Lionel Messis letzter Einsatz für Argentinien hätte möglicherweise doch nicht im WM-Finale stattgefunden. Der argentinische Fußballverband erwägt, seinen ehemaligen Kapitän für ein Abschiedsspiel während des verlängerten Länderspielzeitraums vom 21. September bis zum 6. Oktober einzuladen.
Ein solcher Auftritt würde nicht unbedingt bedeuten, dass er seinen Rücktritt rückgängig macht. Vielmehr würde das geplante Spiel den argentinischen Fans die Gelegenheit bieten, sich in einem Stadion von Messi zu verabschieden – etwas, das ihnen verwehrt blieb, als seine 21-jährige Länderspielkarriere mit einer 0:1-Niederlage gegen Spanien im Finale der Weltmeisterschaft 2026 endete.
Die AFA will noch einen letzten Auftritt
Laut einem Bericht von Pablo Gravellone für TN besteht innerhalb der AFA die Bereitschaft, ein Ehrenspiel für Messi in Argentinien zu organisieren. Derzeit finden jedoch keine Verhandlungen statt, und es wurde noch keine offizielle Entscheidung getroffen.
Der wahrscheinlichste Austragungsort wäre das Estadio Monumental von River Plate, vor allem weil es die größte Fußballstadionkapazität des Landes bietet. Die Nachfrage wäre enorm, doch die entscheidende Frage ist, ob Messi so kurz nach dem Abschluss dieses Kapitels seiner Karriere wieder das Nationaltrikot überstreifen möchte.
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„Messi selbst wird das letzte Wort haben“, hieß es in dem Bericht. Seine Verfügbarkeit, der Spielplan von Inter Miami und seine emotionale Verfassung nach dem kürzlichen Tod seines Vaters Jorge Messi werden die Entscheidung beeinflussen.
Der Ruhestand beendet das lukrative China-Projekt
Messis Rücktritt hat die AFA bereits dazu gezwungen, ihre Pläne für das erste Länderspielfenster nach der Weltmeisterschaft zu ändern. Laut einem Bericht von TyC Sports über den überarbeiteten Spielplan Argentiniens wurde eine geplante Tour durch China komplett gestrichen, nachdem der Kapitän seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Argentinien kann während des verlängerten Spielzeitraums bis zu vier Freundschaftsspiele ansetzen, doch die Gegner und Austragungsorte stehen noch nicht fest. Das Scheitern der Option mit China verdeutlicht die unangenehme wirtschaftliche Realität, mit der die AFA konfrontiert ist, da Argentinien ohne Messi für internationale Veranstalter nicht mehr dasselbe Produkt ist.
In einem Artikel der Zeitung „La Síntesis“ wurde beschrieben, dass einige der kommerziellen Verträge der AFA Berichten zufolge eine „Messi-Klausel“ enthalten haben sollen, durch die Teile ihres Wertes an seine Teilnahme geknüpft waren. Sein Rücktritt wirkt sich daher nicht nur auf die Aufstellung von Lionel Scaloni aus, sondern erstreckt sich auch auf den Ticketverkauf, die Fernsehrechte, Sponsorenverträge und die Honorare, die Argentinien für Freundschaftsspiele im Ausland erzielen kann.
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Ein Abschiedsspiel würde der AFA ein letztes großes Ereignis bescheren, das ganz auf Messi ausgerichtet ist. Es würde den Fans zudem einen gebührenden Abschied ermöglichen, auch wenn die finanziellen Vorteile unweigerlich Teil der Überlegungen des Verbandes sein würden.
Eine FIFA-Sanktion könnte die Zuschauerzahl begrenzen
Es gibt noch eine weitere erhebliche Komplikation. Laut der offiziellen Disziplinarentscheidung der FIFA wurde Argentinien auferlegt, seine nächsten beiden Heimspiele vor maximal 50 Prozent der Zuschaueranzahl auszutragen, wobei eine dieser Auflagen ausgesetzt und unter eine Bewährungsfrist gestellt wurde.
Die Strafe erfolgte aufgrund mehrerer Verstöße während der Weltmeisterschaft, darunter diskriminierende Gesänge und Gesten von Fans, Fehlverhalten der Mannschaften, Sicherheitsmängel und die Nutzung einer Sportveranstaltung für eine nicht sportbezogene Demonstration. Die AFA wurde zudem mit einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 321.000 Dollar belegt, wobei 100.000 Dollar für ein Antidiskriminierungsprogramm vorgesehen sind.
Die FIFA hat sich nicht konkret zu dem möglichen Abschiedsspiel von Messi geäußert, und es bleibt unklar, wie die Beschränkung gelten würde, falls die AFA die Veranstaltung als Abschiedsspiel und nicht als herkömmliches Länderspiel ausrichten würde. Würde das Spiel jedoch als nächstes Heimspiel Argentiniens angemeldet, könnte der Verband vor der außergewöhnlichen Situation stehen, das begehrteste Abschiedsspiel des Landes vor einem Stadion mit nur halber Kapazität auszutragen.
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Damit stünde die AFA vor einer schwierigen Entscheidung. Sie könnte das bevorstehende Zeitfenster nutzen und eine geringere Zuschauerzahl in Kauf nehmen, versuchen, die Veranstaltung anders zu gestalten, oder die Abschiedsveranstaltung verschieben, bis die Sperre verbüßt ist.
Messis Botschaft lässt kaum Raum für ein Comeback
Messis Rücktritts Erklärung deutete darauf hin, dass seine internationale Karriere endgültig beendet ist. In dem vom argentinischen Fußballverband veröffentlichten Brief schrieb er: „Ich habe alles gegeben. Ich habe nichts mehr zu geben.“
Die Nachricht wurde ursprünglich am 21. Juli, zwei Tage nach dem WM-Finale, verfasst, doch Messi wartete bis zum 31. August, bevor er sie veröffentlichte. Er fügte hinzu, dass der Tod seines Vaters ihn noch mehr in seiner Überzeugung bestärkt habe, dass der Rücktritt die richtige Entscheidung sei.
Messi hat sich nicht aus dem Vereinsfußball zurückgezogen und steht laut offizieller Mitteilung des Vereins bis zum Ende der MLS-Saison 2028 vertraglich bei Inter Miami unter Vertrag. Damit wäre ein feierlicher Auftritt zwar technisch möglich, doch das bedeutet nicht, dass er den Vorschlag der AFA annehmen wird.
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Vorerst bleibt das WM-Finale gegen Spanien Messis letztes Spiel für Argentinien. Doch hinter den öffentlichen Ehrungen arbeitet die AFA an einer heiklen sportlichen und kommerziellen Frage: Kann ihr größter Spieler dazu bewegt werden, noch einmal zurückzukehren – nicht, um seine Länderspielkarriere neu zu starten, sondern um sie vor seinen eigenen Fans zu beenden?
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