Argentina Falkland Banner

„Die Falklandinseln sind argentinisch“: Argentiniens Spieler provozieren nach England-Sieg politischen Sturm

Argentiniens Spieler provozierten einen politischen Sturm, indem sie nach dem WM-Halbfinalsieg gegen England ein Banner mit Anspruch auf die Falklandinseln z…

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Argentiniens Feierlichkeiten nach dem Erreichen des WM-Finales nahmen eine zutiefst kontroverse Wendung, als mehrere Spieler unmittelbar nach dem Sieg über England ein Banner zeigten, das Anspruch auf die Falklandinseln erhob.

Die Titelverteidiger hatten gerade in Atlanta ein dramatisches 2:1-Comeback vollendet, als Giovani Lo Celso und Lisandro Martínez mit einem weißen Banner fotografiert wurden, auf dem die Worte standen: „Las Malvinas son Argentinas.“

Die Botschaft bedeutet übersetzt: „Die Falklandinseln sind argentinisch.“

Laut einem von Al Jazeera veröffentlichten Reuters-Bericht schien die Aktion gegen die FIFA-Regeln zu verstoßen, die politische Botschaften bei WM-Spielen einschränken.

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Der Zeitpunkt sorgte dafür, dass die Geste als mehr als nur ein Ausdruck nationalen Stolzes interpretiert wurde. Sie wurde auf dem Spielfeld, vor englischen Fans, nur wenige Minuten nachdem Argentinien die Hoffnungen des Landes auf den ersten Männer-WM-Titel seit 1966 beendet hatte, gezeigt.

Spieler nehmen Banner von Fans entgegen

Das Banner war zunächst unter den argentinischen Fans zu sehen, bevor es während der Feierlichkeiten nach dem Spiel auf das Spielfeld gelangte.

Sky News berichtete, dass die Spieler das Banner aus der Menge nahmen, bevor sie damit vor den Tribünen posierten.

Lo Celso wurde dabei beobachtet, wie er das Banner über das Feld trug, während Martínez half, es hochzuhalten, als die argentinische Mannschaft den Einzug ins zweite WM-Finale in Folge feierte.

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Die Entscheidung verwandelte einen Fußball-Sieg in eine provokative politische Aussage bezüglich eines der heikelsten Streitpunkte zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich.

Obwohl die Spieler das Banner nicht direkt auf einzelne englische Spieler gerichtet zu haben schienen, war die Botschaft untrennbar mit der Identität des Gegners verbunden, den sie gerade ausgeschaltet hatten.

Argentinien drohen FIFA-Maßnahmen

Politische Äußerungen sind in WM-Stadien verboten, wodurch Argentinien disziplinarische Maßnahmen drohen.

Die FIFA hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weder eine Untersuchung noch eine Bestrafung angekündigt. Der Weltverband könnte jedoch prüfen, ob die Spieler oder der argentinische Fußballverband das Spiel in Verruf gebracht haben.

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Laut der Reuters-basierten Berichterstattung von ABC News über die Kontroverse könnten etwaige finanzielle Strafen im Zusammenhang mit solchen Vorfällen erst nach dem Turnier verhängt werden.

Das bedeutet, dass Argentinien derzeit voraussichtlich keine Spieler für das Finale gegen Spanien verlieren wird, obwohl der Vorfall die Vorbereitungen auf das größte Spiel des Turniers zu überschatten droht.

Die FIFA steht nun vor einer unangenehmen Prüfung ihrer Behauptung, dass politische Botschaften auf dem Spielfeld nichts zu suchen haben. Eine ausbleibende Reaktion könnte die Organisation dem Vorwurf aussetzen, ihre Regeln selektiv anzuwenden.

Englands Einbruch vor kontroverser Feier

Das Banner erschien, nachdem Argentinien ein atemberaubendes spätes Comeback gegen Thomas Tuchels England hingelegt hatte.

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Anthony Gordon brachte England in der 55. Minute in Führung, wodurch die Three Lions scheinbar auf Kurs zu ihrem ersten Männer-WM-Finale seit 60 Jahren waren.

England wurde daraufhin zunehmend defensiver, was Argentinien ermöglichte, den Ballbesitz zu dominieren und eine Reihe von Chancen zu kreieren.

Enzo Fernández glich in der 85. Minute aus, bevor Lautaro Martínez in der Nachspielzeit eine Flanke von Lionel Messi einköpfte und damit die 2:1-Wende vollendete.

Argentiniens Spieler feierten nach dem Schlusspfiff ausgelassen, doch die politische Botschaft wurde schnell zu einem der meistdiskutierten Bilder des Halbfinals.

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Ein Streit, der tief spaltet

Argentinien bezeichnet die Inseln als Las Malvinas und beansprucht weiterhin die Souveränität über das Gebiet, das vom Vereinigten Königreich als britisches Überseegebiet verwaltet wird.

Der Streit führte 1982 zum Krieg, nachdem argentinische Truppen die Inseln besetzt hatten. Großbritannien entsandte daraufhin eine militärische Eingreiftruppe und erlangte nach einem über zwei Monate andauernden Konflikt die Kontrolle zurück.

Für viele Argentinier bleibt der Souveränitätsanspruch ein prägendes nationales Thema. Für Großbritannien und die Inselbewohner wird Argentiniens fortgesetzter Anspruch jedoch entschieden zurückgewiesen.

Die große Mehrheit der Falklandinsulaner stimmte in einem Referendum 2013 dafür, ihren Status als britisches Überseegebiet beizubehalten, obwohl Argentinien die Legitimität der Abstimmung nicht anerkannte.

El País bezeichnete das WM-Halbfinale als Hochrisikospiel, wobei der Falkland-Streit bereits vor dem Anpfiff unter den Fans eine prominente Rolle spielte.

Sieg gefolgt von Provokation

Argentinien trifft nun im WM-Finale auf Spanien, während sich England für das Spiel um Platz drei gegen Frankreich erholen muss.

Die Titelverteidiger haben die Chance, als erste Mannschaft seit Brasilien 1962 den Männer-WM-Titel zu verteidigen, doch ihr Weg ins Finale wurde nun von einer vermeidbaren politischen Kontroverse begleitet.

Das Zeigen des Banners gegen jeden Gegner wäre umstritten gewesen. Es unmittelbar nach der Eliminierung Englands zu zeigen, machte die Botschaft erheblich provokativer.

Argentinien gewann das Spiel auf dem Platz. Ihre Spieler sorgten dann dafür, dass ein jahrzehntealter politischer Konflikt Teil der Feierlichkeiten wurde.

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