Freistil, James Magnussen, wird ebenfalls antreten. In der Leichtathletik ist Fred Kerley aus den Vereinigten Staaten, der 100-m-Weltmeister von 2022 mit einer persönlichen Bestzeit von 9,76 Sekunden, die größte Attraktion, zusammen mit dem britischen Sprinter Reece Prescod, der eine persönliche Bestzeit von 9,93 Sekunden hält.

Eine neue Dimension der Leistung

Die Enhanced Games basieren auf einem Prinzip, das im krassen Gegensatz zum Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) steht. Während die Wada eine umfassende Liste von Substanzen verbietet, erlauben die Enhanced Games eine Reihe von FDA-zugelassenen Medikamenten, darunter:

Testosteron und Anabolika (wie Methenolon, Nandrolon)

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Hormone und Wachstumsfaktoren (wie menschliches Wachstumshormon, EPO)

Stoffwechselmodulatoren (z.B. Meldonium) und Stimulanzien (z.B. Adderall)

Die Organisatoren behaupten, dass die Athleten „häufigen und mehrschichtigen medizinischen Untersuchungen“ unterzogen werden und verweisen auf eine Studie des International Review Board (IRB) in Abu Dhabi, bei der 37 der 42 Enhanced Games-Athleten von Januar bis Mai von medizinischem Fachpersonal überwacht wurden. Bemerkenswerterweise treten zwei Schwimmer, Hunter Armstrong aus den USA und Tristan Evelyn aus Barbados, ohne Leistungssteigerung an, während andere wie der amerikanische Schwimmer Cody Miller, Goldmedaillengewinner von Rio 2016, unter privater medizinischer Aufsicht leistungssteigernde Mittel einsetzen.

Finanzielle Anreize und offizielle Verachtung

Die finanziellen Belohnungen bei den Enhanced Games sind beträchtlich und bieten einen starken Anreiz für die Athleten. Die Teilnehmer erhalten Jahresgehälter, die Berichten zufolge drei- bis fünfmal höher sind als das, was nationale Verbände üblicherweise zahlen, zusätzlich zu einer Antrittsprämie. Ein Gesamtpreisgeld von 500.000 US-Dollar wird über alle Disziplinen hinweg angeboten, wobei die Sieger der Einzelwettbewerbe 250.000 US-Dollar erhalten. Ein zusätzlicher Bonus von 250.000 US-Dollar wird für das Brechen eines Weltrekords vergeben, eine Summe, die sich auf erstaunliche 1 Million US-Dollar für neue Weltrekorde im 50-m-Freistil und 100-m-Sprint erhöht. Letztes Jahr soll Kristian Gkolomeev 1 Million US-Dollar erhalten haben, nachdem er den Weltrekord über 50 m Freistil in 20,89 Sekunden inoffiziell gebrochen hatte.

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Trotz des Reizes von Preisgeldern und verbesserter Leistung werden „Weltrekorde“, die bei den Enhanced Games aufgestellt werden, von traditionellen Sportverbänden nicht offiziell anerkannt. Die Veranstaltung hat scharfe Kritik von führenden Persönlichkeiten des Weltsports hervorgerufen.

Sebastian Coe, Präsident von World Athletics, wies die Veranstaltung rundweg zurück. „Das ist doch Quatsch, oder? Ich kann mich wirklich nicht dafür begeistern“, erklärte Coe. „Es gibt nur eine Botschaft, und die lautet: Wenn jemand dumm genug ist, offiziell daran teilzunehmen, und er Teil unseres traditionellen Sports ist, wird er für lange Zeit gesperrt.“

Travis Tygart, CEO der US-Anti-Doping-Agentur (USADA), schloss sich dieser Meinung an und nannte es eine „gefährliche Clownshow, keinen echten Sport“. Die Wada hat das Konzept ebenfalls als „gefährlich und unverantwortlich“ bezeichnet und vor den ernsthaften langfristigen Gesundheitsrisiken gewarnt, die mit leistungssteigernden Substanzen verbunden sind.

Die Enhanced Games werden in den USA auf Roku und international über ihren YouTube-Kanal live gestreamt, da sie auch den Verkauf ihrer eigenen Produktpalette an Nahrungsergänzungsmitteln, Testosteron und Peptiden ankurbeln wollen, von denen viele noch nicht von der FDA zugelassen sind.

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Quellen: www.theguardian.com

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