England prüft Optionen
England prüft, ob gegen die Rote Karte für Jarell Quansah im dramatischen WM-Sieg gegen Mexiko Einspruch eingelegt werden soll.
Der Verteidiger wurde in der 54. Minute von Englands 3:2-Achtelfinalsieg im Estadio Azteca nach einem hohen Foul an Jesús Gallardo des Feldes verwiesen. Die Entscheidung zwang Thomas Tuchels Mannschaft, ihre Führung mit 10 Mann zu verteidigen, bevor sie sich schließlich einen Platz im Viertelfinale sicherte.
Laut The Sun erwägt die Football Association ihre Optionen, da Quansah derzeit die automatische Ein-Spiel-Sperre droht, die auf eine Rote Karte bei der Weltmeisterschaft folgt.
Diese Sperre würde ihn für das Viertelfinale am Samstag gegen Norwegen ausschließen.
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Eine Problemposition für Tuchel
Quansahs mögliche Abwesenheit ist aufgrund von Englands Problemen auf der Rechtsverteidigerposition besonders schmerzhaft.
Tino Livramento hat sich bereits vom Turnier zurückgezogen, während Reece James die letzten drei Spiele Englands verpasst hat. Djed Spence ist der einzige weitere gelernte Rechtsverteidiger im Kader, was Tuchel für eines der wichtigsten Spiele von Englands Kampagne nur begrenzte Optionen lässt.
Laut Sky Sports überwand England Feindseligkeit, Höhenlage und Quansahs Platzverweis, um Mexiko zu schlagen und ein Viertelfinal-Treffen mit Norwegen zu vereinbaren.
Dieser Sieg hatte seinen Preis.
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Quansahs Foul wurde nach VAR-Einsatz geahndet, und obwohl sein Fuß hoch war, gibt es die Ansicht, dass sein Bein möglicherweise von der Oberseite des Balls abgeprallt ist, bevor es Gallardo traf.
Der Fall Balogun verändert die Ausgangslage
Normalerweise hätte England wenig Spielraum.
Eine direkte Rote Karte bei der Weltmeisterschaft zieht eine automatische Sperre für das nächste Spiel nach sich, und Einsprüche gegen Schiedsrichterentscheidungen sind stark eingeschränkt.
Doch der Fall Folarin Balogun hat die Stimmung rund um das Disziplinarverfahren der FIFA verändert.
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Laut The Guardian hat die FIFA klargestellt, dass Baloguns Rote Karte nicht aufgehoben wurde. Stattdessen bestätigte der Dachverband die Ein-Spiel-Sperre, setzte deren Vollzug jedoch für eine einjährige Bewährungszeit aus.
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Balogun wurde für die Vereinigten Staaten gegen Bosnien und Herzegowina weiterhin des Feldes verwiesen. Was sich änderte, war, dass die FIFA die Strafe aufschob, wodurch er gegen Belgien spielen konnte.
FIFA verweist auf Artikel 27
Die FIFA hat die Balogun-Entscheidung verteidigt, indem sie auf ihr eigenes Disziplinarreglement verwies.
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Laut offizieller Erklärung der FIFA handelte die Disziplinarkommission gemäß Artikel 27 des FIFA-Disziplinarreglements, der die Aussetzung der Vollstreckung einer Disziplinarmaßnahme unter bestimmten Bedingungen erlaubt.
Die FIFA erklärte, die Entscheidung basiere auf den spezifischen Umständen des Vorfalls und den verfügbaren Beweismitteln.
Diese Erklärung hat die Kritik nicht verstummen lassen. Die UEFA bezeichnete die Balogun-Entscheidung als beispiellos und nicht zu rechtfertigen, während mehrere europäische Verbände die Frage aufwarfen, ob die FIFA ihre Regeln konsequent anwendet.
Für England ist das nun die zentrale Frage.
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Wenn die FIFA Baloguns automatische Sperre aufschieben konnte, könnte die FA fragen, warum Quansahs Fall nicht auf die gleiche Weise geprüft werden sollte.
Politischer Druck erhöht die Prüfung
Der Vergleich wird durch Donald Trumps Beteiligung im Fall Balogun noch heikler.
Laut AP bestätigte der US-Präsident, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen und um eine Überprüfung von Baloguns Roter Karte gebeten habe.
Die FIFA besteht darauf, dass ihre Rechtsorgane unabhängig gehandelt haben, und Infantino hat erklärt, der Fall sei bereits über das ordnungsgemäße Disziplinarverfahren abgewickelt worden.
Dennoch hat der Zeitpunkt der Entscheidung es der FIFA schwer gemacht, die Episode einzudämmen.
Englands Situation ist anders. Es gibt keine Anzeichen für eine politische Intervention. Aber der Fall Balogun hat einen Präzedenzfall geschaffen, den andere Nationen wahrscheinlich immer bemerken würden.
FIFA steht vor einem Kohärenztest
England hat noch keinen formellen Einspruch bestätigt.
Doch die Tatsache, dass die FA überhaupt ihre Optionen prüft, zeigt, wie sehr die Balogun-Entscheidung die Atmosphäre rund um disziplinarische Entscheidungen bei Weltmeisterschaften verändert hat.
Quansah könnte das Norwegen-Spiel immer noch verpassen. Die FIFA könnte entscheiden, dass es keine Grundlage gibt, seine Sperre auszusetzen. Aber der Dachverband steht nun vor einer schwierigeren Aufgabe, als nur das Regelwerk anzuwenden.
Sie muss auch erklären, warum eine Rote-Karte-Sperre aufgeschoben werden kann und eine andere nicht.
Nach Balogun geht es bei jedem ähnlichen Fall nicht mehr nur um ein Foul. Es geht darum, ob die Regeln des Fußballs gleich angewendet werden.



